UNESCO-Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe setzt Bauaktivitäten in Gang – Stadt und Museumslandschaft Hessen Kassel stellen Projekte vor

In Anwesenheit der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, haben jetzt die Stadt Kassel und die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) gemeinsam den Abschluss großer städtebaulicher und restauratorischer Projekte im Zusammenhang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe begangen und die Ergebnisse mehrjähriger Bautätigkeiten vorgestellt. „Der Bergpark Wilhelmshöhe und die Wilhelmshöher Allee sind historische Wahrzeichen der Stadt Kassel und ihr Erhalt von großer Bedeutung. Umso wichtiger ist es, dass wir sie attraktiv erhalten. Deshalb freue ich mich wirklich sehr über den gelungenen Abschluss der Arbeiten, die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Land und Bund und danke an dieser Stelle allen Beteiligten für ihr Engagement, die diese vielen Projekte erfolgreich zu Ende gebracht zu haben“, so Staatsministerin Angela Dorn

Angela Dorn, Hess. Ministerin für Wissenschaft und Kunst, und Kassels Stadtbaurat Christof Nolda blicken vom Herkulesmonument auf die Wilhelmshöher Allee Foto: Constanze Wüstefeld

Angela Dorn, Hess. Ministerin für Wissenschaft und Kunst, und Kassels Stadtbaurat Christof Nolda blicken vom Herkulesmonument auf die Wilhelmshöher Allee Foto: Constanze Wüstefeld

Die Wilhelmshöher Allee – die barocke Achse Kassels
Die barocke Achse zwischen dem Bergpark und der Innenstadt, die Wilhelmshöher Allee, die zugleich als Pufferzone des UNESCO-Welterbes ausgewiesen ist, wurde mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ in Höhe von 1,9 Millionen Euro in rund drei Jahren Planungs- und Bauzeit städtebaulich, denkmalpflegerisch und grüngestalterisch aufgewertet. Nachdem die 4,6 Kilometer lange Magistrale lange Zeit auf ihre Funktion als städtische Verkehrsader reduziert worden war, wird sie heute wieder von der Öffentlichkeit als markante Sichtachse zu Schloss Wilhelmshöhe und dem Herkulesmonument wahrgenommen. Der durch das Projekt geprägte Begriff des „Grünen Bandes“ ist inzwischen zu einem Synonym für die Wilhelmshöher Allee geworden. Zeitgleich sind im Bergpark Wilhelmshöhe umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an den Wasserarchitekturen durchgeführt worden. Die barocken Kaskaden, das Neptunbassin, sowie die Wasserspiele rund um den Lac wurden restauriert und instandgesetzt. Am Neuen Wasserfall konnten Voruntersuchungen für eine mögliche Reaktivierung durchgeführt und im chinesischen Dorf Mulang zwei Gebäude für eine moderne Wohnnutzung ertüchtigt werden.

Das „Grüne Band“ verbindet Stadt und Bergpark
Die Straßenbahnstrecke von der Kasseler Innenstadt in den Bergpark Wilhelmshöhe wurde zwischen Brüder-Grimm-Platz und Freiherr-vom-Stein-Straße als automatisch bewässertes Rasengleis angelegt. Dazu wurden Bewässerungsmatten verlegt, deren Wasserzuleitung zentral und automatisch durch ein Steuerungssystem geregelt wird. Hierbei kann gegenüber konventionellen Beregnungsanlagen bis zu 70 Prozent Wasser eingespart werden. Parallel wurden auf den Gleisnebentrassen 10.400 Hainbuchen als Hecken gepflanzt, die das grüne Band flankieren, Geräusche der Straßenbahn verringern und den Straßenraum optisch gliedern. Eine Allee aus Lindenbäumen ist das wichtigste und prägnanteste Grünelement der Wilhelmshöher Allee. Nach historischem Vorbild wurde sie auf den vorgegebenen Baumachsen durch die Pflanzung 190 neuer Linden ergänzt oder als komplette Abschnitte wiederhergestellt. Zur Ergänzung der „grünen“ Maßnahmen wurden 60 neue Straßenbahn-Stahlmasten mit Kletterpflanzen versehen. Stadtbaurat Christof Nolda äußerte sich zum Abschluss der Maßnahme zufrieden über das Ergebnis und den Verlauf des Projekts: „Unser Ziel ist es, die Wilhelmshöher Allee in ihrer Wirkung städtebaulich, denkmalpflegerisch wie grüngestalterisch zu stärken und sie als verbindendes grünes Band zwischen Bergpark und Innenstadt erlebbar zu machen. Darüber hinaus ist die Maßnahme ein wichtiger Beitrag zur grünen Baukultur in Kassel. Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnen städtische Grünräume und ihre Funktion als grüne Infrastruktur weiter an Bedeutung.“ „Großprojekte dieser Art sind eine fachliche und logistische Herausforderung. In diesem Fall wurde sie in guten Kooperationen und in engem Schulterschluss mit den vier beteiligten Ortsbeiräten hervorragend gemeistert. Der Jahrhundertsommer 2018 mit seiner langen Hitze- und Trockenperiode forderte den ausführenden Firmen vieles ab. Auch die Anwohner haben die Arbeiten mit Geduld und Aufmerksamkeit begleitet. Allen Beteiligten sage ich herzlichen Dank dafür“, so der Stadtbaurat.

Nächster Schritt: Die Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes
„Nationale Projekte des Städtebaus sind national und international wahrnehmbare, größere städtebauliche Projekte mit deutlichen Impulsen für die jeweilige Gemeinde oder Stadt, die Region und die Stadtentwicklungspolitik in Deutschland insgesamt. Sie zeichnen sich durch einen besonderen Qualitätsanspruch („Premiumqualität“) hinsichtlich des städtebaulichen Ansatzes, der baukulturellen Aspekte und der Beteiligungsprozesse aus, verfolgen die baupolitischen Ziele des Bundes und weisen Innovationspotenzial auf.“ So definiert das BBSR die Voraussetzungen zur Teilnahme an diesem Programm. Am 15. Oktober 2019 wird die Stadt Kassel in Berlin für einen erneuten erfolgreichen Förderantrag die Urkunde als ausgewählte Förderkommune durch Bundesminister Horst Seehofer empfangen. Aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ stehen Mittel in Höhe von 6,5 Millionen Euro und rund 3, 25 Millionen Euro aus kommunalen Mitteln für den geplanten Umbau des Brüder-Grimm-Platzes zur Verfügung. Er bildet das Gelenk zur Wilhelmshöher Allee und den Auftakt zur Kasseler Innenstadt und ist damit ein weiterer wichtiger Baustein des städtebaulichen, denkmalpflegerischen wie grüngestalterischen Gesamtkonzepts. Das Gesamtkonzept für den Brüder-Grimm-Platz wird ab 2020 im Rahmen eines städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs mit intensiver öffentlicher Beteiligung erarbeitet.

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