Plath Raumkultur – Sebastian Plath im Interview

Foto: Fritz Hansen

Foto: Fritz Hansen

Jérôme: Lieber Herr Plath, was hat Sie veranlasst, mit ihrem Geschäft von Bettenhausen ins Herz von Kassel zu ziehen?

Sebastian Plath: Die Ulrich Plath GmbH ist seit über 30 Jahren aktiv im Objekteinrichtungsgeschäft tätig. Die letzten zehn Jahre davon im Unternehmenspark Kassel in Bettenhausen. Seit Jahren agieren wir unter den Top Drei der Branche in Kassel, trotzdem fragen wir uns jeden Tag erneut: Warum sollen die Kunden zu uns kommen? Warum sollen die Kunden bei uns kaufen und nicht bei den Duzend anderen Objekteinrichtern in Kassel? Wie können wir noch bekannter werden? Wie können wir unseren Kunden noch mehr Nutzen bieten? So ergriffen wir sofort die Möglichkeit zur Veränderung, als sich die Ladenzeile an der Markthalle zur Miete anbot. Wir haben uns selbst noch einmal neu erfunden: neues Logo, neue Kollektionen, neuer Standort mitten in Kassel.

Jérôme:
Welche Vorteile bietet der neue Standort den Kunden?

Sebastian Plath: Mit unserem Standortwechsel senken wir beim Kunden die Hemmschwelle eines Besuches. Architekten, Planer oder Unternehmenslenker zum Beispiel wissen die Woche über vor lauter Arbeit nicht, wo ihnen der Kopf steht – wenn sie aber am Wochenende in der Markthalle zum Einkaufen oder Frühstücken gehen, dann ist es doch ein schönes Finale, danach bei uns vorbeizuschauen und schöne Möbel anzusehen, auszuprobieren, sich bei einem Glas Prosecco inspirieren zu lassen. Das Angenehme kann mit dem Nützlichen verknüpft werden, Parkplätze sind ausreichend in der Nähe und die Markthalle kennt nun wirklich jeder. Gerade weiter entfernte Kunden nutzen gern diese Möglichkeit.

Jérôme: Welche Trends machen Sie derzeit auf dem Markt für Objekteinrichtungen aus?

Sebastian Plath: Die Gesellschaft steht augenblicklich ganz im Zeichen der Individualisierung: Man kann sich via Internet seine eigenen Sportschuhe kreieren, sein eigenes Parfum zusammenstellen oder die Müsli- oder Gummibärenmischung auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen – warum soll ich dann am Arbeitsplatz darauf verzichten? Als Chef möchte ich doch nicht irgendjemanden einstellen, sondern ich möchte den bestmöglichen Mitarbeiter, den ich bekommen kann. Wie ernst genommen fühlt sich dann dieser Mitarbeiter, wenn er in ein liebloses, nur unter Kostengesichtspunkten eingerichtetes Büro kommt? Wenn ich schon die meiste Zeit des Tages im Büro zubringe und unter einen enormem Druck permanent Hochleistung erbringe, dann sollte es auf meine Bedürfnisse und Individualität zugeschnitten sein. Es setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass die Einrichtung ein notwendiges Hilfsmittel ist, um Hochleistungen zu erbringen – die Spitzensportler haben ja auch das beste Equipment.

Jérôme: Inwieweit greifen Sie diese auf?

Sebastian Plath: Mit unserem neuem Showroom tragen wir diesem Megatrend der Individualisierung Rechnung: Wir zeigen, dass man mit einfachen Mitteln eine abwechslungsreiche Umgebung erschaffen kann, in der der Arbeitsplatz eine Quelle der Kraft und der Inspiration ist. Die Planungen dazu erstellen wir mit eigenen oder uns partnerschaftlich verbundenen Innenarchitekten. Gute und verlässliche Handwerksbetriebe, vom Boden bis zur Tapete, können wir dem Kunden mindestens empfehlen, gern begleiten oder koordinieren wir auch die Maßnahmen. Wir erleben unsere Einrichtungsempfehlungen im Selbstversuch, wir arbeiten ja mitten im Showroom: flexible Arbeitstische, Leuchten mit integrierter Kühlung (ich freu mich auf den nächsten Sommer!), kurze informelle Gespräche in Loungesesseln, Präsentationen am interaktiven Bildschirm und so weiter. Wir probieren immer wieder neue Lösungen aus und können diese Erfahrungen in unsere Arbeit einfließen lassen.

Jérôme: Inwieweit setzen Sie in Ihrem Sortiment beziehungsweise in Ihrer Angebotspalette aktuell neue Akzente?

Sebastian Plath: Neu in unserer Kollektion ist die Marke COR. COR ist im Privatmarkt schon die Nr. 1 im hochwertigen Polstermöbelsegment. Wir wollen mithelfen, dass COR auch bei gewerblichen Kunden bekannt wird. Hier schließt sich der Kreis wieder: Wenn ich eh die meiste Zeit im Büro bin, warum hole ich mir dann nicht ein schönes Sofa ins Büro und nutze es auch dort, anstatt dass es zu Hause steht und keiner darauf sitzt? Mit der Kollektion „Fritz Hansen“ haben wir die Klassiker aus Dänemark mit den Entwürfen von Arne Jacobsen, Hans J.Wegner oder Piet Hein im Programm. Das ist einfach gutes Design, es ist zeitlos und es bewegt die Menschen. Der Vorstandsvorsitzende von Fritz Hansen, Jakob Holm, hat es auf den Punkt gebracht: „Wir verkaufen keine Produkte …, sondern mit unseren Produkten stärken wir Image und den Lifestyle von Menschen und Unternehmen!“

Jérôme: Welche Ziele visiren Sie in den nächsten Monaten an?

Sebastian Plath:
Der außerordentliche Erfolg der ersten Wochen hat uns selber überrascht, das müssen wir erstmal verarbeiten. Der neue Laden wird sehr gut angenommen und frequentiert. Es ist unser Anspruch, die Dinge immer wieder neu zu präsentieren, für die Kunden die Spannung zu halten. Neben veränderten Exponaten werden wir immer wieder Events für unsere Kunden durchführen. In diesem Jahr werden verschiedene Stilikonen 50 Jahre alt, zum Beispiel das Ei und der Schwan von Arne Jacobsen. 1958 enworfen für das Royal Kopenhagen Hotel ist der Charme dieser Möbel ungebrochen. Es ist uns gelungen, ein Exemplar der Sonderedition „Schwan“ zu ordern: weltweit wird es nur 1.958 Stück in dieser exklusiven Ausführung (schwanenweißes Leder, perlweißes Gestell mit Silberband und Anhänger auf dem die Identifikationsnummer eingraviert ist) geben. Dieses außergewöhnliche Stück Designgeschichte werden wir unseren Kasseler Kunden zum Ende des Jahres präsentieren und anbieten. Es wird weiterhin spannend bleiben.

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