Brüder Grimm Festival: Sommerzeit ist Märchenzeit

Vom 11. Juni bis 24. August findet zum siebten Mal das Brüder Grimm Festival in Kassel und der Region statt. Das Märchenmusical „Rumpelstilzchen im Rausch des Goldes“ und Theater für Kinder stehen auf dem Programm, das auch in diesem Jahr wieder Tausende Besucher locken wird.

Wir schreiben das Jahr 1860. Am Nicefield River, einem Fluss inmitten Amerikas, schürfen Abenteurer nach Gold. In diesem Sommer versuchen sie ihr Glück in Kassel. Um genau zu sein: im Park Schönfeld. Nicefield River – so hat Regisseur Michael Fajgel den Fluss in seinem Märchenmusical „Rumpelstilzchen im Rausch des Goldes“ genannt. Zu sehen ist es ab dem 24. Juli beim diesjährigen Brüder Grimm Festival in Kassel.

Kieselsteine werden zu Gold

Ihr Herz schlägt für das Festival: Peter Zypries, Julia Wagner und Michael Fajgel (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Ihr Herz schlägt für das Festival: Peter Zypries, Julia Wagner und Michael Fajgel (v.l.). Foto: Mario Zgoll

Fajgel erzählt darin frei nach den Brüdern Grimm das Stück von der Müllerstochter, den Goldgräbern und einer kleinen geächteten Kreatur, deren Namen niemand kennt. Die „Lust an der Interpretation“ treibt ihn bei seinen Inszenierungen an. Das märchenhaft-verwunschene Ambiente des Parks ist wie geschaffen für die Geschichte aus dem Land der Goldgräber, für die Geschichte von der Suche nach dem schönen Schatz im Fluss, für die Geschichte vom findigen Rumpelstilzchen und der fleißigen Marie, in deren Händen Kieselsteine plötzlich zu Gold werden.

34 Aufführungen des Musicals stehen auf dem Programm. Gezeigt werden sie erstmals auf der neuen Seebühne im Park Schönfeld. Am unteren Teich des idyllischen Parks hat die Stadt Kassel eine steile Natursteintribüne mit rund 400 Plätzen bauen lassen, die Bestuhlung finanzierte die Firma Wintershall Holding GmbH – davor entsteht in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk eine rund 100 Quadratmeter große Seebühne. Dort, auf einem Rondell und am Ufer des Teiches werden die sechs Schauspieler zu den Popsongs von Roland Oumard spielen, singen, tanzen und das Publikum verzaubern. Die eigene Bühne ist für Michael Fajgal und Peter Zypries ein erfüllter Traum: „Der Park, Kassels erster Bürgerpark, in dem einst die Grimms sich am Teeplatz mit von Arnim und Brentano austauschten, ist dafür wie geschaffen.“ Die beiden sind das kreative Herz des Festivals, seine Gründerväter und Köpfe des Vereins Brüder Grimm Festival e.V. Der Verein ist klein und fein: Unterstützt werden Zypries (1. Vorsitzender) und Fajgel (2. Vorsitzender) bei der Organisation des Festivals von Loreen Fajgel, Helge Herrmann, Dr. Johannes Heimbucher, Michael Kaiser, Michael Koch und Julia Wagner.

Seit 2008 kamen 100.000 Zuschauer

Foto: Brüder Grimm Festival Kassel e. V.

Foto: Brüder Grimm Festival Kassel e. V.

Das Festival findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Seit 2008 begeistert es Sommer für Sommer mit märchenhaften Produktionen – zunächst auf der Insel Siebenbergen, später im Botanischen Garten. Seitdem ist das Festival eine Erfolgsgeschichte. Der Mut, Kultur unter freiem Himmel zu zeigen, hat sich gelohnt: „Rund 100.000 Zuschauer haben wir bis heute gezählt, nur drei Veranstaltungen mussten ausfallen“, erzählt Zypries. Dass die Stadt Kassel den Bau der Tribüne finanziert, ist mehr als eine Anerkennung des Erfolgs. Es ist eine wertvolle Investition in die Zukunft.

Die Stadt Kassel und das Technische Hilfswerk zählen zu den Förderern der ersten Stunde, ebenso wie der Landkreis Kassel, Kassel Marketing, Kasseler Sparkasse, Sparda-Bank Hessen, Städtische Werke, EAM, HNA, der Förderverein R. D., die GrimmHeimat NordHessen, die Firma Jordan, die IHK Initiative Unesco Welterbe, das Staatstheater Kassel und die Universität Kassel. „Ihnen allen gilt unser Dank. Sie machen es möglich, dass wir pro Spielzeit ein Budget von rund 300.000 Euro zur Verfügung haben“, sagt Zypries stolz.

Dass er dieses einmal brauchen würde, hatte Fajgel 2008 nicht gedacht. Sein Wunsch war es, einmal ein Märchenmusical auf die Bühne zu bringen. Doch der Austausch mit Zypries war für den Leiter des Theaters im Centrum in Kassel so fruchtbar, dass diese Idee des Festivals Initialzündung war. Sein Publikum will es selbstverständlich meisterlich unterhalten. Und es will den Menschen das vielfältige Werk der Grimms offenbaren. „Es ist eine Herausforderung etwas zu schaffen, das Kindern und Erwachsenen zugleich Freude macht“, sagt Fajgel.

Auftakt in Vellmar

Foto: Brüder Grimm Festival Kassel e. V.

Foto: Brüder Grimm Festival Kassel e. V.

Seit dem 11. Juni ist in der diesjährigen Partnerstadt Vellmar die Doppelausstellung „Märchenhafte Ansichten“ und „Skurrile Objektkunst“ zu sehen. Das Kinderprogramm im Theaterzelt startet am 15. Juli, wo das Spielraum-Theater und das Theater Laku Paka ihre Produktionen zeigen. Am 20. Juli gibt es im Park ein großes Märchenfest für die ganze Familie und am 17. August ein Kinderkonzert mit Herrn Müller und seiner Gitarre. Das Märchenmusical läuft vom 24. Juli bis 24. August.

Auch Kulinarisch werden die Gäste vom Feinsten verwöhnt: Thomas Ernst von der Pralinenwerkstatt, Frank Schicker von Alles klar und Claudio Carciola von La Galleria öffnen an allen Veranstaltungstagen um 15 Uhr ihre Pforten – und zwar in einem Biergarten direkt am Teich. So wird der Sommer im Park Schönfeld rundum märchenhaft.

Karten für das Festival

Karten für das Märchenmusical „Rumpelstilzchen im Rausch des Goldes“ kosten 23 und 25 Euro (Erwachsene), 20 und 22 Euro (ermäßigt) und 13 Euro (Kinder ab 12 Jahren), Familienkarten 55 und 62 Euro. Sie sind erhältlich unter www.brueder-grimm-festival.com oder von montags bis freitags (10 bis 18 Uhr) und samstags (10 bis 13 Uhr) im Theater im Centrum (Akazienweg 24, 34117 Kassel, Telefon 0561 70187 22).

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