Fit für die neue Saison? KSV-Chef Jens Rose im Interview

sport1Jérôme: Jens Rose, wie hat sich der KSV nach dem verpassten Aufstieg für die neue Saison aufgestellt?

Rose: Wir gehen mit frischem Elan und großer Begeisterung in die neue Regionalligasaison. Mit Ulm, Mannheim und Darmstadt haben wir drei ehemalige Bundesligavereine in unserer Klasse. Damit sind mehr echte Traditionsvereine vertreten als in der letzten Saison. Beim ersten Heimspiel, am 23. August im Auestadion, werden über Tausend Anhänger von Waldhof Mannheim erwartet. Mit der zweiten Mannschaft in der Oberliga haben wir direkt unter der ersten Mannschaft ein leistungsstarkes Team. Die erste und zweite Männermannschaft sind die am höchsten spielenden Kasseler Fußballmannschaften. Mit den regionalen Derbys der zweiten Männermannschaft gegen Lohfelden, Vellmar und Baunatal ist viel Zündstoff in der Hessenliga. Durch den Umzug der Geschäftsstelle in die Frankfurterstr. 132 sind wir nun in unmittelbarer Nähe zum Auestadion und können damit unsere Mitglieder, Kunden und Fans besser betreuen.

Jérôme: Wie schätzen Sie das Potenzial der Mannschaft ein?

Rose: Die Einschätzung in der Liga fällt mir persönlich schwer, ich denke jedoch, dass die Mannschaft stark genug ist, um im ersten Drittel der Tabelle mitzuspielen. Da die Mannschaft jedoch ziemlich durcheinandergewürfelt wurde, denke ich, dass die Stärken und das Zusammenwirken erst in der Rückrunde voll zum Tragen kommt. Die zweite Männermannschaft sollte den Klassenerhalt verwirklichen. Im Jugendbereich ist der Aufstieg für die A und die B-Jugend in die Oberliga die Zielvorstellung. Unsere Damen wollen die erreichten Klassen halten.

Jérôme: Wie kann man neue Begeisterung für den Verein wecken?

Rose: Der KSV Hessen Kassel ist ein Traditionsverein und steht für Werte unserer Gesellschaft. Das allein schon in Verbindung mit dem überregionalen Bekanntheitsgrad zeigt wie wichtig die Unterstützung durch die Bevölkerung und den Mittelstand ist. Die beiden höchsten Zuschauerzahlen in der gesamten Regionalliga Süd in der letzten Saison mit 11 000 gegen den FSV Frankfurt und 17 000 gegen Bayern München 2 zeigen, welches Potenzial in diesem Verein und der Region steckt. Das modernisierte Auestadion erweckt bei Gegnern und in der eigenen Region Respekt und Anerkennung. Für jeden Fußballer aus der Region muss es das Ziel sein, in diesem Stadion zu spielen. Diese Region will den Erfolg im Fußball und trotzdem muss man sich den sportlichen Erfolg mit langem Atem und wirtschaftlichen Augenmaß erarbeiten. Auf dem Friedhof derer, die sich den sportlichen Erfolg erkaufen wollten, liegen schon zu viele Traditionsvereine.

Jérôme: Fahren Sie schon VW?

Rose: Meinen ersten Käfer habe ich mir vor 25 Jahren aus drei Käfern zusammengebaut, selbst lackiert und zu den Auswärtsspielen des KSV eingesetzt.Mein letzter Wagen war auch ein VW, allerdings ein Phaeton 10 Zylinder Diesel. Ein klasse Auto.

Jérôme: Wie beurteilen Sie das Aussteigen Gökers? Die ganze Situation um die Person und die Handlungsweisen sind für mich nicht verständlich und haben doch leicht groteske Züge angenommen. Vielleicht ist es für Herrn Göker und für den Verein das Beste, dass jeder seinen eigenen Weg geht.

Jérôme: Was hat sich durch den neuen Hauptsponsor verändert?

Rose: Das Risiko eine Zeit lang ohne Hauptsponsor jedoch mit Trikots „Arm – aber sexy“ aufzulaufen, ist schon recht mutig. Der Einstieg von Volkswagen ist da natürlich ein absolter Glückstreffer. Es gibt aus Markensicht kaum eine bessere Symbiose als Volkswagen und Volkssport Fussball. Der Werbeeffekt im Fußball ist sechsmal höher als bei jeder anderen Sportart. Dazu möchte ich mich auch noch mal ganz besonders bei dem Werksleiter von Volkswagen Kassel, Herrn Dr. Becker, und all seinen Mitstreitern bedanken, die an der Verbindung VW und KSV gearbeitet haben und den Verein jetzt auch im Tagesgeschäft unterstützen.

Jérôme: Haben sich alle Neuzugänge gut eingefunden?

Rose: Die Jungs passen gut zusammen. Das haben mir die Spieler der Mannschaft versichert und das zeigt sich auch im täglichen Miteinander. Sie werden das Trikot des KSV mit Stolz tragen und alles dafür geben, dass sich auch der sportliche Erfolg einstellt.

Jérôme: Sind weitere Zukäufe geplant?

Rose: Wir stehen nicht unter Zugzwang. Sollten wir in der Winterpause feststellen, dass aus unterschiedlichsten Gründen an der einen oder anderen Position eine Verstärkung notwendig ist, dann sind wir finanziell und sportlich dazu bereit. Der zusätzliche Einsatz von Kapital ergibt aber nur dann einen Sinn, wenn wir sportlich noch ein Ziel erreichen können.

Jérôme: Wie sehen Sie Mirco Dickhaut in seiner Rolle als Trainer?

Rose: Er ist vom Typ her jemand, der sich im Fußball alles auf dem Platz erarbeitet hat. Deshalb hat er so viele Bundesligaspiele für Bochum und Frankfurt gespielt. Ich sehe ihn mit dem gleichen Einsatz an der Mannschaft arbeiten. Das hat er im letzten Jahr auch schon bei der zweiten Mannschaft gezeigt, die als Aufsteiger in die Landesliga gleich wieder aufgestiegen ist. Deshalb hat er unser Vertrauen und braucht, wie auch seine Mannschaft, die Unterstützung durch das Publikum und unsere Fans.

Jérôme: Was können wir in Zukunft vom KSV erwarten?

Rose: Die Planung des Vereines ist darauf ausgelegt, dass wir in den nächsten drei Jahren in die dritte Bundesliga aufsteigen und das sportliche Aushängeschild für diese Fußballregion Nordhessen bleiben. Wir wünschen uns auch für die Zukunft, dass gerade der Weg den wir in der Fanbetreuung gehen weitere Früchte trägt. Die Fans verhalten sich absolut vereinstreu und ich bin als Vorsitzender des KSV Hessen Kassel stolz auf unsere Fans und unsere Fankultur.

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