Dr. Heidemarie Krüger – Der Neue muss meist mehr können als sein Vorgänger

Dr. Heidemarie Krüger. Foto: Mario Zgoll

Dr. Heidemarie Krüger. Foto: Mario Zgoll

„Man muss viel wissen, um nach Dingen zu fragen, die man nicht kennt.“ Diese Erkenntnis eines französischen Philosophen hat sich Dr. Heidemarie Krüger zum Leitmotiv erkoren. Mit ihrem Kasseler Steinbach&Partner-Büro ist die Managerin seit 20 Jahren am Markt. Und das mit großem Erfolg. Ob es dafür ein Rezept gibt? Der Bereitschaft, die Personalberatung „auch als personenbezogene Dienstleistung zu verstehen und zu leben“, kommt aus ihrer Sicht zentrale Bedeutung zu.

Die passenden Kandidaten finden
Die Managerin räumt ein, dass ihre Disziplin in den vergangenen zwei Dekaden manche Veränderung erfahren hat. Das gelte vor allem für die Art der Dienstleistung, die sich „absolut auf ein Unternehmen“ beziehe. Die Herausforderung sei, für ein Haus mit seiner organisatorischen Struktur und sozialen Kultur Kandidaten zu finden, die mit ihrem fachlichen Können und ihrer Persönlichkeit passen bzw. für die vakante Stelle geeignet sind. Dazu sei es erforderlich, sowohl das Unternehmen als auch den Arbeitsmarkt gut zu kennen – „um zu wissen, wo potenzielle Kandidaten zu finden sind.“

Nicht mehr nur Ersatz
Früher, als der Konkurrenzkampf zwischen den Firmen am Markt oft noch weniger heftig tobte, richtete sich zumeist die Erwartung an den Personalberater, einen vergleichbaren Kandidaten für die offene Stelle zu finden – einen Bewerber, der den bisherigen Mitarbeiter ersetzen konnte. Das lief in der Regel entweder per Anzeige in einer regionalen oder überregionalen Zeitung oder durch die Direktansprache, dem sogenannten Head Hunting, bei dem die potenziellen Kandidaten unter fachlichen Gesichtspunkten in fremden Unternehmen zunächst mit Namen identifiziert und dann telefonisch angesprochen wurden.

Heute beobachtet Dr. Krüger, dass vielfach die Anforderungen der Unternehmen an den oder die Newcomer(in) über die der Vorgänger hinausgehen. Mit der Neubesetzung werden neue Ziele verbunden und Veränderungen angestrebt, die der/die Neue zu erreichen hat – eine Reaktion „auf den Markt, den Wettbewerb, die notwendigen Veränderungen  bei den Produkten sowie Dienstleistungen und den Prozessen innerhalb der Unternehmen“, konstatiert die gebürtige Duisburgerin.

Neben fachlichen Kenntnissen sind Persönlichkeiten gefragt, die ins Unternehmen passen und Veränderungen durchsetzen können. Für den Personalberater heißt das, dass er selbst mehr Kompetenz bei der Auswahl des/der Neuen benötigt, „dass er sehr genau hinhören muss, um zu erfassen, was das Unternehmen braucht, will und erwartet – fachlich wie persönlich“, so Dr. Krüger. Neben der Zeitung und dem Head Hunting haben sich in den letzten Jahren innovative Wege eröffnet. So ermöglicht das Internet den Zugang zu Datenbanken nahezu sämtlicher Gruppen, zahlreiche Jobbörsen sorgen für wertvolle Ansatzpunke.

Vor dem Hintergrund ist den meisten Unternehmen fast unmöglich, alle Quellen zu kennen – geschweige denn, diese selbst aktiv zu nutzen und darin zu recherchieren. „Und dabei sind wichtige Faktoren wie die Gehaltshöhe und die Umzugsbereitschaft des Kandidaten noch gar nicht berücksichtigt“, erklärt sie. Regionalspezifische Besonderheiten vermag die Managerin bei der Personalberatung nicht auszumachen. Die Unternehmerin unterstreicht: „Nach über 20 Jahren in der Branche weiß ich durch den Kontakt und den Austausch mit meinen Kollegen bundesweit, dass es im Wesentlichen keine regionalen Unterschiede gibt.“ Die Anforderungen der Firmen seien ebenso fast überall vergleichbar wie die Erwartungen und Wünsche der Kandidaten sowie Bewerber.

Das gilt nach ihrer Einschätzung auch für einen bundesweiten Faktor, den die Steinbach& Partner-Repräsentantin unumwunden kritisiert: die Immobilität der Kandidaten. Kaum jemand sei bereit, „mit Mann und Maus, mit Kind und Kegel umziehen“. Diese Einstellung habe sich nicht verändert, sie gelte für ganz Deutschland. „Die oft durch Studien scheinbar belegte Mobilität und Flexibilität können wir Personalberater nicht feststellen“, sagt sie klipp und klar.

Kritik an mangelnder Mobilität
Mittlerweile ist Dr. Heidemarie Krüger fest in Nordhessen verwurzelt. Für sie als Personalberaterin in und für die Region spreche, dass sie selbst seit 27 Jahren hier lebe und sich wohl fühle. „Ich habe die Region mit ihren Vorzügen und guten Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität kennengelernt. Mit dieser persönlichen Erfahrung kann ich für diese Region, für den Standort der Unternehmen werben“, hebt sie hervor.

Gute Lage als Pluspunkt

Doch auch sie registriert stürmische Zeiten. Personalberatungen habe die Krise eingeholt – wie die Wirtschaft insgesamt. Umsatzeinbrüche träfen die komplette Branche, große wie kleine Gesellschaften sähen sich zu harten Entscheidungen veranlasst.Gleichwohl blickt die Managerin optimistisch in die Zukunft. Als Pluspunkt ihrer Niederlassung sieht sie „die gute Lage der Region – wirtschaftlich wie landschaftlich“. Noch wichtiger erscheint ihr ihre „langjährige Eingebunden- und Vertrautheit mit der Region“ und ihre Nähe zur besonderen Kultur der Gegend.

Für zahlreiche Kunden in allen Branchen ist sie seit langem vor Ort tätig – und immer wieder kommen neue Firmen hinzu. Dazu gehören nicht zuletzt kleinere Unternehmen, die dem erwähnten Druck veränderter Anforderungen an das Personal ausgesetzt sind und auf Dr. Krügers Know-how setzen, um geeignete Kandidaten zu finden.

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