Wirtschaftliche Entwicklungen und Chancen – Die Region Nordhessen positioniert sich

regionnordhessenpositioniertsichDie aktuellen Zahlen zur regionalen Entwicklung zeigen, dass das nordhessische Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 1997 bis 2006 um 25 Prozent gewachsen ist. Damit liegt die Region klar über dem Bundesdurchschnitt. Auch die direkten Konkurrenten Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kommen da nicht mit. 

„Nordhessen erreicht inzwischen mit einem BIP von 28.600 Euro pro Einwohner 102 Prozent des gesamtdeutschen Durchschnitts“, erklärt Marita Prochaska vom Bereich Presse und Kommunikation der Helaba.

Die Region erhielt durch den vor allem von der Industrie getragenen Konjunkturzyklus besondere Impulse. Diese verstärkten sich durch das hohe Gewicht des Sektors. Prochaska: „Der Anteil der Industrie an der nominalen Bruttowertschöpfung ist mit 27 Prozent in Nordhessen hoch und übertrifft den südhessischen Wert um acht Prozent.“ Nach ihrer Einschätzung hat sich die Dynamik der nordhessischen Industrie in den vergangenen Jahren spürbar beschleunigt.

Für 2008 zeichnet sich ein weiterer Zuwachs ab: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres war die Steigerungsrate der Industrie in Nordhessen fast doppelt so hoch wie Hessens Durchschnitt. Dabei gewannen die Auslandsmärkte zunehmend an Bedeutung: Seit 2001 wurde die Exportquote von 28 auf 44 Prozent gesteigert und damit nahezu der bundesdeutsche Durchschnitt erreicht. „Das zeigt, dass nordhessische Produkte international gefragt sind und die Unternehmen eine hohe Wettbewerbsfähigkeit aufweisen“, so die Helaba-Managerin.

Die nordhessische Arbeitslosenquote lag in der Vergangenheit meist mehr als zwei Prozentpunkte über dem hessischen Durchschnitt. Das hat sich geändert. Der Wert überstieg im Juli 2008 mit 7,1 Prozent nur geringfügig den Hessens (6,7 Prozent). Zudem konnte die Region ihren Vorsprung zu den Nachbarbundesländern Niedersachsen (7,7 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (8,6 Prozent) ausbauen.

Der Ausblick allerdings fällt eher trüb aus. Das deutsche Wirtschaftswachstum dürfte 2008 mit arbeitstäglich bereinigt 1,7 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr. Nachdem im ersten Quartal noch eine hohe Dynamik festzustellen war, ist das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr 2008 gesunken. Zunehmend wirken sich die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten, der starke Euro und die Finanzmarktkrise negativ aus. Eine Abkopplung von der Weltwirtschaft ist für Deutschland nicht möglich.

2009 wird das Wachstum, so die Helaba-Einschätzung, trotz verbesserter Rahmenbedingungen in Deutschland nur noch ein Prozent betragen. Der industriebasierte Konjunkturzyklus ist auch 2008/2009 für die Wirtschaftsentwicklung in Nordhessen ausschlaggebend. Prochaska: „Nach der weltwirtschaftlichen Abschwächung wird sich das wieder positiv auswirken – sowohl auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als auch auf den Arbeitsmarkt in Nordhessen.“ Um in konjunkturellen Schwächephasen ein zweites Standbein zu entwickeln, gelte es, die Vernetzung mit dem dienstleistungsorientierten Süden Hessens zu intensivieren, so dass der erreichte Vorsprung in den kommenden Jahren gesichert und ausgebaut werden könne.

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