Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Der Winter naht und mit ihm die kalte Jahreszeit. In Kassel leben laut aktuellen Schätzungen rund 200 Menschen, die wohnungslos sind und auf der Straße leben. Um den Bedürftigen etwas Gutes zu tun, hat eine Gruppe von Ehrenamtlichen den Verein Sozialer Zaun Kassel gegründet.

Der Vorstand des Vereins „Sozialer Zaun Kassel e. V.“: Sandra Hilpert-Ketzer, Thomas Ernst, Alf Ketzer, Achim Wiegand, Anina Klengler-Casati, Brigitte Horchler-Wenderoth und Kerstin Benderoth (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Mit Aktionen und der Unterstützung von sozialen Projekten setzt sich der Soziale Zaun für Obdachlose und Bedürftige ein. Initiiert hat das Ganze Sandra Ketzer-Hilpert. Inspiriert hat sie der Soziale Zaun in Darmstadt. „Ich fand die Idee toll und dachte mir, sowas kann man in Kassel doch auch auf die Beine stellen.“

Mit Notwendigem eindecken
Die erste Aktion fand 2017 statt: Es wurden Spenden wie beispielsweise Kleidung, Schlafsäcke und Hygieneartikel aber auch Hundefutter gesammelt, die Spenden wurden am Zaun eines Kasseler Einkaufsmarkts in Tüten angebracht und verteilt. Im Vorfeld wurden Informations-Flyer an Obdachlose und Bedürftige verteilt. „Ich bin in dieser Zeit oft abends in Parks gewesen, habe Schlafstätten von Obdachlosen gesucht und habe die Menschen dazu eingeladen, uns zu besuchen und sich mit notwendigen Dingen des Lebens einzudecken. Mich hat es am Aktionstag zu Herzen gerührt, dass einige Personen den Flyer vorzeigen und beweisen wollten, dass sie sich etwas aus den Tüten nehmen durften“, erzählt Ketzer-Hilpert und fährt fort: „Wir wollten und wollen Gutes tun und zeigen, dass man zwar nicht die ganze Welt verändern kann, aber jeder kann ein Stück für ‚seine‘ Stadt tun und sie ein wenig lebenswerter machen. Die Bereitschaft hinzuschauen, wenn andere schon wieder wegschauen, oder auch gar nichts sehen wollen.“

Auch in den sozialen Netzwerken unterwegs
Nachdem die Kasselerin bei Facebook die Gruppe Sozialer Zaun Kassel gründete, war der Zulauf enorm. Derzeit folgen über 3.500 Freunde auf Facebook und es werden Geld- und Sachspenden gesammelt. In diesem Jahr hat der Verein in Kooperation mit den Fahrenden Ärzte Kassel eine weitere Verteilaktion auf die Beine gestellt und unzähligen Bedürftigen geholfen.

Der Verein steht im regen Austausch mit sozialen Einrichtungen – für 2019 ist unter anderem geplant, eine Einrichtung zu renovieren und auch eine Verteilaktion soll es wieder geben. Die Mitglieder des Vereins führen auch Gespräche – keiner von ihnen ist Sozialarbeiter, sie führen die Gespräche von Mensch zu Mensch. Dies geschieht im Winter und auch während der übrigen drei Jahreszeiten. „Obdachlosigkeit ist kein Schlechtwetterphänomen. Auch während der übrigen Zeit des Jahres sind diese Menschen nicht frei von Problemen, Nöten, Sorgen und Bedürfnissen. Wir unterstützen mit Spenden, wollen ihr Selbstbewusstsein stärken und geben ihnen ein Stück Lebensqualität zurück“, schließt Ketzer-Hilpert.

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