Mobilität im Doppelpack

Mit viel Engangement und Ideen hat Nadja Gläser ihre neue Aufgabe begonnen. „Ich bin von Beginn an in den Unternehmen und Institutionen gut aufgenommen worden“, sagt sie. Foto: Mario Zgoll

Mit viel Engangement und Ideen hat Nadja Gläser ihre neue Aufgabe begonnen. „Ich bin von Beginn an in den Unternehmen und Institutionen gut aufgenommen worden“, sagt sie. Foto: Mario Zgoll

Seit 1. September leitet Nadja Gläser das Cluster Mobilität in der Regionalmanagement Nordhessen GmbH. Zusätzlich zu ihrem Job als Leiterin der Geschäftsstelle des Mobilitätswirtschaft Nordhessen Netzwerks (MoWiN.net e.V.). Vielfältige und spannende Aufgaben warten nun im Doppelpack auf sie.

Nadja Gläser steht zu 100 Prozent hinter Nordhessen. „Ich mag Nordhessen sehr und fühle mich wirklich wohl“, sagt die gebürtige Diepholzerin, die zum Studium nach Kassel kam. Kein Wunder, die Lage in der Region ist gut. „Weil sie eine sehr hohe Lebensqualität bietet und eine der dynamischsten Städte Deutschlands ist. Und ich mag es, morgens aufzustehen und auf den Bergpark zu blicken.“ Dennoch fühlt sie sich ihrer alten Heimat verbunden und besucht ihre Familie gerne. Nadja Gläser liebt an Nordhessen noch etwas anderes: „Die Möglichkeiten der Mobilität – zum Beispiel durch den ÖPNV, Konrad oder Car-Sharing. Und das nutze ich auch. Das Auto habe ich abgeschafft.“ Seit dem 1. Februar 2010 leitet sie die Geschäftsstelle des Mobilitätswirtschaft Nordhessen Netzwerks – kurz: MoWiN.net e.V., dem private Unternehmen, Fakultäten und öffentliche Institutionen der lokalen Mobilitäts-Industrie angehören.

Seit dem 1. September dieses Jahres leitet Nadja Gläser nun auch das Cluster Mobilität in der Regionalmanagement Nordhessen GmbH. Bereits seit September 2008 ist sie dort tätig. Seit 2010 ist sie unter anderem als Projektleiterin für internationale Projekte zuständig. „Ich bin von Beginn an in den Untenehmen und Institutionen gut aufgenommen worden“, sagt sie. „Ich habe das Gefühl, dass unsere Arbeit geschätzt wird.“

Ihre wichtigsten Tätigkeiten im Cluster Mobilität sind die Koordination von regionalen und transnationalen Projekten sowie von Veranstaltungen. Dazu zählen unter anderem die Akquise und das Management von regionalen und transnationalen Forschungs- und Förderprojekten wie Interreg IVB und FP7, die Öffentlichkeitsarbeit, Messeauftritte oder die Ansiedlung und Vermarktung von Logistik-Flächen. „Selbstverständlich gehören auch Konferenzen wie der Kongress eMobility 2012 oder die Nahverkehrstage 2013 in meine Verantwortung“, berichtet Gläser.

In nur vier Jahren hat Nadja Gläser einen steilen Weg beschritten. Begonnen hat sie beim Regionalmanagement als Praktikantin im Rahmen ihres Stadtplanungs-Studiums. Ihre Aufgaben waren zum Beispiel die Organisation des jährlichen Kooperationsforums und die Koordination eines Magazins im Cluster Mobilität.

Begonnen hat sie mit dem Studium der Landschaftsarchitektur. „Mir hat es Spaß gemacht, kreativ zu sein“, sagt sie. Doch letzten Endes haben sie übergeordnete Fragen interessiert, die in der Stadt- und Regionalplanung behandelt werden. So sattelte sie um. Ihre Diplomarbeit, die sie in Englisch verfasste, widmete sich dem Thema „Ethische Reflexion der gleichwertigen Lebensverhältnisse in Deutschland.“

Menschen und Kulturen kennenlernen
Was sie an ihrem Job am meisten liebt? „Er ist sehr abwechslungsreich. Ich lerne viele neue Kulturen und Menschen kennen. Es sind Persönlichkeiten, von denen ich viel lernen kann.“ Der Wunsch, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen, begleitet sie bereits ein Leben lang. Stipendien ermöglichten es ihr, ein Semester in den USA zu verbringen.

„Ein spannendes Land“, sagt sie. „Ich habe während dieser Zeit verstanden, in welchen gesellschaftlichen Zusammenhängen es tickt.“ Beispielsweise wie Bildung dort funktioniere: Dass sie zwar sehr teuer, aber dennoch nicht auf Qualität ausgerichtet sei. „Die Menschen werden durch und durch zu Konsumenten erzogen“, sagt sie. „Da merkt man erst, wie wertvoll unser vergleichsweise intaktes Sozialsystem ist.“

Viele Ideen hat sie mit in den neuen Job gebracht, um die Mobilitäts-Themen der Zeit anzugehen: „Im Vordergrund stehen Intermodalität, alternative Antriebe und grüne Logistik“, sagt sie. „Wir sehen uns als Mittler zwischen den Unternehmen, interessierten Mitarbeitern und anderen Institutionen. Es ist sehr wichtig, sich in Netzwerken auszutauschen.“

Nachhaltige Logistiksysteme schaffen
Gläser nennt Aktivitäten: Vermehrt sollen nachhaltige Logistiksysteme geschaffen werden, „um Emissionen zu reduzieren. Gemeinsam mit Schenker planen wir zum Beispiel ein Projekt zur CityLogistik.“ Das Cluster koordiniert auch Aktivitäten im Personalmarketing. Um Azubis zu gewinnen, wird ein gemeinsamer Stand mit MoWiN.net-Mitgliedern auf den Azubi- und Studientagen in Kassel organisiert. „So haben auch kleine Unternehmen eine Chance, sich zu präsentieren.“

Ihr bisher größtes und wichtigstes regionales Projekt ist „FREE“, das im Freizeit- und Eventverkehr, sprich bei Großveranstaltungen, auf intermodular buchbare Elektrofahrzeuge setzt. „Mit E-Fahrzeugen möchten wir den zusätzlichen Transportbedarf decken – emissionsfrei, um die Luftqualität nicht zu gefährden. Wir versprechen uns auch neue Erkenntnisse, um E-Mobilität verstärkt zu integrieren und zukunftsfähige Mobilitätskonzepte zu entwickeln“, sagt Gläser. Partner des Projekts sind unter anderem die KVG, Eon Mitte, die Uni Kassel und Movelo. Mit Fördermitteln des Bundesverkehrsministeriums soll es zum Ende des Jahres losgehen.

Auch privat ist sie sehr aktiv: Mountainbike fahren, Reiten, Lesen, ins Kino gehen und Freunde treffen zählen zu ihren Hobbys. „Ich liebe es, laufen zu gehen – vor allem im Habichtswald. Leider habe ich nur morgens oder abends Zeit dafür – und dann meistens auch zu wenig.“

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