„Kassel ist schon Wahlheimat für mich geworden“

Annika Salonen ist Chefin des finnischen Weihnachtsmarktstandes auf dem Kasseler Königsplatz

Annika Salonen (rechts) im Gespräch mit Jérôme-Autorin Petra Nagel. Foto: Mario Zgoll

Annika Salonen (rechts) im Gespräch mit Jérôme-Autorin Petra Nagel. Foto: Mario Zgoll

Annika Salonen ist eigens aus dem hohen Norden, aus ihrem Wohnort Lübeck angereist, um als Podiumsgast bei meinen Kasseler Gesprächen dabeisein zu können. Doch der hohe Norden in Lübeck ist nichts gegen den hohen Norden aus dem Annika Salonen eigentlich stammt. Sie ist nämlich eine waschechte Finnin mit richtig guten Verbindungen nach Kassel. Kurz vor Weihnachten hat sie in Kassel immer viel zu tun, denn es gilt den Finnischen Weihnachtsstand auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt vorzubereiten. Annika Salonen ist die Junior-Chefin des Standes, die 42-Jährige managt ihn zusammen mit Vater Hannu Salonen. Der finnische Stand gehört zum Kasseler Weihnachtsmarkt wie das Märchenmotto und die Weihnachtspyramide. Trollentrunk und Feuer-Lachs gehören traditionell dazu, Rentier-Schinken und das Rentier auf dem Dach ebenso.

Ich bin ein Weihnachtsmensch – Weihnachten ist Geborgenheit
„Ich bin ein Weihnachtsmensch“, sagt die blonde Finnin aus dem Land des echten Weihnachtsmannes, und fügt hinzu: „Weihnachten bedeutet Geborgenheit, Familie. Und ich bin ein Schneemensch. Nichts ist schöner als ein Schneespaziergang am Strand. “Seit 26 Jahren kommt die Familie mit dem finnischen Stand nach Kassel. Ein Traditionsunternehmen, in das die Tochter nach Abitur, Studium und touristischer Ausbildung eingestiegen ist. Außerdem hat sie einen Architekten aus Aachen geheiratet, die Töchter Cara und Stella bekommen, Babypausen eingelegt danach auch die eigene Familie wieder für das Familienunternehmen begeistert.

Familien-Unternehmen rund um finnische Spezialitäten
Die Salonens sind nicht nur Weihnachtsmarkt-Experten in Städten wie Rostock und Kassel. Sie sind auch auf der Kieler Woche mit einem Stand dabei und überall da, wo es gilt, so Annika Salonen, „Finnland würdig“ zu vertreten. „Das Marktleben ist ein tolles Leben: kommunikativ, bunt, aufregend. Ich lerne nette Menschen kennen und daraus entwickeln sich auch Freundschaften,“ sagt Annika Salonen. Gleichzeitig sei das Marktleben natürlich anstrengend – in diesem Jahr gilt es beispielsweise gleich 32 Tage, vom 22.  November bis 23. Dezember dabeizusein – deshalb achte sie darauf zwischendurch soviel Schlaf wie möglich zu bekommen.

Die Familie lebt und arbeitet selbstverständlich zusammen
Aufgewachsen ist Annika Salonen in Finnland und Deutschland. In Lübeck hat sie ihr Abitur gemacht, später in Kiel und Hamburg Anglistik und Skandinavistik studiert. Ihre Eltern, so sagt sie, haben immer gearbeitet. Die beiden Töchter waren stets dabei. „In Finnland arbeiten fast immer beide Elternteile. Erziehung funktioniert so, dass die Kinder Teil der Familie sind, mittendrin, aber nicht ausschließlich Mittelpunkt. Das macht die Erziehung relativ frei und liberal,“ sagt die Mutter von zwei 12 und 14 Jahre alten Töchtern, die übrigens zweisprachig aufwachsen. In diesem Jahr wird es am Weihnachtsmarktstand der Salonens erstmals schwedischen Apfelcidre geben, kalt oder warm. Jedes Mal gibt es eine Mischung aus traditionellem gastronomischem Angebot und kleinen Neuheiten. Wichtig, so die Chefin, sei die Qualität.

Mit Trollentrunk und Feuer-Lachs nach Kassel
Trollentrunk und Weihnachtspunsch beispielsweise werden selbst hergestellt und gewürzt. Ihr Mann sei im Familienunternehmen derjenige, der systematisch plane und organisiere, sie selbst sei so etwas wie die Logistik-Chefin und Vater Hannu ein wohlgesonnener Lehrmeister. Weihnachten in Kassel kann also kommen, und Kassel, so Annika Salonen, sei schon Wahlheimat geworden.

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