Urgesteine aus Nordhessen

Der eine ist schon mehr als 150, der andere ist es gerade in diesem Jahr geworden. Die Rede ist von zwei Urgesteinen der Turngemeinde und dem Verlag Bernecker aus Melsungen. Beide verbindet nicht nur das stolze Alter, sondern eine schier unerschütterliche Partnerschaft.

Nieder-Olm 1992: Aufstieg in die zweite Bundesliga. Bis heute im Verein aktiv: Alexander Fölker (Nr. 15, Berater) Herbert Rausch (mit Flagge, Aufsichtsrat) Andre Sperl (Nr. 10, Trainer 3. Mannschaft), Sandor Balogh (Nr. 4, Mannschaftsverantwortliche) und Conrad Fischer (obere Reihe ganz rechts, damals Vereinsvorsitzender heute Aufsichtsrat). Foto: MT Melsungen

Nieder-Olm 1992: Aufstieg in die zweite Bundesliga. Bis heute im Verein aktiv: Alexander Fölker (Nr. 15, Berater) Herbert Rausch (mit Flagge, Aufsichtsrat) Andre Sperl (Nr. 10, Trainer 3. Mannschaft), Sandor Balogh (Nr. 4, Mannschaftsverantwortliche) und Conrad Fischer (obere Reihe ganz rechts, damals Vereinsvorsitzender heute Aufsichtsrat). Foto: MT Melsungen

Die MT ist mehr als Handball
1861 wurde die Melsunger Turngemeinde gegründet. Heute ist der Turnverein mit 14 Einzelabteilungen und über 1800 Mitgliedern vor allem durch den Handball bundesweit bekannt. Seit der Saison 2005 spielen Handballer in der höchsten deutschen Spielklasse. Das sportliche Aushängeschild Melsungens hat sich in den letzten Jahren in oberen Tabellendrittel festgesetzt. Im Gesamtverein aber wird seit Jahrzehnten hervorragende Breiten- und Nachwuchsarbeit geleistet. Beweis hierfür ist nicht nur der Gewinn der deutschen Meisterschaft der A-Jugendlichen Handballer im letzten Jahr, sondern auch viele Erfolge der Leichtathleten, Schwimmer und Radsportler. Sogar einen Weltmeister hat die Turngemeinde mit dem Rope Skipper Eric Seeger in ihren Reihen.

Eine enge Verbindung mit Tradition
Man kann davon ausgehen, dass die Verbindung der Turngemeinde zu dem acht Jahre später gegründeten Bernecker Verlag bis in die Frühzeiten der beiden hineinreicht. Sicher aber ist, dass das Unternehmen den Sport in Melsungen schon immer nicht nur finanziell, sondern auch ideell fördert. Seit Beginn der Professionalisierung des Handballs in Melsungen gehört Bernecker zu den festen Sponsoren der MT. Die Unternehmer haben sich vielfältig in den Gremien des Vereins engagiert. Und beide haben sich in den vielen Jahren des Bestehens immer an die veränderten Bedingungen der Zeit angepasst. Ebenso haben beide von der seit Jahrzehnten gepflegten Partnerschaft profitiert.

Dennoch ist die Frage, ob sich eine Partnerschaft mit einem Sportverein lohnt, nicht immer eindeutig zu beantworten. Steigt die Bekanntheit des Unternehmens, indem das Logo bei dem Verein präsent ist. Lohnt sich der finanzielle Einsatz? Wie ist der Wert der Gegenleistung zu bewerten? Was passiert, wenn einer der Partner schwächelt, wenn die Leistung nicht mehr adäquat ist oder gar Skandale die Beziehung belasten. Nun gerade hier zeigt sich der Vorteil von Beständigkeit, langfristiger Sichtweise und persönlichem Engagement.

Nicht immer geht es aufwärts
In der Melsunger Turngemeinde wird seit Jahren eine von gegenseitigem Vertrauen geprägte unaufgeregte, aber zielgerichtete Arbeit geleistet. Nicht der schnelle Erfolg zählt, sondern die Entwicklung des Ganzen. Das „Unternehmen Handball“ wird wie ein Familienunternehmen geführt. Niederlagen führen nie zu übereiltem Aktionismus. Das findet man selten im Profisport. Das ist eine Haltung, die Respekt verdient.

Niederlagen sind immer eine Chance. Eine Chance zu lernen und es im nächsten Anlauf besser zu machen. Ein Baby fällt unzählige Male hin bevor es lernt zu laufen. Würde es aufgeben, es würde nie Laufen lernen.

Der Erfolg von gestern ist ohne den Willen, nach neuen Erfolgen zu streben, nichts wert. Erfolg, gleich ob er in Umsatz oder Punktestand gemessen wird, muss immer wieder neue erarbeitet werden. Und Niederlagen sind immer elementarer Bestandteil jeder Erfolgsgeschichte. Was zählt, ist das unerschütterliche Vertrauen in die eigene und gemeinsame Leistungsfähigkeit.

Daher gilt als oberste Maxime: Aufgeben ist keine Option. Denn wer aufgibt, hat schon verloren.

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