Professor Dr. Dimpfl leitet Frauenklinik seit zehn Jahren

Professor Dr. Thomas Dimpfl. Foto: Mario Zgoll

Professor Dr. Thomas Dimpfl. Foto: Mario Zgoll

Als sich Professor Dr. Thomas Dimpfl vor zehn Jahren im Klinikum Kassel um die Stelle als Direktor der Frauenklinik bewarb, kannte er Kassel gar nicht. Er reiste aus Murnau in Oberbayern an, wo er damals mit seiner Ehefrau Dr. Aurelia Probst-Dimpfl, ebenfalls Frauenärztin, und den drei Söhnen lebte. Er bekam die Stelle, die Familie wagte den Sprung und zog um. Heute sagt der Chef der Frauenklinik: „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Das liegt an den Menschen, die wir kennenlernen. An den Freunden, die wir gefunden haben.“

Kassel ist Heimat geworden
Thomas Dimpfl ist in der Nähe von Regensburg aufgewachsen. Sein Vater war Frauenarzt und vermittelte dem Sohn die Liebe zur Medizin, die zum Medizinstudium und Facharztausbildung an den beiden Münchner Uni-Kliniken führte. Dafür wurde auch der ursprüngliche Berufswunsch und Jungentraum Astronaut gekippt. Bei einer Körpergröße von 1.95 Meter, so räumt er heute augenzwinkernd ein, auch eine gute Entscheidung… „Mir war sehr früh klar, dass ich mit Menschen zu tun haben wollte“, sagt der 49-Jährige. Nur im Büro sitzen, so etwas sei nichts für ihn, sagt der Vater von drei Söhnen im Alter von 17, 15 und elf Jahren.  Thomas Dimpfl ist ein kommunikativer, offener Mensch und einer, der Ideen hat und Projekte umsetzt. Mit letzterem hat er sofort angefangen, als er mit jungen 39 Jahren die Leitung der Frauenklinik am Klinikum übernahm.

Brustzentrum am Klinikum Kassel gegründet
„Mir ist es wichtig, dass interdisziplinär gearbeitet wird. Das heißt, Ärzte ganz unterschiedlicher Fachrichtungen setzen sich zusammen, und begutachten gemeinsam einen Patienten.“ Genau nach diesem Prinzip begann der Gynäkologe vor zehn Jahren mit dem Aufbau eines interdisziplinären Brustzentrums am Klinikum Kassel. „Das war eine tolle Phase“, sagt er. „Aufbruchstimmung. Wir waren die Ersten weit und breit.“ Damals gab es 60 Brustzentren in Deutschland, heute sind es über 200. Die Zentren arbeiten daran, die bestmögliche Diagnose und Behandlung für Patientinnen mit Brustkrebs zu finden. Pathologen, Unfallchirurgen, Gynäkologen und Radiologen sitzen an einem Tisch und beraten über Therapie und Medikation – ein ganzheitlicher Ansatz.

Aufbruchstimmung und ganzheitlicher Ansatz
„Die Leute hatten Lust, etwas zu machen“, sagt Thomas Dimpfl, der gleich den ersten Kasseler Gynäkologentag ins Leben rief, um eine bessere Kommunikation zwischen niedergelassenen Frauenärzten und den Kollegen in den Kliniken herzustellen. Zum zehnten Mal wird der Gynäkologentag in diesem Jahr in Kassel stattfinden. „Man muß die Dinge eben einfach machen“, sagt der Frauenarzt, dessen Spezialgebiete die operative Gynäkologie mit Erkrankungen der Brust und des Unterleibs und auch die Urogynäkologie sind. Die Urogynäkologie befasst sich mit Blasenfunktionsstörungen und Beckenbodensenkungen. Und sowohl darüber als auch über Brustkrebs und Unterleibskrebs informiert Prof. Dr. Dimpfl zusammen mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen regelmäßig.

Information und Innovation
Informationsveranstaltungen, die Aufklärung von Patientinnen und das Erklären von Krankheiten und Behandlungsformen gehören für ihn zu seiner Arbeit dazu. Ebenfalls seiner Initiative ist es zu verdanken, dass im Klinikum Kassel im Jahr 2004 die erste Tumorbank im Rahmen des Path-Projektes entstanden ist. Path steht für Patients Tumorbank of Hope. Path ist eine Stiftung mit dem Ziel, die Krebsforschung voranzubringen, und neue Heilungschancen zu eröffnen. Betroffene Frauen können Teile ihres Tumors einfrieren lassen und für Forschungszwecke, etwa mit neuen Wirkstoffen, zur Verfügung stellen. So erhöhen sich die Chancen, wirksame Medikamente für unterschiedliche Krebsarten zu finden.   Mittlerweile gibt es solche Tumorbanken an sieben Kliniken in Deutschland.

Neues Frauen-Mutter-Kind-Zentrum
Viele Projekte also, hinzu kommt noch ein Großprojekt am Klinikum selbst: Zum Jahreswechsel wird die Frauenklinik in das neugebaute  Frauen-Mutter-Kind-Zentrum am Klinikum Kassel umziehen. „Es ist mir wichtig, dass es ein Frauen-Mutter-Kind-Zentrum ist. Wir haben dann endlich kurze Wege zwischen Frauenklinik und Kinderklinik“, sagt Professor Dr. Thomas Dimpfl.

Ein Ehrenamt und ein Kongress
Er wurde im Oktober 2010 Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und im Jahr 2012 folgt das Amt des Präsidenten. Eine große Ehre, die nicht nur Öffentlichkeit und Arbeit, sondern 2014 auch einen riesigen Gynäkologenkongress mit 4.000 Teilnehmern mit sich bringt. „Wir prüfen gerade, ob dieser Kongreß in Kassel stattfinden kann,“ sagt der künftige Präsident. Eigentlich kann es daran keine Zweifel geben, bei der Energie und Umtriebigkeit des künftigen Präsidenten, der sich beim Tennis oder Fussball oder beim Laufen mit Labrador-Dame Paula entspannt.

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