Spaßstrecke mit Tücken

Der Bilster Berg. Präsentationskurs, Teststrecke und Eventlocation

Alles da. Fahrerlager. Restaurant. Werkstätten. Und ein Top-Kurs, mit Fangzäunen und Kiesbett. Ein erstklassiger, traumhafter Kurs. Eine Rennstrecke? „Man kann hier schnell fahren“, sagt Gerrit Spangenberg, „aber wir nutzen sie als Eventlocation für unsere Kunden und als Präsentationsstrecke.“

Foto: Bernd Schoelzchen

Foto: Bernd Schoelzchen

Dezent, aber stilvoll
Gerrit Spangenberg ist Serviceleiter beim Porsche Zentrum Kassel in Bettenhausen, und mit „wir“ meint er seinen Brötchengeber, die Familie Glinicke, der auch das Porsche Zentrum gehört. Mit ihm zusammen wollen wir uns den Bilster Berg mal anschauen, wollen selbst erleben, was daran so Besonderes sein soll. Mit dabei ist Swen Riediger. Er leitet das Porsche Zentrum und stellt auch den in farbenfroher Rennsportoptik beklebten Porsche zur Verfügung, der gleich auf die Strecke gehen soll.

Wir sind seit unserer Abfahrt in Kassel rund 50 Minuten unterwegs, als Spangenberg den Blinker nach links setzt. Wer vom Örtchen Merlsheim in Richtung Nieheim unterwegs ist, der kann die unauffällige Einfahrt schon mal leicht übersehen. Ein Waldweg, asphaltiert. Nur das Schild auf der linken Seite weist stilvoll, aber dezent darauf hin, dass man sich hier am Bilster Berg befindet. Nach kurzer Fahrt ahnt man angesichts des Schlagbaums und des amerikanisch anmutenden Pförtnerhauses, dass man inmitten der Bäume etwas Großes erwarten darf. Dem ist tatsächlich so. Zufahrtsstraßen, Hallen, Gebäude, Wegweiser. Und drumherum: Die Strecke. Alles beeindruckend groß, beeindruckend professionell, beeindruckend sauber. Und wir hören die Motoren jener dröhnen, die auf den anspruchsvollen 4,2 Kilometern bereits ihren Spaß haben.

Swen Riediger,  Leiter des Porsche Zentrums Kassel, und Serviceleiter Gerrit Spangenberg führten  uns in die Geheimnisse des Bilster Bergs ein. Foto: Bernd Schoelzchen

Swen Riediger, Leiter des Porsche Zentrums Kassel, und Serviceleiter Gerrit Spangenberg führten uns in die Geheimnisse des Bilster Bergs ein. Foto: Bernd Schoelzchen

Rallye-Legende Walter Röhrl als Berater
Hier, zwischen Höxter und Paderborn, haben sich Investoren zusammengetan, um ihrer Leidenschaft Motorsport zu frönen. Aber nicht nur zum Spaß haben wurde aus dem einstigen britischen Militärgelände der Rundkurs Bilster Berg. Wenige Tage vor unserem Besuch war dort alles abgesperrt und gesichert – ein britischer Sportwagenhersteller hatte, entzogen allen neugierigen Blicken, einen Prototypen getestet. Die Strecke ist auch zum Testen ideal.

Vor einem Jahr, am 1. Juni 2013, wurde das Gelände eröffnet. Hinter den Verantwortlichen lagen neun Jahre Ideen, Planung und Bau. Einer der ersten Gesellschafter, der in das Gelände investierte, war die Firma Glinicke. „Seitdem laden wir immer mal wieder Kunden und Interessierte ein, dort ihr Hobby auszuleben.“ Und die Begeisterung der Glinickes für das wundervolle Ambiente und die Außergewöhnlichkeit der Anlage überträgt sich auf deren Kunden.

Spangenberg war schon oft dort, kennt die Strecke mit all ihren Tücken. Nicht umsonst bezeichnete Rallye-Legende Walter Röhrl, der den Bilster Berg mitkonzipierte, die Strecke als die moderne Version der Nürburgring-Nordschleife.

Streckenkenntnis? Muss sein!

Von der Dachterrasse  des Glinicke-Gebäudes  genießt man einen Rund- umblick auf die Strecke. Foto: Bernd Schoelzchen

Von der Dachterrasse des Glinicke-Gebäudes genießt man einen Rund- umblick auf die Strecke. Foto: Bernd Schoelzchen

Ganz ohne ist die Strecke nicht. Das sollen wir gleich erfahren. Der Transponder wird an unseren Autos angebracht, dann springt die Ampel aufs ersehnte Grün. Gas! Wir fahren im Fotocar, der Fotograf hat sein Teleobjektiv nach hinten gerichtet. Spangenberg und Riediger folgen im Porsche. Jetzt merkt man die 70 Meter Höhenunterschied. Ständiger Wechsel der Gänge, rein in die 19 Kurven. Besonders eine hat es uns angetan. Rechtskurve, dann kurze Gerade, der Tacho zeigt 200. Wer jetzt nicht aufpasst, der fliegt. Wir bremsen in eine heftige Senke, bedenkliche 26 Prozent Gefälle, nehmen die nächste Welle und kommen gerade noch aus der direkt anschließenden Linkskurve raus auf die Gerade. Puuuh, das war knapp. Wieder Gas.

„Der Kurs hat es in sich, auch wenn er kein klassischer Hochgeschwindigkeitskurs ist“, so Gerrit Spangenberg. „Deshalb lassen wir hier nur Fahrer auf die Strecke, die ein Fahrsicherheitstraining absolviert haben.“  Anmeldung unter www.porsche-kassel.de, und alles zur Strecke gibt’s unter www.bilster-berg.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.