Treiber für angrenzende Technologien

4. Elektromobilitätskongress der hessischen Landesregierung

Werksbesichtigungen und Probefahrten mit dem neuen Elektroauto e-up! standen auf dem Programm des 4. Elektromobilitätskongresses der hessischen Landesregierung im Volkswagenwerk Kassel. Interessant also nicht nur das Thema „Das Elektroauto – heute und morgen“, unter dem die Fachbeiträge standen, sondern auch der Rahmen. Denn in Sachen Elektromobilität hat man an der zweitgrößten Produktionsstätte des VW-Konzerns in Deutschland einiges vorzuweisen und zu berichten. Und so war es kaum verwunderlich, dass dies der bisher am besten angenommene Kongress dieser Art war.

Klaus Heber, Chefentwickler im Volkswagenwerk Kassel, mit Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann am neuen e-up! Foto: Mario Zgoll

Alleinstellungsmerkmale geschaffen
Im Kasseler VW-Werk sei das Thema Elektromobilität tief verankert, erklärte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann, die die Veranstaltung eröffnete. In einer Zeit, in der das Fahren mit Strom ein großes Thema sei, habe man damit Alleinstellungsmerkmale geschaffen, auf die man stolz sein könne.

Elektroautos erlebbar machen
Die Finanzierung der Elektromobilität berge nach wie vor Herausforderungen. „Welche Entwicklungskosten erforderlich sind, um ein Elektrofahrzeug tatsächlich serienmäßig auf den Markt zu bringen, wird von außen oft nicht deutlich“, sagte die Ministerin. Forschung und Innovation seien teuer und deshalb gelte es, für Elektromobilität zu werben. Elektroautos müsse man erlebbar machen, „dass damit mal jemand gefahren ist“, denn: „Das macht einfach Spaß.“ Ein subjektives Erlebnis sei wertvoller als alle Theorie und helfe, für das Thema zu begeistern.

Zukunftsfähiges Produkt
Es sei eine Ehre, den Elektromobilitätskongress zu diesem Zeitpunkt im VW-Werk begrüßen zu dürfen, an dem man hier viel erreicht habe, erklärte Entwicklungschef Klaus Heber. Als das Thema Elektromobilität 2008 stärker in den Fokus des Konzerns gerückt sei, habe Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker ihn beauftragt, zu forschen. Aus anfangs vier Leuten seien heute hundert geworden, die sich mit der Entwicklung und Produktion der E-Maschine befassen. „Wir haben alles richtig gemacht und ich glaube, wir haben ein zukunftsfähiges Produkt“, so Heber.

Flexibel veränderbar
Intelligente Mobilitätskonzepte für übermorgen zeigte Jens Mey vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) auf. Man befasse sich mit vielen Systemkomponenten wie Antriebssystemen, Energieversorgung, Kommunikationselementen, Software und Elektronik. Elektromobilität sei Treiber für angrenzende Technologien. Die Zukunft sieht er in Fahrzeugen, die sich flexibel verändern können und robotische Elemente haben.

Finanzierbarkeit gegeben
Die Herausforderungen der Energiewende beleuchtete der Leiter des Fraunhofer Instituts IWES Kassel, Prof. Dr. Clemens Hoffmann. Bremsende Faktoren seien infrastrukturelle Hemmnisse und Störungen im Kapitalfluss. So sei vielen Akteuren der Weg in die Zukunft nicht mehr klar. „Einfach so weitermachen, das geht nicht“, erklärte Hoffmann. Anhand eines Rechenmodells erläuterte Hoffmann, dass das arg strapazierte Thema „furchtbare Kosten der Energiewende“ eigentlich keines ist: Übersetze man Watt in Euro, lande man in der Summe bei etwa 1.000 Milliarden, die man einsetzen müsse. In den Import von Primärenergie investiere man jedes Jahr 87 Milliarden Euro. Nehme man diese Zahl mal zwölf, sei man bereits bei diesen 1.000 Milliarden angelangt. „Das ist in Reichweite dessen, was wir sowieso ausgeben“, machte Hoffmann deutlich.

Wasserstoff als Energiespeicher
Neben der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien spielt aber auch die Speicherbarkeit eine bedeutende Rolle für die Zukunft. Auch hier gibt es unterschiedliche Ansätze. Dass Wasserstoff als Energiespeicher künftig noch stärkere Beachtung verdient, machte der Vorstandsvorsitzende der H2BZ-Initiative Dr. Joachim Wolf deutlich.

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