Tempo nach Wunsch

ElMo4U – per Elektro-Rad hoch hinaus
Ein „Rentnerfahrrad“ sei so ein Elektro-Mountainbike, wie er es für die Erlebnis-touren seines neuen, in Lohfelden ansässigen Unternehmens ElMo4U (»Electric mobility for you«) anbietet, auf gar keinen Fall, stellt Matthias Himmelmann fest, der sich als zweifacher Weltmeister im Bereich elektrisch betriebener Rennmotorräder bestens mit den Vorzügen dieser Technologie auskennt. „Denn Elektromobilität bedeutet nicht, dass man sich nicht mehr anstrengen muss. Es geht dabei eher um das Aussparen extremer Pulsspitzen, die ja nun wirklich kein Mensch braucht.“ Ab einem Wert von 160 übersäuere der Körper nämlich „und das Herz hat dann sowieso nicht mehr die Pumpleistung, um den Sauerstoff an die richtigen Muskeln zu leiten.“ Hier könne stattdessen der Elektromotor des Mountainbikes sinnvoll zum Zug kommen, das gelte genauso für gezieltes Training mit konstantem Puls: „Einige meiner Kunden nutzen das bereits so, die fahren liebend gern auf diesen Maschinen. Da werden dann schwere Gänge eingelegt, auf der Geraden bleibt der Motor aus, und mit Blick auf den Pulscomputer wird je nach Erfordernis zugeschaltet.“ Selbst in der Paartherapie sieht Himmelmann ein Anwendungspotenzial für seine e-Bikes: „Professionelle Rennradfahrer sind zum Beispiel ganz einsame Leute, die immer stundenlang für sich allein ihre Runden drehen müssen, weil da einfach keiner mehr mitkommt. Deren Partner können sie nun per e-Bike beim Training begleiten – und so werden auch diese Leute wieder zusammengeführt.“

,,Elektromobilität bedeutet nicht, dass man  sich anstrengen muss“, sagt Matthias Himmelmann. Foto: Mario Zgoll

,,Elektromobilität bedeutet nicht, dass man sich anstrengen muss“, sagt Matthias Himmelmann. Foto: Mario Zgoll

Extremtour zum Grimmsteig
Der Schwerpunkt von Matthias Himmelmanns ElMo4U liegt jedoch auf geführten Elektro-Mountainbike-Touren, durch die sich sowohl in der Region Ansässigen wie auch Touristen die Chance eröffnet, ganz neue Einblicke in die landschaftlichen Schönheiten Nordhessens zu erhalten, gegebenenfalls in Kombination mit weiteren dortigen Freizeitzielen. Um dabei entsprechenden Komfort zu bieten, haben alle Touren ihren Anfang und ihr Ende im Fitnesscenter Industriepark Waldau, wo Umkleideräume, Duschen und Schließfächer zur Verfügung stehen. Eine der dort beginnenden Erlebnisreisen, deklariert als »Himalaya-Trainingstour«, hat als Ziel den nahe dem Hohen Gras im Habichtswald gelegenen Kletterwald Kassel, wo die Teilnehmer in Höhen bis zu zwölf Meter „nach Lust und Laune ihre Grenzen kennenlernen und überwinden können“, wie Himmelmann berichtet. „Natürlich alles mit professioneller Kletterausrüstung und entsprechender Unterweisung durch Experten.“ Auch die „rasante Abfahrt zurück“ führe durch jede Menge Natur, die bei ElMo4U-Touren, so der Rennsport-Profi, auch von ihren rareren Seiten befahren wird: „Besonderen Anklang finden zum Beispiele unsere Ausflüge zum Michelkopfsee bei Helsa oder zum Grimmsteig – das kennen die meisten gar nicht.“ Der Grimmsteig, auch Teil einer 91 Kilometer langen „Extremtour“, sei bislang die größte Herausforderung für die e-Bikes gewesen. „Da sind Steigungen drin, bei denen unsere Teilnehmer permanent gesagt haben: Nie wäre ich da alleine hochgekommen!“

