Klaus Stuttmann

Das Zeichnen muss immer weitergehen
Der Name Klaus Stuttmann steht wie kaum ein anderer für die tagesaktuelle Karikatur. Seine Arbeiten erscheinen flächendeckend in deutschen Tageszeitungen.

Bildquelle: Caricatura

Bildquelle: Caricatura

Jeden Tag eine Karikatur – sechs Tage die Woche. Seit dreißig Jahren begleitet Stuttmann das weltpolitische Geschehen. Besonders die Kanzlerin hat es ihm angetan. Fast tausendmal hat er „Mutti“ bislang gezeichnet – mittlerweile geht sie ihm in einer halben Minute von der Hand. Generell seien ihm die „Dicklichen und Knuddeligen“ lieber, so Stuttmann, wie Sigmar Gabriel oder eben Merkel. 2018 erschien der Band „Mein Merkelbilderbuch“ mit Karikaturen aus fast drei Jahrzehnten im Schaltzeit Verlag.

Karikaturisten müssen machtkritisch sein
Der Verlag veröffentlicht zudem seit 2009 die Stuttmann-Jahrbücher, die nicht nur einen Überblick über sein Schaffen geben, sondern zugleich eine Chronik des politischen Irrsinns darstellen. Die seinen Zeichnungen zugrunde liegende Haltung steht für Stuttmann dabei außer Frage: „Wir Karikaturisten müssen machtkritisch sein.“ Er werde immer dann besonders misstrauisch, wenn ihm etwas als alternativlos dargestellt werde. Wenn er in die Zukunft sehe, sei er indes Pessimist: Wie der Nationalismus gerade an Raum gewinne, beunruhige ihn sehr, so der 70-Jährige.

Heftiger Gegenwind
Umso wichtiger ist die Arbeit von Klaus Stuttmann, laut Andreas Platthaus (FAZ) „ein bekanntermaßen mutiger Karikaturist […], der vor gesellschaftlich brisanten Themen auch dann nicht zurückschreckt, wenn heftiger Gegenwind zu erwarten ist.“ Mit dem bisher heftigsten Gegenwind wurde der Wahl-Berliner im Jahr 2006 konfrontiert: Auf eine Karikatur, die iranische Fußballer mit einem Sprengstoffgürtel um den Bauch zeigte, folgten zahlreiche Drohungen, sodass er sich gezwungen sah, zu seinem Schutz „für einige Tage zu verschwinden“. Diese Erfahrung habe ihn zwar verändert, einschüchtern lassen dürfe man sich von solcherlei Drohungen aber nicht, so Stuttmann. Das Zeichnen müsse immer weitergehen.

Rekordpreisträger
Seit 2003 erscheinen seine Karikaturen täglich im Tagesspiegel sowie regelmäßig unter anderem im Weserkurier, in der Leipziger Volkszeitung, in der Badischen Zeitung, in der Sächsischen Zeitung, im Göttinger Tageblatt, in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, in den Ruhrnachrichten und in der taz. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen ist Stuttmann Rekord-Preisträger bei der „Rückblende“, dem Preis der deutschen Zeitungen für politische Fotografie und Karikaturen mit vier ersten Plätzen für die Jahre 1999, 2001, 2007, 2011 und 2014 sowie zwei zweiten Plätzen für 2003 und 2018. 2016 wurde er zudem mit dem „Deutschen Karikaturenpreis“ ausgezeichnet.

Is was?! – Karikaturen von Klaus Stuttmann
Ausstellung bis 10.11.2019
Öffnungszeiten: Di. bis Sa. 12 bis 19 Uhr
und So. feiertags 10 bis 19 Uhr
Ort: Caricatura –
Galerie für Komische Kunst
im KulturBahnhof,
Rainer-Dierichs-Platz 1,
34117 Kassel
www.caricatura.de

Teilen, drucken, mailen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.