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Jérôme Nr. 27

JÉRÔME FEUILLETON Im Sepulkralmuseum: Die dunkle Seite des Lebens Mitten ins Schwarze Von Jan Hendrik Neumann D schriichndiecrh umhter Heinricehbracht“,,nehtiacN Heregdfanihldanen Schldscciut D an Debibe’kannend 1844, und damit wählte er das während der Zeit der Romantik häufig genutzte Motiv der Nacht zur Versinnbildlichung finsterer Gedanken, das sich am Anfang von „Schwarz ...“, der thematisch gegliederten Jubiläumsausstellung des Kasseler Museums für Sepulkralkultur, auch in Francisco de Goyas berühmter Grafik „Der Schlaf der Ver- nunft gebiert Ungeheuer“ von 1799 findet, in dem das Unheimliche des Dunkels noch ver- stärkt wird durch Fledermaus- und Eulenschwär- me. Ein anderes ausgestelltes Werk zu diesem Thema stammt von dem jahrzehntelang in Kassel wirkenden Theater- und Landschaftsmaler Jo- hann Georg Primavesi (1774–1855), der einen regen Austausch mit Johann Wolfgang von Goe- the geführt hatte, welcher wiederum, als Farbpsy- chologe, alle dunklen Töne, alle Graustufen, als „das Trübe“ bezeichnet hatte, die für „das finstere Gemüt“ stünden. Die Ankunft des schwarzen Schwans Dass auch manchen Tagen im allgemeinen Sprachgebrauch Schwarzes anhaftet – so etwa dem „Schwarzen Donnerstag“, jenem New Yorker Bör- senkrach vom 24. Oktober 1929, der in Europa aufgrund der Zeitverschiebung seither als „Schwarzer Freitag“ gilt – wird mit per Guckkas- teninstallation veranschaulichten Unglückstagen jüngeren Datums illustriert. In diesem Zusam- „Auf schwarzen Schwingen kommt der Tod“: eine den Schrecken der Pestzeit gewidmete seit einigen Jahren verwendete Sinnbild vom das Schicksal des kleinen Ortes Leonberg, in dem die Seuche besonders grausam wüteteSzenerie der aktuellen Ausstellung „Schwarz ...“. Der Original-Gedenkstein links erinnert annraneisBördnunrekanBretnuasdtsiganhen„Schwarzen Schwan“, als Bezeichnung für die An- m kunft einer neuen Wirtschafts- bzw. Finanzkrise, von bislang erst kurzer Präsenz, anders als etwa bei der Farbe Schwarz in der Kunst, die im 20. Jahrhundert, angefangen mit Kasimir Male- witschs „Das schwarze Quadrat“ von 1914/15, bei einigen Malern sogar zur dominanten Farbe wur- 26 www.jerome-kassel.de


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