„Kassel ist offen, optimistisch und bereit für Neues“

Dr. Wolfgang Löffler, seit 2009 Präsident des Kasseler Landgerichtes, im Porträt

Dr. Wolfgang Löffler in einem Sitzungssaal des Kasseler Landgerichtes. Foto: Mario Zgoll

Dr. Wolfgang Löffler in einem Sitzungssaal des Kasseler Landgerichtes. Foto: Mario Zgoll

„Kassel ist offen, optimistisch und bereit für Neues“, sagt Dr. Wolfgang Löffler, Präsident des Kasseler Landgerichtes. Man glaubt es ihm sofort, spricht der Kasseläner doch mit Leidenschaft und Wärme über die Stadt und die Region, die ihn geprägt haben. Der Jurist ist seit 2009 Präsident des Kasseler Landgerichtes, hat aber schon lange zuvor in Kassel, in Nord- und Osthessen als Richter, Amtsgerichtspräsident und Vizepräsident des Fuldaer Landgerichtes gearbeitet.

Kindheit und Jugend in Kassel an der Fulda
Aufgewachsen ist er in der Nähe der Hafenbrücke an der Fulda – daher die Leidenschaft fürs Angeln. Und grundsätzlich für alles, was mit Sport und Fitness zu tun hat. Nach dem Abitur an der Goetheschule hat Wolfgang Löffler in Marburg Jura studiert, promoviert, war danach als Rechtsreferendar in Kassel tätig. 1976 begann er am Landgericht in Kassel als Richter zu arbeiten, „den Beruf habe ich schätzen gelernt“, erzählt er. Auf die Frage, welche Eigenschaften ein Richter mitbringen sollte, erklärt er, dass für ihn Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Geduld und die Fähigkeit zum Ausgleich unbedingt dazugehören.

Landgerichtspräsident in Kassel seit 2009
In den Jahren 2005/2006 arbeitete Dr. Wolfgang Löffler als Vizepräsident am  Landgericht Fulda, danach als Amtsgerichtspräsident in Kassel, und seit 2009 ist er als Präsident des Kasseler Landgerichtes einschließlich nachgeordneter Direktorialamtsgerichte in Eschwege, Fritzlar, Melsungen, Korbach und Bad Arolsen für über 70 Richter und einige hunderte weitere Mitarbeiter verantwortlich. „Ich glaube an Teamarbeit“, sagt Dr. Wolfgang Löffler, „und daran, dass es sich lohnt, ehrlich zu sein und Fehler zugeben zu können.“ Das Landgericht sei die Summe aller Mitarbeiter. Auch Germanistik oder Archäologie waren Optionen … Nach der Schule gab es übrigens verschiedene Optionen für ein Studium: Er habe anfangs geschwankt, ob er Germanistik, Jura oder vielleicht doch Archäologie studieren solle. Doch als seine Mutter fragte, wovon er als Archäologe leben wolle, war die Antwort einfach und die Würfel fielen für das Jura-Studium.

Ehrenamtliches Engagement in der Opferhilfe
Im Strafbereich habe er die Schattenseiten des Lebens kennengelernt, so der Jurist, „einen Blick für die Defekte der Welt.“ Aus den Erlebnissen aus unendliche vielen Prozessen und tiefen Einblicken in die menschliche Seele und ihre Abgründe resultiert sicher auch das ehrenamtliche Engagement für die Opfer. „Man hat eine Verantwortung für die Opfer“, sagt Dr. Wolfgang Löffler. Deshalb sei er im Vorstand der Opferhilfe aktiv. Hätte er fünf Euro zu vergeben, so der Vater von zwei erwachsenen Kindern, würde er 3 Euro in die Bildung und 2 Euro in die Sicherheit investieren.

Kassel wird positiv wahrgenommen
An der Goetheschule, in der Dr. Wolfgang Löffler einst fürs Abitur lernte, unterrichtet er übrigens heute selbst. Seit 1985 schon lehrt er dort Rechtskunde. Ein absolutes Highlight in Kassel sei für ihn die Universität und die Chancen und Möglichkeiten, die sie für die Stadt eröffne. Viele Netzwerke seien entstanden, Kassel werde positiver als früher wahrgenommen. Und die Stadt sei, das fügt er augenzwinkernd hinzu, nach wie vor seine große Liebe.

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