Making-of Märchenweihnachtsmarkt

So bereitet sich Kassel alljährlich auf das große Fest vor
Weihnachten steht vor der Tür. Die große Nordmanntanne auf dem Kasseler Königsplatz ist festlich geschmückt, um sie herum verteilen sich Gastronomie, Handwerks- und Verkaufsstände, gut gelaunte Menschen tummeln sich dicht gedrängt die Obere Königsstraße entlang bis zum Friedrichsplatz. Auch hier herrscht reges Treiben, wie in jedem Jahr zum Kasseler Märchenweihnachtsmarkt. Zwei Wochen vor der Eröffnung beginnt der Aufbau von all dem, doch die Vorbereitungen starteten bereits im Oktober des Vorjahres. Ein Making-of.

Blick über den Kasseler Märchenweihnachtsmarkt. Fotos: Kassel Marketing GmbH, Paavo Blåfield

Sie möchten dabei sein? Ein eigener Stand im nächsten Jahr? Bewerben Sie sich! Seit Oktober sind die Plätze auf dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt 2019 bereits ausgeschrieben. Bis zum 31. März muss Ihre Interessenbekundung bei Kassel Marketing eingegangen sein. Die Plätze sind limitiert, in 2018 sind 130 Stände vorgesehen. Eine Zahl, die sich von Jahr zu Jahr nur geringfügig ändert, abhängig von Obelisken oder anderen documenta-Bauwerken. 2019 wird sie also ähnlich ausfallen und wie immer werden rund 400 Bewerbungen dafür eingehen, aus denen eine Auswahl zu treffen ist.

Rund 400 Bewerbungen
Keine leichte Aufgabe für Andrea Behrens, Bereichsleiterin Events bei Kassel Marketing, und ihr Team. „Schausteller, Händler, Kunsthandwerker und Gastronomen bewerben sich jedes Jahr aufs Neue und wir schauen uns wirklich jede Bewerbung an“, sagt sie.

Ein gutes Dutzend Länder als Zielmarkt
Möglichst zeitnah müssen die Verträge unter Dach und Fach sein, denn bereits im Mai beginnt die Vermarktung für den Kasseler Weihnachtsmarkt in der einschlägigen Presse. Verantwortlich hierfür ist Lars Reichert, der mit seinen Kollegen nicht nur Anzeigen für den Weihnachtsmarkt vorbereitet und in einem guten Dutzend Ländern schaltet, sondern auch Werbebroschüren gestaltet und in Deutschland und im benachbarten Ausland zur Auslage bringt. Auch auf Messen wie der eat@STYLE in Düsseldorf, Hannover, Essen und anderen Metropolen wirbt Kassel Marketing für das Event. Und natürlich werden auch regional Plakatwände und Medien genutzt.

Internationale Gäste
„Der Märchenweihnachtsmarkt ist touristisch gesehen die größte und wichtigste Veranstaltung für Kassel Marketing“, erklärt Birgit Kuchenreiter, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie verfasst bereits Ende Mai erste Pressetexte, die sie über die Deutsche Zentrale für Tourismus in Deutschland, vor allem aber in Nachbarländern wie Österreich, Schweiz, Belgien und den Niederlanden in Umlauf bringt. „Wir verzeichnen immer mehr Touristen von dort, weil die Tradition der Weihnachtsmärkte in diesen Ländern nicht so ausgeprägt ist oder ganz anders, wie zum Beispiel in der Schweiz“, sagt Kuchenreiter. „Der Weihnachtsmarkt ist ein großer Imagegewinn für die Stadt“, unterstreicht Andrea Behrens. In regelmäßigen Abständen lasse man durch einen unabhängigen Dienstleister Besucherbefragungen vornehmen. Das Feedback sei immer positiv.

Kümmern um Infrastruktur
Wenn die Verträge mit den Standbetreibern unter Dach und Fach sind, kümmert man sich ab Juni um die benötigte Infrastruktur: Strom, Wasser, Container, Bühnen, Gasflaschen, Toiletten und so weiter. Auch die Überbauung der Treppen zur Grünfläche am Friedrichsplatz will frühzeitig geplant sein. Alljährlich ermöglicht sie es, dass auch hier noch Hütten stehen können.

Tassen und Seidel
Weitere Ausstattung wird bestellt: Bereits im September ist das Andruckmuster der Weihnachtsmarkttassen da, das zunächst vom Bereich Logistik und dann vom Bereich Marketing in Augenschein genommen wird. Ist das Muster in Ordnung, wird bestellt: 7.000 Tassen und 20.000 Grimm-Seidel gingen für den Märchenweihnachtsmarkt 2018 in Produktion.

