Arbeitskreis für Kommunalfragen: Seit 50 Jahren gut vernetzt

AFK-Vorsitzender Claus-Rüdiger Bauer  mit Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Prof. Bernd Raffelhüschen und K+S-Vorstandsvorsitzendem Norbert Steiner (v.l.). Foto: Mario Zgoll

AFK-Vorsitzender Claus-Rüdiger Bauer mit Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Prof. Bernd Raffelhüschen und K+S-Vorstandsvorsitzendem Norbert Steiner (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Man sei stolz, ein erfolgreiches DAX-Unternehmen im AFK zu wissen, erklärte Vorsitzender Claus-Rüdiger Bauer zur Begrüßung der Gäste in den Räumlichkeiten der K+S AG. Hausherr Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender von K+S und stellvertretender AFK-Vorsitzender, hatte zuvor einige Worte an das Publikum gerichtet. Gefeiert werden sollte das 50-jährige Bestehen des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen der Region Kassel, für den das Kürzel AFK steht. Weit über 170 Vertreter aus Wirtschaft und Politik konnte man willkommen heißen. Gastredner des Abends war der Demographie-Experte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, der zum Thema „Die Generationenbilanz“ referierte.

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Bauer erinnerte an die bewegte Zeit, in die die Gründungsversammlung des Arbeitskreises für Kommunalfragen gefallen sei: Der Bau der Berliner Mauer, die Kuba-Krise, der Vietnam-Krieg und die Ermordung John F. Kennedys und Martin Luther Kings. Die Kulturrevolution in China, die Niederschlagung des Prager Frühlings und der Beginn des Terrorismusses in der Bundesrepublik Deutschland. Das habe die Bürger damals aus ihrer Wohlstandseuphorie gerissen.

Hohe Löhne, schlappe Konjunktur
„Die Wirtschaft hatte in dieser Zeit ein Luxusproblem. Ihre größte Sorge war, dass die Arbeitskräfte ausgingen“, betonte Bauer. In der Folge seien die Löhne stark angestiegen, das Netz der sozialen Sicherung zunehmend engmaschiger geworden und im Laufe der 60er Jahre habe dann auch noch die Konjunktur schlappgemacht. „Es gab kein Wachstum mehr, die Arbeitslosenzahlen stiegen und die Bundesregierung unter Ludwig Erhard legte erstmals in dieser Zeit einen ungedeckten Haushalt mit vier Milliarden D-Mark Schulden vor.“

Einige Kasseler Unternehmer hätten bereits Ende der 50er Jahre die Notwendigkeit gesehen, die Rahmenbedingungen, unter denen sich die Wirtschaft entwickeln kann, zu verbessern, führte Bauer aus. Sie begannen Fakten zu schaffen und gründeten am 11. Oktober 1961 den AFK der Stadt Kassel. Nach einigen Namensänderungen sei die Umbenennung in AFK der Region Kassel vor etwa drei Jahren ein bedeutsamer und wegweisender Schritt gewesen. „Wir brachten damit unsere langjährige Forderung nach einem Arbeitskreis für die Region Kassel zum Ausdruck.“ Heute verstehe sich der AFK als Sprachrohr für eine zukunftsorientierte Standort- und Strukturpolitik und biete seinen Mitgliedern eine offene Plattform für Information und politische Willensbildung. Aufgabe sei es, für die kommunalen und regionalen Belange der Wirtschaft in der Region Kassel einzutreten.

Man habe sich frühzeitig und eindeutig für den ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ausgesprochen, den Flughafenausbau befürwortet und auch die Erweiterung der Stadthalle habe lange Zeit ganz oben auf der Arbeitsagenda des AFK gestanden. Heute sei mit dem Kolonnadenflügel schon ein zweites Mal angebaut worden. Dem gegenüber müsse man aber auch feststellen, dass viele Themen, die den Arbeitskreis immer wieder beschäftigten, so jung seien, wie sie alt seien: Die Verschuldung von Städten und Kommunen, der Weiterbau der A44 und der A49 und die Regionalreform, die man aus Sicht der Wirtschaft für längst überfällig halte.

Von AFK gelernt
Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke würdigte das Engagement des AFK: Eine tolle Zahl sei dieses goldene Jubiläum. „Ihr Leitmotiv, die Vernetzung, im Prinzip haben wir das auch übernommen in der Politik“, so Lübcke. „Sie haben das 1961 als ihr Arbeitsfeld gesehen, wir haben 2001 das Regionalmanagement hier in Nordhessen ins Leben gerufen. Mit dem Hintergedanken der Vernetzung, weil wir von Ihnen gelernt haben.“ Insbesondere auch nach der Wiedervereinigung habe der AFK Wertvolles geleistet. „Die Region hat sich toll entwickelt, durch Ihre Arbeit, durch Ihre Impulse, die Sie mit gegeben haben.“

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