Das Salz sorgt für die richtige Würze

Norbert Steiner weitere fünf Jahre an der K+S-Spitze

Norbert Steiner. Foto: K+S

Norbert Steiner. Foto: K+S

Norbert Steiners Ausblick auf die Perspektiven der nächsten Monate fällt gemischt aus: „Während unser Umsatz bei Stickstoffdüngemitteln wegen der substantiellen Preisrückgänge rückläufig ausfallen dürfte, erwarten wir im Geschäftsfeld Salz ein deutlich höheres Umsatzniveau – nicht zuletzt aufgrund des guten Starts beim Auftausalzgeschäft in diesem Jahr.“ Damit werden sich nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden die Entwicklungen fortsetzen, die schon die jüngere Vergangenheit bei K+S geprägt haben. Die Periode brachte dem Kasseler Konzern aufgrund des überdurchschnittlich kalten Winters ein hervorragendes Salzgeschäft, während die Düngemittelnachfrage, wie erwartet, nachließ.

„Unsere Salzaktivitäten sind für das Düngemittelgeschäft in die Bresche gesprungen. Das ist im Vergleich zum Wettbewerb einzigartig“, freut sich Steiner. Auch wenn sein Haus bei Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal nicht an die Vorjahreswerte anknüpfen konnte, zeigt sich der K+S-Chef „dank des ausgeglichenen Portfolios bei Düngemitteln und Salz“ zufrieden mit dem Start in 2009.

Sowohl in Westeuropa als auch an der nordamerikanischen Ostküste verlief das Auftausalzgeschäft zwischen Januar und März witterungsbedingt gut. In einigen Märkten kam es gar zu Lieferengpässen. Diese nutzte die in Nordhessen beheimatete Gruppe dank flexibler Produktion in ihrem Sinne.  Das Düngemittelgeschäft hingegen verzeichnete im ersten Quartal auf der ganzen Linie eine geringe Nachfrage. Die Zurückhaltung der Landwirtschaft hielt trotz stabiler Preise für Agrarprodukte an. Zudem waren die Läger des Handels weiterhin gut gefüllt – und die Finanzkrise verfehlte ihre Wirkung nicht. Da verwundert es kaum, dass der K+S-Umsatz in den ersten drei Monaten mit 1,075 Milliarden Euro um rund elf Prozent unter den Vorjahreswerten lag. Positive Preis- und Währungseffekte konnten den Rückgang nicht ausgleichen. Lediglich der fast verdoppelte Salzumsatz sorgte für helle Sonnenstrahlen am ansonsten eher trüben Konjunkturhimmel.

60 Prozent des Konzernumsatzes wurden in Europa erzielt. Mit 34 Prozent entfiel der größte Anteil auf die Kali- und Magnesiumprodukte. Es folgten die Stickstoffdüngemittel sowie Salz. Das operative Ergebnis des ersten Quartals summierte sich auf 174 Millionen Euro. Vor Steuern ergab sich ein Profit in Höhe von 165,6 Millionen Euro – 26 Prozent weniger als 2008. Die Anteilseigner sind damit mit 74 Cent pro Aktie dabei. Und die Aussichten? Die im Rahmen der Finanzkrise gefallenen Preise für Agrarprodukte haben sich auf einem Niveau stabilisiert, das über den langjährigen Notierungen liegt. Erwartet wird, dass die zurückhaltende Düngemittelnachfrage Spuren bei den Absatzmengen der Produzenten hinterlassen wird, so dass erst das zweite Halbjahr eine Belebung bringen dürfte. Im Salzgeschäft geht K+S sowohl auf dem europäischen als auch auf dem nordamerikanischen Markt von einem durchschnittlichen Absatz aus.

Morton Salt-Erwerb perfekt
Der Kapitän bleibt an Bord: Das im Mai 2010 auslaufende Mandat Norbert Steiners als Vorstandschef hat der Aufsichtsrat um weitere fünf Jahre verlängert. Steiner gehört dem Vorstand seit 2000 an und stieg im Juli 2007 an die Spitze des Leitungsgremiums auf. Als neues Vorstandsmitglied ist Jan Peter Nonnenkamp bestellt worden. Seit Anfang Juni leitet der Manager das Finanzressort. Nonnenkamp war zuvor in der Konsum- und Investitionsgüterindustrie tätig gewesen. Zuletzt verantwortete er bei der Knorr Bremse AG die Bereiche Finanzen, Bilanzierung und Steuern. Derweil steht die Finanzierung für den K+S-Erwerb von Morton Salt. Die so genannte Kreditsyndizierung in Höhe von 1,55 Milliarden Euro hat das Unternehmen erfolgreich abgeschlossen. „Wir sind damit eines der ersten Unternehmen, dem seit rund einem Jahr eine Syndizierung in dieser Größenordnung im Bankenmarkt gelungen ist“, zieht Steiner Bilanz. Die Überzeichnung des ursprünglich angestrebten Kreditrahmens wertet er als Bestätigung für die gesunde finanzielle Basis von K+S.

Der Kredit wurde von den Konsortialführern Bayerische Hypo- und Vereinsbank, Dresdner Kleinwort und Société Générale Corporate & Investment Banking arrangiert. Die Summe unterteilt sich in einen Laufzeitkredit von 500 Millionen Euro, einen Laufzeitkredit mit regelmäßiger Tilgung über 450 Millionen Euro und eine revolvierende Kreditlinie über 600 Millionen Euro.

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