Wie ein Start ohne Landebahn – Umweltminister Gabriel zu Gast bei e.on Mitte

Unterschiedliche sachliche Positionen konnten die gute Stimmung bei der Podiumsdiskussion nicht trüben: (von links nach rechts) Minister Sigmar Gabriel, Moderatorin Marie-Louise Cardell, Unternehmer Friedhelm Scholten und EON-Vorstandsmitglied Dr. Dierk Paskert.

Unterschiedliche sachliche Positionen konnten die gute Stimmung bei der Podiumsdiskussion nicht trüben: (von links nach rechts) Minister Sigmar Gabriel, Moderatorin Marie-Louise Cardell, Unternehmer Friedhelm Scholten und EON-Vorstandsmitglied Dr. Dierk Paskert.

Rund 300 Gäste kamen auf Einladung von Pro Nordhessen am 4. November im Foyer der EON Mitte AG zusammen. Auf dem Programm stand mit den Perspektiven der Energieversorgung ein hochaktuelles Thema. Die hochkarätige Referenten passten dazu: EON-Vorstand Dr. Dierk Paskert sprach unter dem Leitgedanken „Energieversorgung der Zukunft – so meistern wir die Herausforderungen“. Der Sontraer Unternehmer Friedhelm Scholten beschäftigte sich mit „Sicherer und kostengünstiger Energieversorgung aus Sicht eines mittelständischen Betriebes“.

Die politischen Perspektiven beleuchtete Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. In seiner Rede schlug er den Bogen von der rasant wachsenden Weltbevölkerung über den Umweltschutz und Klimawandel bis hin zur Finanzkrise. Die Energieversorgung, prognostizierte er, werde „weltweit noch sehr lange ganz oben auf der Tagesordnung stehen“. Gabriel forderte eine sehr viel effizientere Energieversorgung: „Wir verschwenden noch unglaublich viel, nicht zuletzt in den Gebäuden“, konstatierte der Politiker. Die Kraft-Wärme-Koppelung müsse ausgebaut und der Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 verdoppelt werden. Ausgebaut werden müsse auch die erneuerbare Wärmetechnik. „Ein schlafender Riese“, so Gabriel. Solange die Effizienzpotenziale nicht ausgeschöpft würden, könnten die Klimaschutzziele nicht erreicht werden.

Gabriel bekräftigte seine Position zur Kernkraft. Es sei unredlich, einen Ausbau zu fordern, solange die Entsorgung nicht gelöst sei. „Das ist so, als würde man mit einem Flugzeug starten, ohne zu wissen, ob es eine Landebahn gibt“, griff der Umweltminister in die rhetorische Trickkiste.

Im Publikum gab es viel Lob für die Veranstaltung und die Initiatoren. Es sei „spürbar, wie das offene, kreative und effiziente Management des Regionalmanagements und seiner Partner einen erfrischenden Wind durch nordhessische Köpfe wehen lässt“, hatte Georg von Meibom, Vorstandsmitglied von Pro Nordhessen und EON Mitte, in seiner Begrüßung gesagt. Dieser Wind mache die Stärken der Region bewusst und animiere, neue Kräfte zu aktivieren.

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