Ein Macher für die Nächstenliebe: Stadtmedaille für Salvatore Di Piazza

„Sie tragen zu einem Klima der Nächstenliebe bei, das unsere Stadt menschlicher, lebens- und liebenswerter macht“ – mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Christian Geselle Salvatore Di Piazza im Rathaus mit der Stadtmedaille ausgezeichnet. Insbesondere die Vorweihnachtsfeier für Obdachlose in der katholischen Kirche St. Familia hat der gebürtige Sizilianer, der seit 60 Jahren in Deutschland lebt, angestoßen und durch seinen Einsatz möglich gemacht.

Stadtmedaille für Salvatore Di Piazza Foto: Bernd Schoelzchen

Stadtmedaille für Salvatore Di Piazza Foto: Bernd Schoelzchen

Di Piazza sei kein Mann des Konjunktivs, sondern der Tat, leitete der Oberbürgermeister seine Laudatio ein. Selbst in Armut aufgewachsen, sei er zu einem Macher geworden. Beruflich habe Di Piazza schon bald seine ursprüngliche Tätigkeit in der Industrie hinter sich gelassen und den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Unter anderem betrieb er ein Kino und eine Eisdiele, bevor er dann mit einer Pizzeria in der Friedrich-Ebert-Straße richtig durchgestartet sei.

Mehr als 50.000 Euro für soziale Einrichtungen, Projekte und Initiativen
Darüber hinaus war er aber auch ehrenamtlich aktiv und rief gemeinsam mit Familie und Freunden unterschiedliche Benefiz-Veranstaltungsformate ins Leben. So fand auf seine Initiative hin 1981 das erste „Deutsch-Italienische Freundschaftsfest“ in Kassel und Vellmar statt. Innerhalb von rund 30 Jahren habe die generationen- und nationenübergreifende Veranstaltung einen Gewinn von über 50.000 Euro erzielt, der sozialen Einrichtungen, Projekten und Initiativen zugutekam. Dabei war es Di Piazza selbst, der maßgeblich zur Stimmung der Feste beitrug: „Mit Ihren Gesangsqualitäten und dem sizilianischen Temperament konnten Sie die Gäste jedes Mal aufs Neue bestens unterhalten“, sagte der Oberbürgermeister.

Aus einer zufälligen Begegnung entstand 1993 die Idee zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung für bedürftige und obdachlose Menschen in der Vorweihnachtszeit. Mit Herzblut sei Di Piazza gemeinsam mit seiner Frau ans Werk gegangen, habe die Werbetrommel gerührt, Flyer gedruckt sowie Essen und Getränke organisiert. Bis 2018, also 25 Jahre lang, habe er das Fest „mit seiner italienischen Herzlichkeit und Gastfreundschaft organisiert und gestaltet“. Im Durchschnitt zwischen 100 und 150 Menschen durften bei Kaffee und Kuchen, Pizza, Livemusik, Zaubershows und guten Gesprächen einen schönen Nachmittag verbringen. Abschließend wurden noch Lebensmittel und warme Kleidung ausgeteilt.

Weihnachtsfeier findet auch in diesem Jahr statt
Kurz vor seinem 80. Geburtstag habe Salvatore Di Piazza nun beschlossen, sich zurückzuziehen. Passend zur Vorweihnachtszeit hatte der Oberbürgermeister jedoch eine Überraschung im Gepäck. Denn der Wunsch Di Piazzas, dass sein Herzensprojekt weiterbestehe, werde wahr. Ohne sein Wissen seien Menschen aktiv geworden, damit die Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige auch in diesem Jahr wieder stattfinden kann.

„Wir sind sehr, sehr dankbar für das, was Sie unserer Stadt und den Menschen Gutes getan haben“, schloss der Oberbürgermeister. Die Stadtmedaille, die er auf Antrag des Ausländerbeirats und bei Zustimmung aller Fraktionen überreichen dürfe, sei die verdiente Anerkennung für sein Wirken.

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