Bekennender Nordhesse mit Gottvertrauen

Bischof der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Professor Dr. Martin Hein. Blick auf den „Lehrenden Christus“ von Ernst Barlach aus dem Jahr 1931. Davon gibt es nur vier Repliken, eine davon steht zentral im Eingangsbereich des Landeskirchenamtes in Kassel. Foto: Mario Zgoll

Bischof der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Professor Dr. Martin Hein. Blick auf den „Lehrenden Christus“ von Ernst Barlach aus dem Jahr 1931. Davon gibt es nur vier Repliken, eine davon steht zentral im Eingangsbereich des Landeskirchenamtes in Kassel. Foto: Mario Zgoll

„Morgens bete ich, und zwar sehr bewusst. Dann kann kommen, was will“, sagt der Bischof der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Professor Dr. Martin Hein, und gibt Einblick in seine Kraftquelle. Er ist ein Bischof, der für eine Kirche steht, die in der Öffentlichkeit präsent ist. Ein Bischof, der sich neuen Medien öffnet, zweimal im Jahr im Internet zum Chat einlädt, sich bei aktuellen Themen zu Wort meldet. Der aber auch dafür plädiert, sich auf die eigenen Traditionen zu berufen, sie besonders auch Jugendlichen zu vermitteln.

Seit dem Jahr 2000 ist Bischof Dr. Martin Hein im Amt. Sein Bischofsbüro befindet sich im Haus der Kirche in Kassel, das wiederum beherbergt das Landeskirchenamt, eine Behörde mit über 200 Mitarbeitern. Der Bischof der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist zuständig für 950000 Menschen von Oberweser  bis Frankfurt.

Die Zeit vor und nach seiner Ernennung sei besonders aufregend gewesen, erinnert er sich. Dass er einmal Bischof werden würde, ist seiner Vita erstmal nicht zu entnehmen. Nach dem Abitur hat Bischof Hein, der in Wuppertal geboren wurde und in Hanau aufwuchs, erstmal einige Semester Jura studiert. Das lief gut, sagt er. Aber das reichte ihm nicht.

Irgendwann kam die Frage, was die Welt eigentlich im Innersten zusammenhält. Mit Jura kam er an der Stelle nicht weiter und schon nach dem ersten Semes-ter Theologie war klar, dass in diesem Studium die Berufung lag. Studiert hat er in Frankfurt, Erlangen und Marburg.

Bischof Hein schwärmt von der Offenbarung, die das Theologiestudium für ihn war und ist. Trotzdem gab es zunächst nicht das Ziel, als Pfarrer zu arbeiten oder gar Bischof zu werden. Nach schnellem Studium und Promotion zog es ihn zuerst an die Universität – doch ein Vikariat in Kassel-Oberzwehren an der Thomaskirche brachte die nächste Entscheidung für den jungen Theologen. Er wollte Pfarrer werden und bleiben.

„Das sind alles Lebensgeschichten, die ich nicht selbst geschrieben habe. Von denen ich aber überzeugt bin, dass Gott in meinen Wegen auf ungerader Linie sehr gerade geschrieben hat“, ist der 55-Jährige überzeugt. Dass er einmal Bischof werden würde, konnte er damals nicht ahnen. Aufregend sei es schon gewesen, Fehler habe er anfangs sicher auch gemacht. Für das Bischofsamt sei tiefes Gottvertrauen, Liebe zur Kirche und die Überzeugung wichtig, dass das Evangelium ein Schatz sei, den man weitervermitteln müsse.

Fünfmal ist Bischof Hein, der verheiratet ist und zwei Töchter hat, mittlerweile in Stadt und Landkreis Kassel umgezogen. Er, der im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen ist, sei bekennender Nordhesse geworden. „Mich ärgert oft nur die nordhessische Verzagtheit“, sagt er, aber „es gibt auf der anderen Seite auch eine Menge Verlässlichkeit“. Am meisten genieße er in Nordhessen zur Entspannung das Opernhaus, das Staatstheater und die wunderbare Landschaft.

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3 Kommentare

Jerome-Leser

Wiedermal ein ausgezeichneter Beitrag von Frau Nagel. Weiter so mit diesem Magazin. Ich lese es sehr gerne.

Joachim Schmitt

Guten Morgen,

in Erwartung der nächsten Ausgabe des Jerome möchte ich fragen, wann diese denn erscheint?

Freundliche Grüße
Joachim Schmitt

admin

Guten Morgen Herr Schmitt,

die nächste Ausgabe erscheint am 25. Juni. Sie können sich auf spannende Beiträge freuen.

Herzliche Grüße
Björn Schönewald

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