Debüt mit Puccini – Sopranistin Sara Elterno neu am Kasseler Staatstheater

Die Sopranistin Sara Eterno ist neu am Staatstheater Kassel und gibt ihren Einstand als Manon Lescaut, Foto:Mario Zgoll

Die Sopranistin Sara Eterno ist neu am Staatstheater Kassel und gibt ihren Einstand als Manon Lescaut, Foto:Mario Zgoll

Es war der Auszug der Soprane und Baritone. Beliebte Sänger wie Nicole Chevalier oder Stefan Adam verließen am Ende der Spielzeit das Staatstheater Kassel, um nun in Hannover tätig zu sein. Das Kasseler Ensemble hat jedoch neue Mitglieder gewonnen – wie die Sopranistin Sara Eterno. Die Mailänderin, die auch erfolgreich Betriebswirtschaft studierte, erhielt ihre sängerische Ausbildung in München und am Opernstudio der Mailänder Scala. Sie war am Salzburger Landestheater und am Freiburger Theater engagiert. Seit Juni lebt sie mit ihrem Mann Gernot Sahler, Professor für Dirigieren an der Kölner Musikhochschule und freischaffender Dirigent, und Tochter Sophia in Espenau im Landkreis Kassel – ein Ort, den sie wegen der wunderschönen Natur schätzt.

Frau Eterno, wie sind Sie ans Kasseler Theater gekommen?

Von Freiburg kenne ich Nicole Chevalier, die dort ebenfalls engagiert war. Sie hat mir erzählt, dass in Kassel eine Sopranistin gesucht wird. Da hab‘ ich am Vorsingen teilgenommen, und es hat geklappt. Ich habe das Angebot natürlich angenommen, weil das Kasseler Theater ein gutes Haus ist.

Wie viele Sänger kommen zu einem Vorsingen?

Oft sind es zwanzig Personen, darunter sind oft zwölf Sopranistinnen. Im Sopranfach gibt es immer eine große Konkurrenz.

Ihr Kasseler Debüt werden Sie mit der Titelpartie in Puccinis Manon Lescaut geben …

Ja, es ist außerdem ein Rollendebüt für mich. Manon ist sehr interessant, weil sie mehr Facetten hat als viele Rollen im lyrischen Fach, die ich bisher gesungen habe. Ich will es nicht langweilig oder einfältig nennen, aber im lyrischen Fach haben die Figuren meistens eine vorherrschende psychologische Seite. Beispielsweise die Gute, die Unschuldige oder die Kranke. Manon ist schwerer zu greifen. Sie hat eine Unschuldsseite, aber auch die Fähigkeit, sich den Situationen anzupassen und ihr Gesicht zu verändern. Sie hat eine gewisse Oberflächlichkeit, ist aber auch zu richtigen Gefühlen fähig. Das zu spielen, ist eine große Herausforderung.

Verraten Sie uns Ihre Lieblingssänger?

Ich höre gerne alte Aufnahmen und habe dabei tolle Stimmen entdeckt wie Claudia Muzio oder Rosa Ponselle. Natürlich ist bei den alten Aufnahmen nicht alles aktuell, manches ist zu dick aufgetragen. Trotzdem kann man viel davon lernen und dann der heutigen Aufführungskultur anpassen. Erstaunlich ist es, was man mit YouTube machen kann. Man will sich eine Arie anhören und findet auf einen Schlag zwanzig verschiedene Versionen im Internet. Da kann man viel vergleichen. Man kann sich aber auch richtig verrückt machen.

Was sagen Sie zu der zunehmenden Vermarktung von Klassikstars?

Ich weiß nicht, ob es gut oder schlecht ist. Aber vielleicht ist es zu viel. Wir leben ohnehin in einer Gesellschaft, in der alles über das Visuelle läuft. Die klassische Musik – natürlich ist in der Oper die Inszenierung wichtig – hat es noch geschafft, ein Publikum primär über die Musik zu fesseln. Und jetzt wird sie in die Richtung des Visuellen gezogen. Man hat es da als Sänger immer schwerer (lacht), man muss auch noch fit sein. Man muss entweder ganz speziell oder ganz modelmäßig sein. Trotz der aktuellen Tendenz bin ich der festen Überzeugung, dass man das Publikum am meisten mit der Musik erreichen kann. Das bleibt das höchste Ziel meines Berufs.

Giacomo Puccini:
Manon Lescaut
Ab 19. September am Staatstheater Kassel
Karten unter:
0561/1094-222.
www.staatstheater-kassel.de

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Ein Kommentar

Beatrix Alfs

Zu dem Thema der Oper von Puccini gibt es endlich eine neue Veröffentlichung: Die Manon Leseaut von Turdej. Der russische Schriftsteller Wsewolod Petrow hat die auf der Oper basierende Novelle vor Jahrzehnten geschrieben, doch wurde sie erst jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

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