Wachstumsmarkt und Innovationsmotor

Pro Nordhessen beschäftigte sich mit Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region

Ob Architekten und Designer, ob Musiker, Filmemacher, Schauspieler, Journalisten und Autoren oder auch Entwickler von Software und Computerspielen – all diese schöpferisch und gestaltend tätigen Menschen haben eines gemeinsam: Sie sind Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft unseres Landes.“ Mit diesen Worten begrüßte E.ON-Vorstandsmitglied Georg von Meibom die Gäste des Pro Nordhessen-Herbstevents. „Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordhessen – wie kann die Region profitieren?“ lautete das Thema der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, die seit 2007 alljährlich bei E.ON Mitte ausgerichtet wird.

Blick über einen gut gefüllten Saal: Michael Söndermann vom Büro für Kulturwirtschaftsförderung Köln spricht zu den Gästen der Veranstaltung. Foto: Mario Zgoll

Blick über einen gut gefüllten Saal: Michael Söndermann vom Büro für Kulturwirtschaftsförderung Köln spricht zu den Gästen der Veranstaltung. Foto: Mario Zgoll

In der vielfältigen und quicklebendigen Branche, um die sich an diesem Abend alles drehte, seien immer mehr erfolgreiche Unternehmen tätig, jedoch werde sie nach wie vor maßgeblich von freiberuflich arbeitenden Künstlern und Kulturschaffenden sowie von Klein- und Kleinstbetrieben geprägt. Vielleicht habe man ihr in der Vergangenheit deshalb weniger Beachtung geschenkt, als anderen Teilen der Wirtschaft. „Doch wie wir wissen, entwickelte sie sich in den vergangenen 20 Jahren, bezogen auf Umsatz und Beschäftigung, zu einem der dynamischsten Bereiche unserer Wirtschaft“, so Meibom.

Heute gelte die Kultur- und Kreativwirtschaft als ein bedeutender Wachstumsmarkt und Innovationsmotor für andere Branchen. Nicht nur Ballungszentren, auch Regionen abseits der großen Metropolen verfügten über eine äußerst lebendige und produktive Kreativszene. Gerade Nordhessen sei da ein gutes Beispiel.

250 Millionen direkte Wertschöpfung
Dr. Klaus Lukas, Vorstandsvorsitzender von Pro Nordhessen, verwies auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Nordhessens, die vor allem durch Betriebe in den Bereich Mobilität, Tourismus, Gesundheit sowie alternative und dezentrale Energiequellen geprägt ist. Daneben habe Nordhessen auch in kultureller Hinsicht viel zu bieten.

Sängerin Katja Friedenberg, E.ON-Vorstand Georg von Meibom, Journalistin Christiane Kohl, Pro Nordhessen-Vorstand Dr. Klaus Lukas und Trickfilmregisseur Thomas Stellmach (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Sängerin Katja Friedenberg, E.ON-Vorstand Georg von Meibom, Journalistin Christiane Kohl, Pro Nordhessen-Vorstand Dr. Klaus Lukas und Trickfilmregisseur Thomas Stellmach (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Was, das machte Maria Daskalakis von der Universität Kassel deutlich. Sie gab einen Überblick über die aktuelle Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in Kassel und im Landkreis Kassel sowie über ihre Entwicklungspotenziale. 250 Millionen Euro direkte regionale Wertschöpfung erziele die Branche in der Region und beschäftige dabei zwischen 13.000 und 18.000 Menschen.

Prognosen und Trends der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigte Michael Söndermann vom Büro für Kulturwirtschaftsförderung Köln auf. Er gab einen Überblick über die Branche und skizzierte ihre Bedeutung im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang. Einen Beitrag von 60 Milliarden Euro leiste sie zur Bruttowertschöpfung des Landes, nicht weit abgeschlagen von Automobilindustrie (80 Milliarden) sowie Finanzen und Maschinenbau mit jeweils knapp 73 Milliarden Euro.

Gäste auf dem Podium
Moderiert von Marie-Louise Cardell vom Hessischen Rundfunk gaben im Anschluss Journalistin und Hotelbetreiberin Christiane Kohl, Verleger Conrad Fischer (A. Bernecker Verlag), Günther Schleiff (HHS Architekten), Lichtkünstlerin Astrid Waltenberg, der Oscar-prämierte Trickfilmer Thomas Stellmach, Sängerin Katja Friedenberg, Kai Reinhard (Micromata) und Sebastian Fleither (The Electric Hotel) Einblicke in ihre Arbeit und beteiligten sich an einer Podiumsdiskussion.

Lichtkünstlerin Astrid Waltenberg, Sebastian Fleiter (The Electric Hotel), Regional-manager Holger Schach und Conrad Fischer (A. Bernecker Verlag) (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Lichtkünstlerin Astrid Waltenberg, Sebastian Fleiter (The Electric Hotel), Regional-manager Holger Schach und Conrad Fischer (A. Bernecker Verlag) (v.l.). Foto: Mario Zgoll

„Conrad Fischer versorgt uns mit Hochglanzdruckerzeugnissen, die sich sehen lassen können“, stellte Cardell den Melsunger Verleger vor, der die Entstehung der Produkte seines Hauses beschrieb und die wirtschaftlichen Herausforderungen aufzeigte.

Kai Reinhard stellte auf sympathische Weise die Philosophie seines Softwarehauses dar und erläuterte, wie Walt Disney die Entstehung und Umsetzung von Kundenprojekten beeinflusst.

Als elektrischer Nomade outete sich Sebastian Fleiter. Mit seinem Electric Hotel und anderen Projekten wolle er „Rock ’n’ roll“ in die Stromerzeugung bringen.

Künstlerische Höhepunkte der Veranstaltung waren der Kurzauftritt der in Kassel aufgewachsenen Sängerin Katja Friedenberg, die durch die TV-Casting Show „The Voice Of Germany“ bekannt wurde, sowie die Präsentation des sechsminütigen Experimentalfilms „Virtuos Virtuell“ von Thomas Stellmach und Maja Oschmann.

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