Chrizzi Heinen erhält den Förderpreis Komische Literatur 2020

Chrizzi Heinen, Autorin von Erzählprosa und Hörspielen, bildende Künstlerin, Kuratorin und promovierte Musikwissenschaftlerin, erhält im Jahr 2020 den Förderpreis Komische Literatur. Dies gab Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle jetzt bekannt. Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wird auf Vorschlag von Verlagen durch die Stadt Kassel und die Stiftung Brückner-Kühner verliehen. Der Preis geht an Autoren und Autorinnen, die sich noch in einer relativ frühen Phase ihres literarischen Schaffens befinden und auf hohem künstlerischen Niveau das Komische gestalten.

Chrizzi Heinen erhält im Jahr 2020 den Förderpreis Komische Literatur. Foto: Heiko Marquardt

Chrizzi Heinen erhält im Jahr 2020 den Förderpreis Komische Literatur. Foto: Heiko Marquardt

40 Verlage hatten Vorschläge eingereicht. Der in Berlin ansässige Satyr Verlag brachte seine Autorin Chrizzi Heinen mit ihrem 2019 erschienenen Debütroman „Am schwarzen Loch“ ein und konnte den Stiftungsrat damit überzeugen. Der Förderpreis wird gemeinsam mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergeben, der, wie bereits gemeldet, für das Jahr 2020 Heinz Strunk zugesprochen wurde.

Die öffentliche Preisverleihung findet am 29. Februar 2020 im Kasseler Rathaus statt. Die Laudatio auf Chrizzi Heinen hält ihr Verleger Volker Surmann. Die Kasseler Sparkasse unterstützt auch diesmal großzügig den Förderpreis.

Mit der Preisverleihung wird das Festival „Kasseler Komik-Kolloquium“ eröffnet, das bis zum 7. März mit Lesungen, Bühnenkunst, Ausstellung und wissenschaftlicher Fachtagung von der Stiftung Brückner-Kühner veranstaltet wird. Chrizzi Heinen wird hier am 6. März auch noch einmal gemeinsam mit Kirsten Fuchs und Thomas Kapielski, Preisträger vergangener Jahre, lesen. Näheres hierzu unter www.komik-kolloquium.de

Begründung
In seiner Eigenschaft als Jury begründet der Stiftungsrat seine Entscheidung für Chrizzi Heinen wie folgt: „Chrizzi Heinen hat mit ihrem Roman „Am schwarzen Loch“ ein ganz außergewöhnliches Debüt vorgelegt. Vielseitig, witzig und gewitzt entfaltet die Autorin hier die skurrile Idee, ein schwarzes Loch zum Handlungsträger zu machen. Durch dieses Loch getrieben werden Themen wie Großstadtmilieus, musikalische Subkulturen, Wissenschafts- und Kunstbetrieb, Freundschaft, Liebe und Tod mit immer wieder anderen, überraschenden Sprachspielen. Das parodistisch bis grotesk Komische federt dabei eine tiefe Melancholie ab. Wie der Roman liefert auch Heinens subversives „Vakant“-Verlagsprogramm mit seinen imaginären Titeln einen starken und aktuellen Beitrag zur literarischen Hochkomik.“

Chrizzi Heinen,
wurde in Köln geboren und studierte dort Musikwissenschaften, Philosophie und Musiktherapie. 2012 promovierte sie mit einer musikwissenschaftlichen Arbeit über Berliner Experimental- und Musikkulturen. Neben ihrem Schreiben widmet sie sich der künstlerischen Arbeit an Zeichnungen und Gemälden, organisiert Ausstellungen, komponiert, produziert Hörspiele und wirkte in diversen Musikprojekten mit. Im März 2019 erschien ihr erster Roman „Am schwarzen Loch“ im Satyr-Verlag; ein zweiter Roman ist in Vorbereitung. Seit Juni 2019 ist sie Leiterin und künstlerische Kuratorin des durch den Vakant-Verlag initiierten „Instituts für Imaginäre Literatur“ in Berlin, wo sie seit 2005 auch lebt.

Der Förderpreis Komische Literatur
zum „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ wurde bislang folgenden Personen verliehen: Frank Schulz (1999), Jochen Schmidt (2004), Tilman Rammstedt (2005), Jess Jochimsen (2006/2007), Philipp Tingler (2008), Michael Stauffer (2009), Rebekka Kricheldorf (2010), Jan Neumann (2011), Tino Hanekamp (2012), Wolfram Lotz (2013), Arno Camenisch (2015), Kirsten Fuchs (2016), Ferdinand Schmalz (2017), Dagmara Kraus (2018) und zuletzt Jakob Nolte (2019).

Die Jury bzw. der Stiftungsrat
besteht aus dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape (Vorsitz), der Leiterin von S. Fischer Theater und Medien Friederike Emmerling, der Lektorin Dr. Renate Jakobson, dem Literatur- und Medienwissenschaftler sowie Dichter Christian Maintz, dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wirth sowie Dr. Thomas Wohlfahrt, dem Direktor des Hauses für Poesie in Berlin.

Die Stiftung Brückner-Kühner
vergibt seit 1985 den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ sowie seit 2004 regelmäßig auch den „Förderpreis Komische Literatur“. Die Stiftung wurde von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner (beide 1921–1996) ins Leben gerufen und ist heute ein Literaturzentrum für die Kultur des Komischen, für zeitgenössische internationale Poesie sowie für die Erinnerung an Werk und Leben des Stifterpaares in dessen Wohnhaus. Geschäftsführender Kurator der Institution ist der Literaturwissenschaftler Dr. Friedrich Block. Näheres zum Engagement der Literaturstiftung unter www.brueckner-kuehner.de.

Teilen, drucken, mailen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.