VW – Mit neuen Strukturen zu neuen Ufern

vwAuf dem Baunataler OTC-Gelände herrscht seit Monaten reges Treiben. Nachdem die Abschnitte 1 bis 4 in den vergangenen Jahren entstanden, wird aktuell das fünfte Gebäude errichtet. Anfang Oktober soll es seinen Betrieb aufnehmen.  „Dann wird unser Originalteile-Vertrieb hier über eine Lagerfläche von knapp 500.000 Quadratmetern verfügen“, erläutert Pressesprecher Malte Harbusch. Zusammen mit Lagerflächen an anderen Standorten summieren sich die Kapazitäten dann auf etwa eine Million Quadratmeter.

Angesichts des stetig gewachsenen internationalen Engagements des Volkswagen-Konzerns hat der Vertrieb Originalteile sein Geschäft stärker global ausgerichtet. Vor dem Hintergrund wurden neue Strukturen geschaffen – und Kräfte gebündelt. Unter Rodolfo Bürgis Ägide etablierten sich drei Bereiche: die von Michael Scholtyssek geleitete Sales-Einheit mit weltweiter Marktverantwortung, die Supply Chain-Gruppe als Steuerzentrale für die globale Logistikoptimierung, verantwortet von Marcus Osegowitsch, sowie das Depot Kassel „als erstes Mehrmarken-Weltdepot“, wie Chef Bernd Boland erklärt.

Mit der neuen Struktur soll der Kundennutzen umfassend erhöht werden. Insbesondere geht es darum, die Mobilität von Millionen Autofahrern in der ganzen Welt zu sichern. Dazu passt nicht zuletzt, dass die Original Teile Logistik Gesellschaft, eine Tochter des Unternehmensbereichs, die sich um die Versorgung der deutschen Partnerbetriebe kümmert, in den letzten 18 Monaten ihr Depotnetz optimiert hat. Zuvor waren die Volkswagen-, Audi-, Seat- und Skoda-Betriebe in Deutschland aus elf Vertriebszentren beliefert und die Distribution für Seat und Skoda zentral aus Kassel abgewickelt worden. Nun sind sieben Zentraldepots für alle Marken zuständig. Dazu Scholtyssek: „Die intelligente Neuorganisation der Distributionslogistik führt zu einer besseren Lieferqualität und entlastet die Umwelt, da sich so Fahrstrecken einsparen lassen.“

Schon jetzt sind die Dimensionen gewaltig. Das Team des Originalteile-Vertriebs von Volkswagen umfasst derzeit 3.000 Mitarbeiter. Jährlich bearbeiten sie 23,7 Millionen Auftragspositionen. 12,9 Millionen davon entfallen auf Deutschland. Geliefert werden die Produkte in mehr als 170 Länder der Erde – pro Tag sind es 1.600 Tonnen.
Die zahlreichen neuen Modelle des VW-Konzerns haben das Sortiment umfangreicher werden lassen. Damit wird auch der Lagerbedarf perspektivisch ansteigen. Eine wichtige Aufgabe für Bürgis Manager ist es insofern, die Teilevielfalt durch intelligente Lösungen zu reduzieren. In dem Kontext gibt es Überlegungen, das OTC noch weiter auszubauen. „Aber wir haben noch keine konkreten Pläne dazu“, schränkt Harbusch ein.

Die nachlassende Konjunktur hinterlässt allerdings auch bei den Logistikexperten ihre Spuren. Jedoch nicht kurzfristig: Für das Ersatzteilgeschäft, das der Unternehmensbereich weltweit verantwortet, ist in erster Linie der Fahrzeugbestand wichtig. Der liegt heute weltweit bei rund 60 Millionen Konzernfahrzeugen. „Dafür halten wir momentan mehr als 400.000 Teilepositionen vor“, so Scholtyssek. Da sich der Fahrzeugbestand nicht kurzfristig ändern wird, dürfte der genannte Geschäftsbereich erst perspektivisch betroffen sein. Um möglichen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken, bemühen sich die VW-Manager in den letzten Jahren darum, verstärkt ältere Fahrzeuge in die Vertragswerkstätten zu holen und so mehr Originalteile zu verkaufen. Diese Strategie trägt nun erste Früchte.

Und schließlich zündet der Konzern aktuell ein wahres Modellfeuerwerk. So wurde 2008 monatlich ein neues Fahrzeug vorgestellt. Mit der vielfältigen Palette sollen potenzielle Käufer angesprochen und die schwierige Situation gemeistert werden.

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