60 Kilometer am Stück
Angesichts der vielen Unwägbarkeiten und möglichen Folgewirkungen bei Fahrten durch die Natur empfiehlt Matthias Himmelmann als Grundausrüstung für seine Erlebnistouren mit den 20 kg schweren e-Bikes eine Schutzbrille, geschlossene Radhandschuhe, eine Fahrradunterhose oder Radlerhose sowie sportliche, leichte Schuhe mit stabiler Sohle und eine leichte Regenjacke. Als Zielgruppe seiner Erlebnistouren hat er Radfahr-Enthusiasten im Alter zwischen 16 und 45 Jahren anvisiert, wobei die Gruppenstärke auf maximal zehn Teilnehmer begrenzt ist, „denn schon da müssen immer zwei Instruktoren mit dabei sein – einer vorne, einer hinten – und bei noch mehr Leuten geht der Überblick verloren.“ Selbst beim Einsatz in „Hardcore“-Geländen mit über 20 Prozent Steigung reiche eine e-Bike-Akkuladung für mindestens 60 Kilometer Fahrleistung, doch damit jederzeit Nachlademöglichkeiten bestehen, ist Matthias Himmelmann auch mit dem Ausbau eines Netzes von e-Bike-Ladestationen befasst, die vorzugsweise auf dem Gelände radfreundlicher Gastronomiebetriebe installiert werden. Wer erfolgreich am »Schnupperkurs« zur Einführung in die Handhabung der e-Bikes teilgenommen hat, darf die Gefährte danach auch anmieten, um eigene Touren zu unternehmen. „Dabei gibt es dann Unterstützung durch ein Navi, in das ich etwa als Ziel eingeben kann: Ich möchte jetzt zehn Kilometer fahren und dabei Hauptstraßen meiden“, erläutert Himmelmann. „Daraufhin gibt mir das Gerät im Umkreis von zehn Kilometern drei Touren vor, die gefahren werden können, als Rundkurs – und ich muss mich dort noch nicht einmal auskennen.“

Die Energie kommt aus der Steckdose. Foto: Mario Zgoll

Die Energie kommt aus der Steckdose. Foto: Mario Zgoll

Weitere Infos unter  www.elmo4u.de

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2 Kommentare

Sabine

Hallo,
ich als Mädel, ganz allein wollte unbedingt mal wieder radeln. Da kam von einem Bekannten der Hinweis auf die Elmo Touren. Skeptisch bin ich dort hin weil keiner mit wollte ganz allein. Die Instruktoren haben mir nicht nur das Radfahren und Das Mountain Bike fahren beigebracht sondern ich habe ein neues Hobby, Kunden von mir, Freundinnen, sogar reine Mädchen Gruppen haben sich gebildet und fahren die Touren mit. Ich habe immer ein top fahrrad und muß mir so ein Teil nicht für 3000,00 Euro kaufen und dann selbst aufpumpen flegen und reparieren, Da kann ich 60 mal mit der Truppe fahren und 60 mal fahren sind bei denen 3000 km. da kann man laut meinem radhändler schon jede Menge Geld in Verschleißteile stecken, und den Spass in der Gruppe kann eh keiner bezahlen !
Gruß Sabine aus Kaufungen

Swen

Guten Tag,
Swen aus Niestetal 39 Jahre alt und Mountainbikefahrer.
in auf dem Fahrrad langsamer Freund hat mich eingeladen an einer der touren von Elmo4u mitzumachen. Brauch ich doch nicht, kann ich auch normal mitfahren ? Gut das ich ein Pedelec genommen habe. Die Tour war körperlich anstrengend, die Gruppendynamik war ausgeglichen durch verschiedene Leistungsstufen der Unterstützung im bike.
Kurz ich war danach mit meiner Frau und Elmo auf Tour und fahre gern noch mal mit.

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