Nach Abraham-Sieg: Olli Pocher im Jérôme-Interview

Freude über den Sieg: Oliver Pocher und Arthur Abraham. Foto: Mario Zgoll

Freude über den Sieg: Oliver Pocher und Arthur Abraham. Foto: Mario Zgoll

Zahlreiche Prominente und über hundert Kasseler Boxfans und Freunde von IBF-Boxweltmeister Arthur Abraham kamen am 8. November nach Bamberg, um Abrahams Weltmeisterschaftskampf im Mittelgewicht gegen den Pflichtherausforderer Raul Marquez zu sehen. In der ausverkauften Bamberger JAKO-Arena zeigte King Arthur vor 6000 begeisterten Zuschauern seine Kampfstärke. Herausforderer Marquez hatte nicht den Hauch einer Chance und gab schwer gezeichnet und völlig entkräftet nach der sechsten Runde auf.

Für King Arthur Abraham war der 28. Sieg im 28. Kampf (23 K.o.) ein ganz besonderer. Zum einen, weil er in seiner Heimatstadt auf viel Unterstützung zählen konnte, und zum anderen, weil der König diesmal einen Hofnarren dabei hatte, der ihm den Weltmeistergürtel in den Ring trug. TV-Comedien und Entertainer Oliver Pocher leistete dem König als Gürtelträger moralischen Beistand und versuchte, den Gegner im Vorfeld mit bösen Blicken einzuschüchtern. Vielleicht war Pocher der Grund, warum Arthur Abraham nicht wie sonst die ersten Runden defensiv startete, sondern gleich in die vollen ging.

Ab Runde eins zeigte er Marquez, wer der König im Ring ist. Der Plan, dem Amerikaner von Anfang an zu zeigen mit wem er es zu tun hatte, ging auf. Bereits Ende der ersten Runde war das Gesicht des 37-jährigen Marquez stark gerötet. Er versuchte zwar in der zweiten Runde das Tempo zu erhöhen, doch Abrahams Deckung stand fest wie eine Burgmauer und so konnte Marquez keine Lücke finden.

Ab Runde drei legte Arthur Abraham richtig los und deckte Marquez mit explosiven Schlägen gegen Körper und Kopf ein. Zwei harte Rechte von Abraham und ein Cut über Marquez‘ Auge öffnete sich. Diese Chance nutzte Abraham und drehte noch einmal richtig auf. Er deckte seinen Gegner wieder und wieder mit knallharten Schlägen ein. Der K.-o.-Sieg lag in der Luft, doch Marquez rettete sich in die Pause und Trainer und Ringarzt beendeten den Kampf wegen des Cuts.

„Ich war enttäuscht, dass es nicht weiterging,“ sagte Abraham, „ich wollte in der siebten Runde richtig loslegen und meinen Fans ein spektakuläres Ende bieten.“ Doch die Enttäuschung hielt nicht lange an, ein Sieg ist schließlich ein Sieg und auch ein technischer K.-o.-Sieg bleibt ein K.-o.-Sieg. Bei der anschließenden Siegerehrung feierte auch Oliver Pocher mit King Arthur im Ring.

Wie es mit dem weiterhin ungeschlagenen Boxweltmeister weitergeht, zeigt sich in den nächs-ten Wochen. Das Angebot gegen Felix Sturm zu kämpfen steht, doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Auch Arthur Abrahams Berater Jörg-Friedrich Schmidts von der Kasseler Agentur Schmidt zeigte sich begeistert über den Kampf: „Wir haben einmal mehr einen schönen Abend mit Arthur Abraham und vielen Kasseler Box-freunden verbracht. Nun hoffen wir alle auf die großen Duelle gegen Felix Sturm und Kelly Pavlik im nächsten Jahr.“ Für viele Boxfans wäre es der Kampf des Jahres und auch Abraham kann es kaum erwarten, Sturm vor die Fäuste zu bekommen.

pocher-goldmannJérôme: Wie war es, King Arthur Abraham den Weltmeistergürtel in den Ring zu tragen und dabei dem Gegner böse Blicke zuzuwerfen?

Pocher: Das war schon ganz interessant und aufregend. Der Gegner hat allerdings nur Blickkontakt zu Arthur gesucht, weniger zu mir, von daher musste ich gar nicht mehr groß eingreifen.

Jérôme: Arthur hat im Vorfeld bereits erwähnt, dass der Gürtel sehr schwer ist und leichte Zweifel daran gehabt, dass Du genug Kraft in den Armen hast, um die lange Strecke mit Gürtel über dem Kopf durchzuhalten. Und tatsächlich hast Du ihn ein paar Mal herunter genommen. Hat der Saft in den Armen doch nicht ausgereicht?

Pocher: Nee, das war Anweisung. Während der Hymne musste ich ihn nicht hochhalten, hab‘ ihn aber sozusagen freiwillig noch mal während der Deutschland-Hymne hochgehoben. Aber es gab klare Anweisungen: Reintragen, hochhalten, im Ring noch einmal hochhalten, dann entspannen und gegebenenfalls zur Hymne noch mal hochhalten. Das hab ich alles erfüllt.

Jérôme: Wie hat Dir das Ende des Kampfes gefallen?

Pocher: Also am Ende ist ja das einzig Wichtige, dass er gewonnen hat. Spektakulärer wäre sicher der K.o. gewesen. Den gab es ja leider diesmal nicht, aber gut. Jetzt schauen wir mal, ob es demnächst gegen Felix Sturm geht.

Jérôme: Meinst Du, der Kampf kommt — und trägst Du dann wieder Arthurs Gürtel?

Pocher: Wenn er kommt, auf jeden Fall. Das liegt auf der Seite von Sturm. Ich glaube, wir AbraHämmer wollen es auf jeden Fall sehen.

Teilen, drucken, mailen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.