Kasseler Musiktage: Ein Traum für Musikfreunde

Künstler von Weltrang sind vom 25. Oktober bis zum 11. November zu Gast

Janine Jansen ist eine der international führenden Geigerinnen. Am 1. November spielt sie in der Kasseler Stadthalle. Foto: nh

Janine Jansen ist eine der international führenden Geigerinnen. Am 1. November spielt sie in der Kasseler Stadthalle. Foto: nh

Die Kritiker überschlagen sich vor Lob, das Publikum ist zu Beifallsstürmen hingerissen. Auslöser dieser Begeisterung ist die niederländische Geigerin Janine Jansen, die man getrost einen Weltstar der Klassik nennen darf. Am 1. November wird sie bei den Kasseler Musiktagen das berühmte Violinkonzert von Max Bruch aufführen. Am Pult des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin steht Paavo Järvi, der zu den erfolgreichsten Dirigenten im internationalen Musikleben zählt. Jansen und Järvi – ein Dream Team für Klassikfreunde und alle, die es werden wollen.

Mit Künstlern von Weltrang und den ausgesuchten Programm-Kreationen des künstlerischen Leiters Dr. Dieter Rexroth versprechen die Kasseler Musiktage wieder eindringliche Erlebnisse. Das traditionsreiche Festival startet am 25. Oktober mit dem Konzerthausorchester Berlin und der Dirigenten-Legende Michael Gielen. Man darf gespannt sein, welche Facetten der weise Meisterdirigent Gielen in beliebten Werken von Schubert (Sinfonie Nr. 4, die „Tragische“), Schönberg („Verklärte Nacht“) und Schumann („Frühlingssinfonie“) entdecken wird. Ihren Ausklang finden die Kasseler Musiktage dann am 11. November. Furiose Barockklänge werden die Kasseler Martinskirche erfüllen beim Auftritt von La Stagione Frankfurt und der Sopranistin Ana Maria Labin.

Grande Dame
Zwischen dem 25. Oktober und dem 11. November geben sich hochkarätige Musiker in Kassel gewissenmaßen die Klinke in die Hand. Elisabeth Leonskaja, die Grande Dame des Klavierspiels, ist ebenso dabei wie die für ihren originellen, tiefgehenden Stil bekannte junge Pianistin Dina Ugorskaja, die in Beethoven-Sonaten sicher viel tönende Philosophie zum Klingen bringen wird. Schon im Vorjahr hat die amerikanische Geigerin Tai Murray bei den Kasseler Musiktagen begeistert – sie wird es in diesem Jahr gewiss wieder, wenn sie Kammermusik von Bach und Beethoven interpretiert und mit den „Six Melodies“ die betörend zarte Seite des Neutöners John Cage zeigt.

Neue Wege
Schlagzeug-Fans erwarten gespannt das Konzert des Ensembles Percussion Cycle Berlin mit Shengnan Hu, die im Sommer 2008 bei den Olympischen Sommerspielen als Solistin der Abschlusszeremonie Furore machte. Nicht weniger Interessantes verspricht das Hannoveraner Treppenhausorchester, ein Orchester aus Musikstudenten und jungen Profis, die eigene Wege in der Musikvermittlung beschreiten und mit einer Mischung aus Orchester, Drama und Lounge unverwechselbare Musik-Theater-Abende schaffen.

Auch die heimische Musikszene wird sich von ihrer besten Seite präsentieren: Das Kammerorchester Louis Spohr macht sich unter anderem für den Avantgardisten Iannis Xenakis stark, während die faszinierende Pianistin Ji-Youn Song Modernes von John Cage und Romantisches von Robert Schumann mixt. Zu französischen Impressionen entführen Dozenten und Studierende der Musikakademie, außerdem gibt es ein Wochenende für Kassels Musikhelden Louis Spohr.

Hochkarätige Quartette
Neben den Orchesterkonzerten und Klavier-Rezitalen zelebrieren die Kasseler Musiktage ein Genre, das vielfach als die „höchste“ und „geistigste“ Gattung der Kammermusik gilt: das Streichquartett. Das Gringolts Quartett und das Joachim Quartett Berlin konfrontieren an zwei Abenden Spitzenwerke aus der ersten musikalischen Blütezeit Wiens – Stücke von Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert – mit Uraufführungen von Werken der prominenten zeitgenössischen Komponisten Jens Joneleit und Jan Müller-Wieland.

Woher das Joachim Quartett seinen Namen hat? Von dem berühmten Geiger und Brahms-Freund Joseph Joachim (1831–1907). Außergewöhnlich hochkarätig ist dieses Ensemble besetzt. Alle Musiker sind Preisträger der bedeutendsten internationalen Wettbewerbe und unterrichten nun als Professoren an der Universität der Künste Berlin, der Nachfolge-Institution der von Joseph Joachim einst ins Leben gerufenen Berliner Musikhochschule. Der Kasseler Auftritt von Viviane Hagner, Latica Honda-Rosenberg, Hartmut Rohde und Jens-Peter Maintz am 6. November wird gewiss ein Traum für Kammermusik-Enthusiasten.

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