Erneuerbare Energien – Landkreis auf sehr gutem Weg

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Bei der Nutzung Erneuerbarer Energien ist der Landkreis Kassel auf einem „sehr guten Weg“. Das ist das Ergebnis einer Zusammenstellung der aktuellen Nutzungs- und Bedarfszahlen von Erneuerbaren Energien im Landkreis Kassel, die Vizelandrätin Susanne Selbert auf Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag vorgelegt hat. „Wir erzeugen zurzeit knapp 15 Prozent des in den 75 Schulen und den Kreisliegenschaften in Kassel, Wolfhagen und Hofgeismar benötigten Stroms selbst – im Wärmebereich liegt dieser Anteil bei 12,5 Prozent“, berichtet Selbert. Laut Regierungspräsidium Kassel tragen Erneuerbare Energien im Landkreis insgesamt mit 23 Prozent zur Deckung des Gesamtstrombedarfs bei – für den Wärmeverbrauch liegen keine kreisweiten Bedarfszahlen vor. Nach einer Studie des Hessischen Umweltministeriums liegt der Vergleichswert für Strom hessenweit nur bei 5,6 Prozent.

Schwerpunkt bei Heizenergie bei Holz
Ende 2009 erzeugten die kreiseigenen Anlagen knapp 6.000 Megawattstunden (MW/h) Wärmeenergie und etwas mehr als eintausend Megawattstunden Strom. Der Schwerpunkt der Heizenergieerzeugung lag bei den acht Holzhackschnitzelfeuerungsanlagen sowie den fünf Holzpelletanlagen in kreiseigenen Liegenschaften – im Bereich Strom wurde die erzeugte Leistung hauptsächlich von den installierten Photovoltaikanlagen erbracht.
Laut Datenmaterial des Regierungspräsidiums Kassel werden im Landkreis Kassel 41,4 MWh pro Jahr Strom aus Biomasse (inkl. Klär- und Deponiegas) erzeugt, aus Windkraftanlagen 80.568 MWh pro Jahr, aus Wasserkraftanlagen 26.239 MWh pro Jahr und mit Photovoltaikanlagen 28.114 MWh pro Jahr. Auch bei der Biomassenutzung steht der Landkreis hessenweit an der Spitze. „Derzeit gibt es 29 Biomasseanlagen im Landkreis Kassel“, informiert Vizelandrätin Selbert. Die Zahl der Windkraftanlagen betrug Ende 2009 99.

Spitzenerzeuger ist Trendelburg
Im Landkreis verteile sich die Erzeugung von Erneuerbaren Energien „sehr unterschiedlich“ auf die einzelnen kreisangehörigen Kommunen. Die Zahlen des Regierungspräsidiums zeigten, dass es eine Reihe von Kommunen gibt, die den für ihr Gebiet benötigten Strom im vollen Umfang aus Erneuerbaren Energien decken können. An der Spitze der Erzeugungsleistung stehe die Stadt Trendelburg mit einer Gesamtleistung von 24.319 Kilowattstunden (kW/h) bei einem Jahresstromverbrauch von 15.579 kW/h, dicht gefolgt von Bad Emstal mit 24.019 kW/h und einem Jahrestromverbrauch von 20.596 kW/h. „In beiden Kommunen spielt die Windkraft die entscheidende Rolle“, berichtet Selbert. Die anderen Kommunen, die mehr Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugen als sie verbrauchen, sind Breuna und Liebenau.

Hofgeismar führt bei Biomasse
Stellt man die Energieart in den Vordergrund nimmt Wolfhagen bei der Photovoltaik den Spitzenplatz ein, bei der Biomasse führt Hofgeismar, bei der Wasserkraft Fuldatal, im Bereich Klär- und Deponiegas ist Hofgeismar durch die auf der Deponie Kirschenplantage des Landkreises erzeugten Strom konkurrenzlos und bei der Windkraft führt Bad Emstal. „Da im Jahr 2010 der Ausbau von Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien weiter auf hohem Niveau erfolgt ist, wird sich die Spitzenstellung des Landkreises weiter stabilisieren“, ist sich Vizelandrätin Selbert abschließend sicher.

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