Jérôme Kassel

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Die Kunst zu sammeln. Die Städtische Kunstsammlung in Kassel

18. Mai 2018 | Von | Kategorie: Stadt 

Von Fürstenbildnissen und romantischer Landschaftsmalerei bis zur documenta-Kunst: Die Städtische Kunstsammlung Kassel spannt einen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart und umfasst sowohl lokal bedeutsame Werke als auch Kunst mit internationaler Strahlkraft. Die Sonderausstellung »Die Kunst zu sammeln« vom 18. Mai bis 23. September 2018 in der Neuen Galerie rückt nun erstmals die Geschichte des Städtischen Kunstbesitzes in den Fokus. Sie veranschaulicht die Anfänge durch Stiftungen im 19. Jahrhundert und zeigt auf, wie die Sammlung ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt.

Neue Galerie Foto: MHK

Was haben August von der Embde und Christo gemeinsam? Von beiden Künstlern sind Werke in der Kunstsammlung der Stadt Kassel. Doch wie kamen sie dorthin und was wird überhaupt gesammelt? Bereits Ende des 19. Jahrhunderts stifteten Kasseler Bürgerinnen und Bürgern, allen voran Gräfin Louise Bose, der Stadt Kunstwerke und legten so den Grundstein für die Städtische Kunstsammlung. Erste städtische Ankäufe 1913 berücksichtigten besonders Hessische Künstler, aber auch Werke der französischen Moderne wurden systematisch erworben.

Nach Präsentationen von Teilbeständen wurde die Kunstsammlung 1921 im Weißen Palais am Friedrichsplatz zum ersten Mal geschlossen ausgestellt. Seit 1976 befindet sich die »Sammlung der Gemälde und Skulpturen seit 1800« zusammen mit der Staatlichen Kunstsammlung in der Neuen Galerie.

Die Sonderausstellung thematisiert die vielfältigen und umfangreichen Bestände der Städtischen Kunstsammlung und erzählt faszinierende Geschichten. Dabei gibt es Künstlerinnen und Künstler zu entdecken, deren Werke teilweise nach vielen Jahrzehnten wieder zu sehen sein werden. Viele Künstler haben sich zudem intensiv mit der Stadt und ihrer Geschichte auseinandergesetzt oder direkt in das urbane Umfeld eingegriffen.

Zu sehen sind Sammlungsschwerpunkte wie die Kasseler Kunstakademie, die Willingshäuser Malerkolonie oder die Erwerbungen aus vergangenen documenta-Ausstellungen. Daran sichtbar wird auch, wie sich die Sammlung im Laufe der Zeit verändert hat, verschiedene Standorte durchlief und ständig weiterwächst. Es werden die Auswirkungen der nationalsozialistischen Herrschaft auf die Sammlung und die Bestrebungen der Nachkriegszeit Verluste auszugleichen und die lokale Kunstszene zu fördern, aufgezeigt. Zusätzlich erhalten die Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Sammlungsarbeit, Forschung und Restaurierung und können so ganz unterschiedliche Aspekte der Städtischen Kunstsammlung erleben.

In der Ausstellung tritt Vergessenes zu Tage und Bekanntes wird aus einem neuen Blickwinkel betrachtet: Es gibt viel zu entdecken!

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Beiträgen von Dorothee Gerkens, Henrike Hans, Elena Pinkwart und Gesa Wieczorek. Alle in der Ausstellung präsentierten Werke sind abgebildet. In Essays und Einleitungen in die Katalogteile wird die Geschichte der Städtischen Kunstsammlung von der Bose-Stiftung im 19. Jahrhundert bis zu den aktuellen documenta-Ankäufen anschaulich vermittelt. Der Katalog ist für 19,80 Euro im Museumsshop erhältlich.

Zusätzlich wird ein umfassendes Begleitprogramm zur Ausstellung angeboten.

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