Zwei Tage lang einzeichnen
Während die Casseler Herbst-Freyheit das Team von Kassel Marketing am letzten Sonntag im Oktober noch mal fest im Griff hat, rückt der Weihnachstmarkt immer näher. Die ersten am Veranstaltungsort sichtbaren Anzeichen waren bereits am 3. November zu sehen: Kreidemarkierungen. Zwei Tage lang waren Mitarbeiter von Kassel Marketing unterwegs, um die Standflächen für den Weihnachtsmarkt auf Königs-, Opern- und Friedrichsplatz einzuzeichnen. „Die Flächen sind exakt im Standplan vermerkt und beim Einzeichnen geht es um Zentimeter“, sagt Andrea Behrens. Und wenn es nach zwei Tagen Arbeit heftig regne, könne es schon mal vorkommen, dass man alles noch mal nachzeichnen muss.

Solitär aus Vorgarten
Der große Weihnachtsbaum, in diesem Jahr gespendet von Karin Witt, wurde am 11. November geliefert. 16 Meter ist er hoch und einmal mehr kann man stolz sein, ein schönes Exemplar gefunden zu haben. „Wir achten sehr darauf, dass er aus der Region kommt, sodass keine weiten Transportwege nötig sind“, sagt Andrea Behrens. Sie selbst halte das ganze Jahr über nach geeigneten Bäumen Ausschau, das passiere ganz automatisch. „Schöne Weihnachtsbäume mit einer solchen Länge finden Sie in der Regel nicht im Wald, sondern als Solitäre in Vorgärten“, erklärt sie. Es sei schon vorgekommen, dass sie bei Privatleuten geklingelt und Interesse an ihrem Baum angemeldet habe. Auch mit dem Umwelt- und Gartenamt arbeite man zusammen, dass Hinweise auf gute Bäume liefere.

Erst der Baum, dann die Buden
Hat man den optimalen Baum gefunden, wird ein Transportunternehmen beauftragt, dass ihn abschließend in Augenschein nimmt, um die Transportfähigkeit zu prüfen und die erforderlichen Genehmigungen beim Straßenverkehrsamt einzuholen. Und erst wenn der große Weihnachtsbaum, der alljährlich in Radio-Shows unter die schönsten Hessens gewählt wird, auf dem Königsplatz steht, kann der Aufbau der Buden erfolgen.

Zwei Wochen durcharbeiten
Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Sie kommen sonst nicht mehr durch“, erklärt Andrea Behrens. Auch bei den Ständen verfahre man nach dem Prinzip, die größten zuerst. Gleich am Montagmorgen nachdem der Weihnachtsbaum steht, folgen deshalb zunächst die Königs-Alm, die Weihnachtspyramide und das Käthe Wohlfahrt Haus.

Ab diesem Moment herrscht Trubel entlang der Weihnachtsmarkt-Meile. Von Montag bis Samstag wird durchgearbeitet, zwei Wochen lang, bis zur Eröffnung. Am liebsten würde man auch den Sonntag nutzen, aber da ist Volkstrauertag, da darf man nicht.

Mit Hubsteiger umkreist
Neben den Ständen kommt schließlich die weihnachtliche Deko in Form von tausenden Lichtern, 600 Bäumen und 90 Zentnern Tannengrün. Ebenso 16 große Bäume für den Märchenwald. Der alles überragende Weihnachtsbaum auf dem Königsplatz wird mit 24.000 LEDs geschmückt, wofür er von zwei bis drei Leuten mit einem Hubsteiger umkreist wird, bis die riesige Lichterkette richtig liegt. „Es ist eine Kunst für sich, das so zu machen, dass es gut aussieht“, sagt Andrea Behrens. Es folgen Sicherheitselemente, Toiletten und sonstige Infrastruktur, die für den Betrieb benötigt werden und ein besonderes Highlight für alle Standbetreiber: die Lieferung der Jahrestassen. Am Skaterplatz beim Dock 4 werden sie palettenweise abgeladen und anschließend von den Händlern abgeholt.

Bereit zur Eröffnung
„Wenn zum Ende der zweiten Aufbauwoche alle Stände dekoriert sind, ist das eine schöne Stimmung“, sagt Andrea Behrens. Den Sonntag nutzen noch mal alle zum Durchatmen, bevor der Markt am Montagmorgen um 11 Uhr beginnt. Die offizielle Eröffnung folgt um 16.30 Uhr mit Oberbürgermeister und anderen Lokal-Promis. Gutes Gelingen!

Konrad Bachmann, Holzschnitzer aus Olang, Südtirol, der seitlich der Almhütte auf dem Königsplatz aufgebaut hat. Fotos: Kassel Marketing GmbH, Paavo Blåfield Märchenweihnachtsmarkt Kassel:
26. November bis 30. Dezember 2018
Eröffnung: 26. November, 16.30 Uhr
Infos: www.weihnachtsmarkt-kassel.de

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