Grünes Licht für digitale Zukunft: Kassel erhält 4,1 Mio. Euro Fördermittel für umweltsensitive Verkehrssteuerung

Das Bundesverkehrsministerium unterstützt die Stadt Kassel mit einer weiteren Förderzusage in Höhe von 4,14 Mio. Euro. Den entsprechenden Bescheid übergab der Kasseler Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels im Auftrag des Bundesministers für Verkehr und Digitale Infrastruktur heute dem für den städtischen Verkehr zuständigen Dezernenten Dirk Stochla.

Grünes Licht für digitale Zukunft: Der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels (links) übergibt den Förderbescheid in Höhe von 4,1 Mio. Euro an Kassels Verkehrsdezernent Dirk Stochla. Foto: Michael Schwab

Grünes Licht für digitale Zukunft: Der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels (links) übergibt den Förderbescheid in Höhe von 4,1 Mio. Euro an Kassels Verkehrsdezernent Dirk Stochla. Foto: Michael Schwab

Die Förderung stammt aus Digitalisierungsmitteln, die für ein Projekt im Rahmen des Sofortprogramms Saubere Luft der Bunderegierung bewilligt wurden. Dieses wird in Kooperation zwischen dem Straßenverkehrs- und Tiefbauamt sowie dem Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel durchgeführt.

Durch Vorbereitungen für eine sogenannte umweltsensitive Verkehrssteuerung sollen die zeitgemäßen technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Einhaltung von gesetzlichen Grenzwerten bezüglich der verkehrsbedingten Luftschadstoffbelastung zu sichern. „Ich freue mich, dass sich der Magistrat der Stadt Kassel so erfolgreich um Zuschüsse des Bundes bemüht. Besonders wichtig finde ich, dass nicht nur technische, sondern auch umweltrelevante Fragestellungen bearbeitet werden“, erklärt Timon Gremmels dazu.

Gleichzeitig wird die Stadt Kassel die direkte Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen ermöglichen. „Damit können die Kasseler Bürger davon ausgehen, dass mit der Markteinführung der entsprechenden Fahrzeuge auch auf städtischer Seite die Infrastruktur vorhanden sein wird, um die zusätzlichen technischen Möglichkeiten auch zu nutzen. Solche Zukunftstechnologien werden künftig aber auch für Busse und Bahnen, für Feuerwehr und Rettungsdienst und natürlich für den Radverkehr eine wichtige Rolle spielen“, erläutert Stadtrat Dirk Stochla.

Konkret werden durch die Förderung folgende Aktivitäten unterstützt:

Beschaffung eines Software-Moduls zur Modellierung der Luftschadstoff-Immissionen,
Ergänzung des Meteorologie-Messnetzes (u.a. für Windrichtung und -stärke),
Finanzierung von projektbezogenem Personal im Bereich Umwelt- und Immissionsschutz,
Installation von 37 Lichtsignalanlagen die den Datenaustausch über den Automotive-Standard IEEE 802.11p ermöglichen,
Umrüstung von Teilen des Kommunikationsnetzes zwischen den Lichtsignalanlagen und der Verkehrsrechnerzentrale auf Lichtwellenleiter für einen breitbandigen Datenaustausch,
Funktionale Erweiterung der Software in der Rechner-Zentrale des Verkehrsmanagementsystems und Ergänzung geeigneter Schnittstellen.

Hintergrund
Die Stadt Kassel werden bis Ende 2020 insgesamt 60 von knapp 220 Ampel-Kreuzungen im Stadtgebiet technisch so umgerüstet, dass sie künftig mit Fahrzeugen kommunizieren können, um mehr Sicherheit und weniger Schadstoffemissionen zu erreichen. Dabei steht insbesondere auch die künftige technische Sicherstellung der passgenauen An- und Abmeldung von Bussen und Bahnen an Ampeln im Blickpunkt. Die hier nun erfolgte Förderung ist ein wichtiger Baustein um dieses Ziel zu erreichen.

Das Projekt ordnet sich in den von der Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2011 gefassten Beschluss zum systematischen Aufbau eines Verkehrs- und Mobilitätsmanagementsystems (VMMS) in der Stadt Kassel ein.

Die umweltsensitive Verkehrssteuerung wird gelegentlich auch mit anderen Begriffen (z.B. Umweltorientiertes Verkehrsmanagement) bezeichnet. Im Kern geht es darum, in die Lichtsignalsteuerung, in dynamische Zielführungssysteme und ähnliche verkehrssteuernde Einrichtungen umweltrelevante Kenngrößen (z.B. aktuelle Schadstoffwerte in der Luft) einfließen zu lassen. Es findet also die Erweiterung von einer reinen verkehrsabhängigen hin zu einer verkehrs- und umweltdatenabhängigen Verkehrssteuerung statt.

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