Märchenweihnacht: Wo Taler vom Himmel regnen

Foto: Kassel Marketing GmbH

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Es war einmal ein armes, kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, es hatte kein Haus mehr in dem es wohnen, und kein Bett mehr, in dem es schlafen konnte, und nichts mehr auf der Welt als die Kleider, die es auf dem Leib trug, und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein Mitleidiger geschenkt hatte; es war aber gar fromm und gut.“ So beginnt das Märchen „Die Sterntaler“, eine kleine Geschichte über belohnte Barmherzigkeit. Das Waisenmädchen verschenkt seinen spärlichen Besitz an Bedürftige, bis dann Sterne als Silbertaler vom Himmel fallen.

Grimm-Jubiläum
Vor zweihundert Jahren, damals noch unter dem Titel „Das arme Mädchen“, wurde das „Sterntaler“-Märchen in den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm zum ersten Mal veröffentlicht. Am 20. Dezember 1812 erschien die Erstauflage dieser Anthologie, die man inzwischen als Inbegriff einer Märchensammlung auf der ganzen Welt kennt. Im Grimm-Jahr 2013 wird das berühmte Brüderpaar mit vielen Veranstaltungen in Kassel geehrt, doch auch schon auf dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt sind das Konterfei der Grimms und das „Sterntaler“-Mädchen gegenwärtig.

Darüber hinaus werben die Grimms anderswo für den traditionsreichen Weihnachtsmarkt. Dessen Logo, eine rote Weihnachtskugel mit den Profilen von Jacob und Wilhelm Grimm, ist ab Mitte November auf großflächigen Plakaten in mehreren deutschen Städten wie Leipzig, Stuttgart, Dortmund oder Weimar zu sehen, berichtet Angelika Hüppe, Geschäftsführerin der Kassel Marketing GmbH. Auch von einem beachtlichen Erfolg erzählt Hüppe, denn das Fachmagazin „Märkte, Messen, Events“ widmete dem Kasseler Weihnachtsmarkt unlängst eine eigene Rubrik in einem Beitrag über die bekanntesten Weihnachtsmärkte der Welt.

Lichterglanz und gesellige Glühweinstimmung, Kunsthandwerk, Kulinarisches und ein buntes Programm: In diesem Jahr hat der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt besonders viel zu bieten. Neben bewährten Highlights wie der weltgrößten Märchenpyramide oder der Himmelswerkstatt für junge Besucher gibt es mehrere Neuheiten. Erstmals schmückt ein riesiger Adventskalender die Fassade des Rathauses. Hinter jedem der Türchen, die täglich um 17 Uhr feierlich geöffnet werden, verbirgt sich ein weihnachtliches Wintermotiv, das von Kasseler Bürgern fotografiert und von einer Jury ausgewählt wurde.

Frischer Baumkuchen
Eine andere Neuheit ist die Bühne auf dem Königsplatz. Alle zwei Jahre führt Kassel Marketing eine Befragung unter den Besuchern des Weihnachtsmarktes durch. Bei der letzten Umfrage wurde der Wunsch nach einem erweiterten Programm geäußert, das nun unter anderem auf der neuen Bühne verwirklicht wird. Das Angebot dort reicht von festlicher Bläsermusik über Castellos Puppentheater bis zum Gipfeltreffen der Grimmschen Märchenfiguren.

Unter den 130 Ständen findet der Besucher Bewährtes wie die finnische Weihnachtshütte oder die Käthe-Wohlfahrt-Welt mit ihrem traditionellen Weihnachtsschmuck. Daneben laden neue Läden zum Genießen ein, etwa die Märchenkonditorei der Kasseler Bäckerei Streiter, in der täglich Baumkuchen gebacken wird. Bis zum 23. Dezember hat der Weihnachtsmarkt geöffnet, eine Verlängerung, bei der allerdings nicht mehr alle Händler anwesend sind, gibt es vom 27. bis zum 30. Dezember.

Wohl jeder Besucher verbindet mit dem Weihnachtsmarkt seine eigenen Erlebnisse und Geschichten. Doch auch über den Weihnachtsmarkt selbst lassen sich schöne Geschichten erzählen. Zum Beispiel über die Nordmanntanne auf dem Königsplatz. Vor dreißig Jahren stand die damals noch kleine Tanne als Weihnachtsbaum bei dem Ehepaar Ursula und August Wendel in Staufenberg. Der Baum wurde dann in den Garten gepflanzt, wuchs prächtig und schmückt nun als Geschenk an die Kasseler den Königsplatz.

Schülerin als Symbolfigur
Und das „Sterntaler“-Mädchen? Es wird von der 18-jährigen Schülerin Carla Brandt verkörpert und ist als Symbolfigur bei vielen Gelegenheiten auf dem Weihnachtsmarkt anzutreffen. Andrea Behrens, die bei Kassel Marketing als Bereichsleiterin für Veranstaltungen den Weihnachtsmarkt vorbereitet, sagt dazu: „Immer wenn das Thema Märchen eine Rolle spielt, wird Sterntaler zugegen sein.“

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