30 Jahre mit Che Guevara – SMA feiert Geburtstag

Die SMA-Vorstandsmitglieder Uwe Hertel, Marco Werner und Jürgen Dolle, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, SMA-Vorstands- sprecher Pierre-Pascal Urbon und Aufsichtsratsvorsitzender Günther Cramer (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Die SMA-Vorstandsmitglieder Uwe Hertel, Marco Werner und Jürgen Dolle, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, SMA-Vorstands- sprecher Pierre-Pascal Urbon und Aufsichtsratsvorsitzender Günther Cramer (v.l.). Foto: Mario Zgoll

„Das, was Sie vor 30 Jahren als Vision entwickelt haben – ich weiß nicht, ob man gesagt hat, das ist Spinnerei, damals …“ Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht SMA-Gründungsmitglied Günther Cramer an und schnell wird klar: „Hat man.“ Weit vom Mainstream sei es auf jeden Fall entfernt gewesen. „Das, was damals vielleicht die Spinnerei einiger Ingenieure war, ist heute der gesellschaftlich-politisch beschlossene Wille“, fährt Röttgen fort, im Bundestag „praktisch von allen im übergreifenden Fraktionenkonsens beschlossen“. 30 Jahre SMA werden an diesem 13. September im neuen Service Center Sandershäuser Berg gefeiert, an dessen Außenmauer in riesigen Lettern der SMA-Slogan angebracht ist, der sinnbildlich für die Entwicklung des Unternehmens in Vergangenheit, Gegenwart und wohl auch in Zukunft steht: Energy that changes.

Röttgen hält die Eröffnungsrede in einem für die Feier abgetrennten Teil des weltweit größten Servicezentrums für Solar-Wechselrichter, das in diesem Rahmen gleich mit eingeweiht wird. Auf 24.000 Quadratmetern will SMA hier ab dem Frühjahr 2012 seine Servicetätigkeiten bündeln. Das Gebäude symbolisiert gleichsam das enorme Wachstum des Unternehmens und „die Verbundenheit mit der Region“, wie Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon erklärt.

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Von der Vision zur Wirklichkeit
„Ich glaube, dass wir alle miteinander fühlen, dass das kein ganz normales Jubiläum ist“, begrüßt der Bundesumweltminister seine Zuhörer. Das Leitmotiv Energie, die verändert sei in einer Weise unternehmerische, technologische sowie gesellschaftliche und politische Wirklichkeit geworden. Der „Start vor 30 Jahren, nicht mit ganz viel Kapital, nicht mit ganz viel Glück, nicht mit Selbstverständlichkeit, sondern mit einer Vision. Das ist das, was aus meiner Sicht die Stärke von Anfang an ausgemacht hat“, sagt er. „Eine Ambition, ein Ehrgeiz etwas schaffen und etwas verändern zu wollen.“ Nicht nur Geld zu verdienen, was natürlich legitim und eine schöne Sache sei, sondern aus dem Besitz einer Vision eine Wirklichkeit zu machen.

So läuft es richtig
„Die SMA und vor allen Dingen natürlich die Personen, die hinter der Gründung standen, sind das Paradebeispiel, das ich immer wieder anführe, wenn ich versuche klarzumachen, dass Wissenstransfer zwischen Hochschulen und der Wirtschaft der Weg ist, der zu Wohlstand und zu neueren Ergebnissen führt“, erklärt Uni-Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep in der sich anschließenden Talkrunde mit langjährigen SMA-Wegbegleitern. Und er unterstreicht: „Damals, als gegründet wurde, gab es all diese Förderinstrumente, die wir heute haben, noch nicht.“ Immer wenn er gefragt werde, sage er: „Gucken Sie sich SMA an, wenn’s so läuft, läuft es richtig.“

Sportliche Herausforderung
An seinen ersten persönlichen Kontakt zu SMA, damals noch als Mitarbeiter der Gemeinde, kann sich Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert noch sehr gut erinnern: „Weil wir so langsam gemerkt haben, da ist ein Unternehmen bei uns im Ort, das immer mehr an Steuern zahlt.“ Für Niestetal sei das Wachstum von SMA elementar entscheidend: „Es gibt im Ortsteil Sandershausen so gut wie kein Grundstück mehr, wo zumindest in unmittelbarer Nähe zur Sonnenallee, nicht entweder ein Container steht oder freudig-erregte SMA-Mitarbeiter sich aufhalten“, erklärt Siebert. Verhehlen wolle er auch nicht, dass man im Rathaus immer versuche, ein Stück weit mitzukommen. „Die Energie, die verändert – da sind wir wieder bei dem Begriff Visionen – wenn es eine Vision in der Sonnenallee gibt, müssen wir relativ fluchs versuchen, aus der Vision die entsprechenden Pläne zu machen. Und das ist immer wieder eine, mit Verlaub, sehr sportliche Herausforderung.“

