Eine Partitur kehrt nach Hause

Partitur von Luise Gregers Gänseliesel ist fertig

Genau zwei Jahre nach dem sensationellen Fund des Aufführungsmaterials des Märchenspiels „Gänseliesel“ von Luise Greger in der Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel liegt nun die nach diesen Stimmen erstellte Partitur vor. Nach einem außergewöhnlichen Entstehungsprozess wurde gestern in der Hauptstelle Kassel der Volksbank Kassel Göttingen die fertiggestellte Partitur der Öffentlichkeit präsentiert.

vlnr: Wolfgang Osse, Vorstandsmitglied der Volksbank Kassel Göttingen Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Dr. Helmuth Greger, Dr. Eva SchulzJander, Vorstand des Kasseler Kultur Forums, die musikwissenschaftliche Projektleiterin Dr. Angelika Horstmann und Renate Matthei, Geschäftsführerin des Furore Verlags, bei der Präsentation der Partitur des „Gänseliesel“. Foto: Ulf Schaumlöffel

vlnr: Wolfgang Osse, Vorstandsmitglied der Volksbank Kassel Göttingen Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Dr. Helmuth Greger, Dr. Eva Schulz-Jander, Vorstand des Kasseler Kultur Forums, die musikwissenschaftliche Projektleiterin Dr. Angelika Horstmann und Renate Matthei, Geschäftsführerin des Furore Verlags, bei der Präsentation der Partitur des „Gänseliesel“. Foto: Ulf Schaumlöffel

Bei der Begrüßung sprach Vorstandsmitglied Wolfgang Osse von einer Fügung. Dass nach der Fusion mit Göttingen, der Gänselieselstadt, nun auch die Partitur der „Gänseliesel“ von der Volksbank Kassel Göttingen finanziell unterstützt wurde, sei fast schon selbstverständlich. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann betonte die Bedeutung der Komponistin Luise Greger: „Nicht nur ich halte Luise Greger für eine außergewöhnlich talentierte Komponistin und eine ganz herausragende Persönlichkeit, auch deutschlandweit fand sie große Anerkennung. In einem Zeitungsartikel der Kasseler Post zu ihrem 70. Geburtstag am 27. Dezember 1932 wurde sie als „Deutschlands bedeutendste lyrische Tondichterin der Gegenwart“ gewürdigt.“ Weiter sagte sie, dass es sie sehr freuen würde, wenn die Gänseliesel nun endlich in ihrer Geburtsstadt Kassel – in der sie erstellt worden ist – in vollem Umfang erklingen würde. Für den Vorstand des Kasseler Kultur Forums sprach Dr. Eva Schulz-Jander. Der gemeinnützige Verein engagiert sich seit mehr als 10 Jahren für das musikalische Erbe von Luise Greger. Es war die Rede von einer langen und passionierten Liebesgeschichte. Schulz Jander freute sich, dass die Kulturstadt Kassel nicht mehr nur die Stadt der Brüder Grimm und Louis Spohrs, sondern nun auch wieder die Stadt von Luise Greger ist.  Dr. Angelika Horstmann, musikwissenschaftliche Projektleiterin, berichtete sehr bildhaft und spannend auch für Laien verständlich, über den Entstehungsprozess der Partitur, über die einzelnen notwendigen Schritte sowie die Abweichungen und Unstimmigkeiten innerhalb des überlieferten Stimmenmaterials, die erst während des Prozesses sinnvoll vereinheitlicht werden mussten.

Stellvertretend für die Familie Greger dankte Dr. Helmuth Greger allen, die dieses Projekt ermöglicht haben. Er sprach davon, dass die Wiederentdeckung der Komponistin Luise Greger ein Glücksfall für die Stadt ist, ihre Musik ein Geschenk an die Mitbürger*innen unserer Region. Ihre Lieder werden sowohl in Deutschland als auch im Ausland aufgeführt. Auch bei der Präsentation erklangen zwei neckische Stücke aus dem Märchenspiel „Gänseliesel“, wundervoll interpretiert von Sopranistin Traudl Schmaderer und Barbara Gabler, die sie am Piano begleitete. Dies machte Lust auf mehr und lässt hoffen, dass es bald eine Aufführung mit Orchesterbesetzung geben wird.

Teilen, drucken, mailen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.