Mit einer guten Idee fängt es immer an…

Foto: Mario Zgoll

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Als „Vater des Transrapid“ hat er Forschungsgeschichte geschrieben, als Entwicklungsingenieur und Manager Karriere gemacht. Gestatten: Dipl.-Ing. Hans Georg Raschbichler, 67 Jahre, Münchner, verheiratet mit einer Eschwegerin, Vater eines Sohnes, Großvater zweier Enkelkinder und mit beispielloser beruflicher Lebensleistung, für die er mit dem Bundesverdienstkreuz, der Stadtmedaille Kassel und dem „Glas der Vernunft“ ausgezeichnet wurde.

Also gleich zwei Ehrungen der Region. Und selbst? Auch ein bisschen zum Nordhessen geworden? „Naja“, schmunzelt Raschbichler, der bis vor vier Jahren Geschäftsführer der Transrapid International / Berlin sowie Chefingenieur und Direktor der ThyssenKrupp Technologies / Essen war. „Wissen’s einen Bayern können sie nicht verpflanzen“, lässt die Erklärung keine Fragen offen. Als er ab 1974 für „Rheinstahl Transporttechnik“, der späteren Thyssen Industrie AG Henschel, arbeitete, hier die technologische Basis des Transrapid Systems schuf sowie später die „Magnetfahrtechnik“ in Kassel und München aufbaute und leitete, da habe er die hiesigen Fachleute schätzen gelernt. In München wohnen und Grundlagen erarbeiten. Nach Kassel pendeln, Konzepte umsetzen, Technologien entwickeln und Nachweise erbringen. Das war sein Alltag.

Und wie steht die Region heute da? „Ich bin etwas traurig“, kommt es nachdenklich. Viele Industrie-unternehmen seien verschwunden, andererseits gebe es auch positive Zeichen. Die Erfolge von SMA, Technoform oder Expresso ließen hoffen. Auch angesichts der Finanzkrise glaubt der erfahrene Manager: „Die Mittelständler sind gut aufgestellt und werden Wege finden, um diese zu überstehen.“ Alles in allem müsse die Krise als Chance begriffen werden, um Produkte und Prozesse zu verbessern und in die Kernaufgabe der praxisnahen Bildung zu investieren.

Apropos Chance, wie steht’s um die Zukunft des Transrapid nach dem Aus in München? Raschbichler glaubt daran, dass sich die Magnetbahntechnik in der Zukunft durchsetzen wird, spricht dann aber auch Klartext: „Ich war sehr enttäuscht, dass das Projekt gescheitert ist. Auch weil ich gesehen habe, dass das ganze Vorhaben nicht so richtig läuft. Dass sich eine massive Gegnerschaft entwickelt hat und man nichts dagegen unternommen hat. Dabei ist die verkehrliche Aufgabe ja da und der ganze Ärger, den man zunehmend mit der mechanischen Eisenbahntechnik hat, absehbar gewesen.“ Dennoch sei die erste kommerzielle Anwendung des Transrapid in China für ihn nach 30 Jahren Entwicklung und Erprobung ein großer Erfolg und ein schöner Ausklang gewesen und er habe zum Schluss sagen können: „Okay, es hat sich doch gelohnt.“

Doch von Ruhestand ist keine Rede. Gemeinsam mit Sohn Dr. Michael Raschbichler, Diplom-Ökonom und Unternehmensberater, bietet Hans Georg Raschbichler unter „Raschbichler & Partner“ seine Dienste als Innovationsspezialist an. Slogan ist „Nur die verwirklichte Idee ist eine gute Idee“, wenn sie Mittelständler, Kleinunternehmer und Erfinder während des Umsetzungsprozesses von der „zündenden“ Idee bis hin zu einem neuen Produkt, bei einer neuen Dienstleistung oder einem neuen Prozess begleiten. Hilfe bei der Technologie, der Markt- und Kostenanalyse sind ebenso selbstverständlich wie Patent- und Förderrecherche, Projektmanagement, Qualitätssicherung, Produktionsplanung bis hin zum Marketingkonzept. „Gute Ideen gibt es genug“, ist sich Dr. Michael Raschbichler sicher. „Das Problem beginnt meist dann, wenn man sie umsetzen will. Und genau da wollen wir behilflich sein.“

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