Wachstumsmarkt
„Als wir uns auf den Weg gemacht haben, das Thema erneuerbare Energien und Energieeffizienz als Wachstumsmarkt für die kommunale Wirtschaftspolitik zu begreifen, da war SMA ganz vorne“, blickt Oberbürgermeister Bertram Hilgen zurück. „Wer 2005 gesagt hätte, die Arbeitslosenquote im Arbeitsamtsbezirk Kassel ist niedriger als im Arbeitsamtsbezirk Wiesbaden, den hätte man als Phantasten bezeichnet.“ Unheimlich viel sei bewegt worden und  einer der ganz großen Akteure, die ihren Beitrag mit 6.500 Arbeitsplätzen und ordentlichen Gewerbesteuereinnahmen geleistet haben, sei SMA.

Hohe Verbundenheit
Es mache ihn als Kommunalpolitiker froh, dass „die Menschen, die dieses Schiff gesteuert haben und steuern werden eine sehr enge Beziehung zu den Menschen, ihren Nachbarn, haben“, sagt Hilgen. Günther Cramer wohne immer noch in Kassels erster Öko-Siedlung und das sei nicht selbstverständlich. Und so äußerte er die Hoffnung, dass mit dem Generationswechsel im Vorstand die regionale Verbundenheit nicht nachlasse: „Steigerungsfähig ist sie nicht, aber nachlassen soll sie auch nicht.“

Leitspruch von Che Guevara
Das Jubiläum sei insbesondere für die Gründer ein ganz besonderes Ereignis, zog SMA-Aufsichtsratschef Günther Cramer Bilanz. Unterstützt durch Prof. Kleinkauf hatten Rainer Wettlaufer, Peter Drews und er 1981 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. „Wir wollten eine Technologie entwickeln, die einen Sys-temwandel in der Energieversorgung möglich macht. Weg von den fossilen Energieträgern, hin zu einer dezentralen Energieerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien“, blickt er zurück. Zum damaligen Zeitpunkt sei das noch völlig undenkbar erschienen, zudem seien die Rahmenbedingungen für eine Selbstständigkeit schlecht und eine Existenzgründung aus der Universität heraus ungewöhnlich gewesen. „Doch wir hielten es frei nach Che Guevara: ,Seien wir Realisten und versuchen das Unmögliche.‘ Dieser Leitspruch begleitet uns bis heute.“

Studentische Umgangsweise
Mit echtem Pioniergeist und wenig Gründungskapital sei man gestartet, habe sich notdürftig eingerichtet, schwierige Gespräche mit der Sparkasse geführt und die Gehälter der Geschäftsführer nur bei positivem Kontostand ausgezahlt – also sehr unregelmäßig. Besonders wichtig sei es den Gründern gewesen, eigenständig agieren zu können und unternehmerisch tätig zu sein. „Die von uns so geliebte studentische Umgangsweise, also alles wirklich auszudiskutieren, sollte die Grundlage für unsere Zusammenarbeit sein“, sagt Cramer.

Für die Gründer sei es nach 30 Jahren Zeit gewesen, aus dem Vorstand und damit der operativen Verantwortung auszuscheiden. Reiner Wettlaufer, Peter Drews und er hätten ihren Wechsel in den Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand gründlich vorbereitet. Den neuen Vorstandsmitgliedern wünschte Cramer in allen Situationen die notwendige Gelassenheit, eine gute Zusammenarbeit im Team und das Gespür für die richtigen Entscheidungen und Weichenstellungen. „Und wenn es sein muss, denkt dran, diskutiert die Ergebnisse, die Entscheidungen so lange, bis ihr mit der richtigen gemeinsamen Lösung da wieder rausgeht.“

Die wichtigste Säule
Einen großen Dank sprach Cramer den Beschäftigten der SMA aus: Mitarbeiter und Kollegen hätten maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Unternehmens. „Sie sind immer die wichtigste Säule unseres Erfolges. Ihr großes Engagement und ihre Identifikation mit SMA, ihre Begeisterung für das gemeinsame Ziel, hat SMA zu dem gemacht, was es heute ist: Eines der besten Unternehmen überhaupt.“

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