Leidenschaft Kochen

kretzerDie Küche hat im Laufe ihrer Geschichte viele Höhen und Tiefen durchgemacht. Galt sie früher als zentraler Familientreffpunkt und Mutters Refugium, fristete sie über Jahre ein karges Dasein auf wenigen Quadratmetern, während sich das Wohnzimmer zum Herz der eigenen vier Wände mauserte. In jüngster Zeit jedoch ist Kochen zum neuen Volkssport geworden und die Küche wieder zum attraktiven Lebensmittelpunkt, in der man der Leidenschaft Kochen ungehindert nachgehen kann. Auch der in Kassel lebende Schauspieler Joachim Kretzer, der in Kinoproduktionen wie Elementarteilchen oder Muxmäuschenstill mitgewirkt hat und zurzeit für die ZDF-Serie „Unser Charly“ vor der Kamera steht, kocht aus und mit Leidenschaft. Jérôme traf den Schauspieler zu einem Interview.

Was hat Sie nach Kassel verschlagen?

Die beruflichen Veränderungen meiner zukünftigen Frau Julia, die ich vor vier Jahren in München traf. Sie war gerade von einem drei-jährigen beruflichen Auslandsaufenthalt zurückgekehrt und die nächste Entsendung stand schon vor der Tür. Also hieß es Koffer packen und auf nach Singapur. Für mich als Freiberufler war das ja kein Problem, da ich ohnehin immer zu meinen Dreharbeiten ein Flugzeug besteigen muss. Singapur war für einen Asien-Neuling wie mich ideal als Einstieg. Kulinarisch gesehen ist es ein Sammelbecken von allen asiatischen Küchen. Thailand, Vietnam, Malaysia, Indonesien, China, Indien und so weiter, alles ist hier kulinarisch vertreten. Jeden Tag kann man mehrmals etwas Neues ausprobieren. Unglaublich. Der Umzug nach Kassel hat uns demnach auch ein weinendes Auge gekostet.

Wie gefällt es Ihnen in Kassel?

Nach nunmehr fünf Monaten in Kassel haben wir uns sehr gut eingelebt. Kulinarisch ist es natürlich ein wenig begrenzter als große Weltstadtmetropolen, aber es gibt hier viele sehr feine Einkaufsmöglichkeiten, wie zum Beispiel den tollen Wochenmarkt für bestes Gemüse und Fleisch von lokalen Produzenten oder tollen Wein bei „The Vineyard“. Das Umland gefällt uns auch sehr gut, viel schönes Land. Es gibt noch viel zu entdecken.

Wann haben Sie das Kochen für sich entdeckt?

Ich habe schon als Kind angefangen, mich in der Küche einzuschließen und nach Rezepten ausgefallene Kuchen und Gebäck zu backen. Einmal sogar ein ganzes Lebkuchenhaus mit Zuckerguss und selbst gemachten Lebkuchen. Mit dem Kochen habe ich angefangen, als ich als Jugendlicher anfing zu reisen. Insbesondere die italienische Küche hatte es mir von Anfang an angetan, die mag ich immer noch am liebsten.

Für wen kochen Sie?

Für alle, die Spaß am Essen, Trinken und an Gesellschaft haben. Allerdings koche ich auch für mich alleine, weil mich das Essen in vielen Restaurants schlichtweg ärgert. Umso mehr freue ich mich dann, wenn ich ein schönes Restaurant mit guten Speisen, überragendem Service und tollem Wein finde.

Was ist Ihre Spezialität?

Am liebsten bereite ich Fleisch in allen Variationen zu, allen Unkenrufen zum Trotz mit Vorliebe „rotes Fleisch“ — Rind, aber auch begrüßenswerte Neuerscheinungen wie Bison und Strauß. Das wiederum am liebsten gegrillt und zwar original auf Holzkohle.

Was ist für Sie das Schönste am Kochen?

Für mich ist Kochen ein Gesamterlebnis, das beim Planen anfängt. Das Einkaufen macht in Kassel auf dem Markt natürlich besonders viel Spaß. Fleisch, Gemüse und andere Produkte findet man hier in bester Qualität, überwiegend von lokalen Produzenten. Der Einkauf als sinnliches Erlebnis. Und dann das Kochen an sich, am besten mit meiner Freundin oder mit mehreren Leuten zusammen und dabei eine Flasche Wein genießen. Dann ist es auch nicht so schlimm, wenn das Essen mal nicht so gut gelingen sollte.

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