Hans-Helmut Becker: Ich will Spuren in der Region hinterlassen

vw_beckerMit fünf in die Schule, mit 13 in die Lehre, mit 17 Abitur an der Abendschule, mit 20 das erste Studium beendet, danach Offizier, dann das zweite Studium… Schon vom Zuhören kann man ein wenig atemlos werden. Der Leiter des VW-Werkes in Baunatal, Professor Dr. Hans-Helmut Becker, ist keiner, der Zeit verschwendet. Er hat Ideen, er hat Ziele und er setzt sie um. Mit 13 Jahren ist er bei der Preußen Elektra in Borken in die Lehre gegangen und hat sich überlegt, dass er eigentlich noch mehr will als nur diese eine Lehre. Beispielsweise einmal einen Porsche fahren. Schon früh war ihm klar, dass er dafür eine Menge tun muss, also hat er angefangen, hart für seine Ziele zu arbeiten.

Ganz ohne Porsche, noch auf dem Fahrrad oder zu Fuß, musste der Nordhesse aus dem Schwalm-Eder-Kreis damals zur Arbeit und nebenbei zur Abendschule, um Abitur zu machen. Ein bequemes Auto war in weiter Ferne. Es folgte eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Kombination aus zwei Studiengängen: Erst das Ingenieurstudium, dann Bundeswehr, dann das betriebswirtschaftliche Studium. „Ich dachte, diese Kombination könnte gut passen“, sagt der Nordhesse, der während des ersten Studiums seinen ersten VW Käfer kaufte.

Die Studienkombination passte genau. Der Weg führte über Thyssen Henschel, zu VW und dort zu ganz unterschiedlichen Aufgaben, aber stetig weiter in die Spitze des Unternehmens. Die Aufgabe als Geschäftsführer von VW Bordnetze mit 10000 Beschäftigten an zwölf weltweiten Standorten war ein weiterer Sprung nach oben. Wo immer der Nordhesse auftauchte, verbesserte und veränderte der heutige Werksleiter und Chef von 13000 Mitarbeitern die Dinge. Ein Mitdenker, ein Querdenker, der etwas bewegen wollte und will. Er hat von der Pike auf gelernt. Klein angefangen,  hart gearbeitet. Ein Mann der Basis, das, so sagt er, das komme ihm zugute: „Ich rede mit den Mitarbeitern, ich nehme sie ernst.“

Seit Januar 2006 ist Professor Dr. Hans-Helmut Becker Leiter des VW-Werkes in Baunatal im Landkreis Kassel. Ständig entwickelt er neue Ideen um Arbeitsplätze zu sichern, Abläufe zu optimieren, die Produktivität zu steigern. Mit ganzheitlichem Ansatz und dem Blick für jedes Detail. Die Maschinen in den Fertigungshallen leuchten beispielsweise schneeweiß. „Alles soll sauber sein, das motiviert zum Arbeiten“, sagt der Chef, er wollte keine düsteren Hallen und ließ die Maschinen weiß streichen. Wenn  er eine Vision hat, ist er nicht zu stoppen, Risiken nimmt der 59-Jährige in Kauf. „Man muss oben auf dem Grat wandern“, ist seine Philosophie.

In Nordhessen fühlt sich Professor Dr. Hans-Helmut Becker wohl. Rund um die Uhr arbeite er nicht, erklärt er. Zur Entspannung geht er zur Jagd, manchmal spielt er auch Golf. „Drei bis fünf Löcher. Dann ist es genug.“  Ungeduld ist eben auch in der Freizeit ein Wesenszug des Nordhessen. Dessen Wunsch nach einem schnellen Auto sich übrigens ja irgendwie im Laufe der Karriere vervielfacht hat. Mit dem Weg von der Lehre bei der Preußen Elektra bis an die Spitze von VW Baunatal schließt sich sein Arbeitskreis in der Region Nordhessen. Und genau hier will der Leiter des VW-Werkes Spuren hinterlassen: „Wenn ich einmal aufhöre, soll man sagen: Ah, das war doch der Becker…“

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