Jérôme Business Lounge: Virtuell erfolgreich führen

Ilka Jastrzembowski erklärt  die Prinzipien virtueller Fürhung. Foto: nh

Ilka Jastrzembowski erklärt die Prinzipien virtueller Fürhung. Foto: nh

Ganz im Zeichen der virtuellen Führung stand die Jérôme Business Lounge im Penta Hotel Kassel. Ilka Jastrzembowski, Geschäftsführerin der Personal- und Organisationsentwicklungsgesellschaft Müller+Partner informierte einen hochkarätigen Teilnehmerkreis über Chancen und Risiken des Führens über räumliche Distanz. Die Herausforderung: Wo die modernen Kommunikationsmittel im Alltag viele Abläufe erleichtern, erschweren sie es oftmals, ein Gespür für die Belange von Mitarbeitern zu entwickeln und Wertschätzung zu transportieren. Gleichwohl müssen Ziele formuliert und die Motivation aufrecht erhalten werden.

„Führung wird komplexer für Geführte und Führende“, machte Jastrzembowski deutlich. „Teammitglieder seien häufig nicht auf dem selben Flur angesiedelt, man treffe sich nicht mehr regelmäßig, informiere sich gegenseitig mittels verschiedener Medien und müsse neben der räumlichen Distanz auch häufig zeitliche, kulturelle oder soziale Unterschiede überwinden.

Klar formulierte Grundsätze
Die Personalentwicklungsexpertin zeigte aber nicht nur die Probleme auf, sondern auch die Handlungsfelder, um den Herausforderungen zu begegnen: „Elementar sind klar formulierte Unternehmens- und Führungsgrundsätze als Orientierung“, erklärte sie. Alle Mitarbeiter müssten wissen, was man tut und was nicht. Auch Selbstmanagement sei bedeutend: „Wenn im oftmals hektischen Alltag viele Dinge zwischen Tür und Angel erledigt werden, die Papier- und Projektsammlung immer größer wird und ein drückendes Gefühl entsteht, nichts richtig erledigt zu haben, wirkt sich das auf das gesamte Team aus“, sagte Jastrzembowski.

Ziele formulieren
Ebenso gelte es, Prioritäten zu setzen und zwischen Dringlichkeit und Wichtigkeit zu unterscheiden. „Große Gefahren lauern in Ad-hoc-Anrufen nach dem Motto ’Mir ist da gerade was eingefallen’ oder bei Führung via E-Mail-Weiterleitung“, machte sie deutlich. Das regelmäßige Arbeiten an Zeitplänen und das Zuendeführen von Aufgaben sorge für Übersichtlichkeit. „Pläne dienen dazu, Ziele zu verwirklichen und müssen nicht im Detail eingehalten werden“, erklärte die Beraterin. An Deadlines müsse man sich allerdings unbedingt halten, wobei die Frage zu klären sei, wie man mit „Ich schaffe es nicht“ umgeht.

Flaschenhals der Kommunikation
Unerlässliche Grundlage für das erfolgreiche Führen sei aber weiterhin das persönliche Gespräch von Führungskräften mit jedem ihrer Mitarbeiter. „Alle Führungstechniken müssen unweigerlich den Flaschenhals der Kommunikation und Information passieren“, sagte Ilka Jastrzembowski. Die Tätigkeit höherer Führungskräfte bestehe zu 60 bis 80 Prozent aus Kommunikation. Die Zeit für die Gespräche mit den Mitarbeitern solle man sich nehmen – auch aus der Ferne: „Nur so kann man Stimmungen einfangen, Vorgehensweisen und Probleme erörtern und Lob aussprechen.“

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