Städtefreundschaft Kassel-Ramat Gan geht in die nächste Generation

„Es ist wunderbar, dass Ihr heute hier seid als Zeichen dafür, dass diese Städtefreundschaft auch in die nächste Generation getragen wird.“ Mit diesen Worten hat Stadträtin Susanne Völker am Freitag 15 junge Menschen und ihre zwei Begleiter aus Kassels israelischer Partnerstadt Ramat Gan willkommen geheißen. Mit ihnen zusammen ins Rathaus gekommen waren auch ihre deutschen Gastgeber, die im April im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung in Ramat Gan gewesen waren. Auch die Leitungen und der Vorstand der beteiligten Schulen und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Kassel waren vertreten.

Kulturdezernentin Susanne Völker (vorne links) empfing Jugendliche aus Ramat Gan im Rathaus. Foto: Stephan Kaiser

Kulturdezernentin Susanne Völker (vorne links) empfing Jugendliche aus Ramat Gan im Rathaus. Foto: Stephan Kaiser

Susanne Völker ging in ihrer Begrüßung auf die Schoah ein, den millionenfachen Mord und das unermessliche Leid, das Deutsche über Deutsche und andere Europäer jüdischen Glaubens gebracht haben. Leider sei auch Kassel Teil dieses dunklen Kapitels der Geschichte und das Erinnern daran sehr wichtig, „weil solch Unmenschliches nie wieder passieren darf“. Wunderbar sei hingegen, dass seither der Weg der Versöhnung gegangen wurde und Kassel mit Ramat Gan inzwischen seit fast 30 Jahren freundschaftlich verbunden sei, sagte Susanne Völker.

Der Austausch wird von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Kassel, der Albert-Schweitzer-Schule und der Elisabeth-Knipping-Schule organisiert und betreut. Auf dem Programm der Gäste stehen Aktivitäten wie der Besuch des Sara-Nussbaum-Zentrums Kassel, ein Ausflug in den Kletterwald Kassel, Besuche von Sehenswürdigkeiten in Kassel wie der GRIMMWELT und Ausflüge in die Umgebung, darunter an den Edersee. Hinzu kommen ein Besuch der Gedenkstätte „KZ Buchenwald“, der Besuch des „Grenzmuseums Schifflersgrund“ und ein Aufenthalt in Weimar.

Die Städtepartnerschaftsurkunde zwischen Ramat Gan und Kassel wurde im Jahr 1990 unterzeichnet, aber die privaten Kontakte zwischen beiden Städten sind schon sehr viel älter: Seit 1966 gibt es Beziehungen, die hauptsächlich auf das Engagement des „Vereins ehemaliger Kasseler in Israel“ und auf die Deutsch-Israelische Gesellschaft zurückgehen. Die Wirtschaftsmetropole Ramat Gan liegt nahe Tel Aviv und hat über 150.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Gäste aus Ramat Gan sind zwölf Tage lang in Deutschland und fliegen am Sonntag, 25. August, zurück nach Israel.

Teilen, drucken, mailen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.