Sex und Evolution im Naturkundemuseum

Sex! Kaum ein Thema erregt mehr Aufmerksamkeit. Wie wunderbar und kreativ es auf diesem Feld der Natur zugeht, zeigt das Naturkundemuseum Kassel mit seiner neuen Sonderausstellung „Sex und Evolution“. Diese ist ab Samstag, 17. Oktober, zu sehen und für alle Besucherinnen und Besucher ohne Altersbeschränkung konzipiert. Die Schau mit eindrucksvollen Exponaten und Objekten widmet sich auf 400 Quadratmetern den verschiedensten Facetten der sexuellen Fortpflanzung im Tier- und Pflanzenreich sowie deren Bedeutung für die Evolution. Auch der Mensch mit seiner Sexualität ist Thema der Sonderausstellung und schmunzelnd werden Parallelen zur Tierwelt gezogen. Schließlich basiert ein Großteil unserer Kultur auf dem Werben der Geschlechter.

Plakat der Ausstellung Sex und Evolution. Quelle: Stadt Kassel

Plakat der Ausstellung Sex und Evolution. Quelle: Stadt Kassel

Sexuelle Fortpflanzung ist aufwendig und zeitraubend – trotzdem pflanzt sich die Mehrheit der Arten auf dieser Erde sexuell fort. Die Besucher erfahren, warum die aufwendige sexuelle Fortpflanzung seit hunderten von Millionen Jahren so erfolgreich ist: Sie ermöglicht den Arten, Nachkommen mit unterschiedlichen Eigenschaften zu bekommen und sich damit besser an Veränderungen der Umwelt anzupassen. Ohne Sex gäbe es auf unserer Erde weder uns Menschen, noch die Vielfalt des Lebens, die wir heute haben.

Sexualität bei Mensch und Tier
Die Ausstellung zeigt auch, warum das „schöne“ oft nicht das weibliche Geschlecht ist, klärt auf, wie Männchen ticken und was Weibchen wollen und wie sie trotz unterschiedlicher Interessen am Ende doch zusammenfinden. Gezeigt wird zum Beispiel das skurrile Paarungsverhalten der Bettwanze sowie die Verführungskünste der Kampfläufer. Die Besucher erfahren, was ein Liebespfeil ist und lernen, warum das Schnüffeln an verschwitzten T-Shirts Menschen mitunter bei der Partnersuche hilft.

Die Palette der raffinierten Strategien zur Partnerfindung und der Hürden, die oft zu überwinden sind, um Nachwuchs zu zeugen, ist groß. Sie reicht von Licht- und Lautsignalen bis zu bizarren Tanzritualen und Brautgeschenken, die auch Teile des männlichen Körpers beinhalten können. Auch tierische Zwitter werden gezeigt, die eigentlich meist lieber die männliche Rolle übernehmen möchten. Außerdem macht die Ausstellung deutlich, dass es sich bei der Homosexualität um einen Teil des normalen Verhaltensrepertoires vieler Tierarten handelt. Homosexualität wurde schon bei über 1.500 Arten wissenschaftlich dokumentiert und wird in der Ausstellung mit vielen Arten, unter anderem Delfinen und Pinguinen, präsentiert.

Auch das Paarungsverhalten unserer nächsten Verwandten, der Menschenaffen, wird thematisiert. Hier geht es über die Mono- über die Polygamie bis hin zur Konfliktlösung mittels Sex. Vielfältig war auch das menschliche Sexualverhalten im Laufe der Evolution. Gegen Ende der Ausstellung wird die Rolle von Sex in verschiedenen Kulturen dezent angesprochen und behutsam auf aktuelle Entwicklungen angespielt.

Abwechslungsreiche Wissensvermittlung durch Workshops & interaktive Medien
Inszenierungen, Mitmachstationen und interaktive Medien sorgen in der Ausstellung für eine abwechslungsreiche und interessante Wissensvermittlung. Eine ganze Reihe von Führungs- und Workshopangeboten runden das Repertoire dieser Ausstellung ab. Die Ausstellung eignet sich zudem in hervorragender Weise als Ergänzung zum schulischen Sexualkundeunterricht. Zusätzlich sind ab Januar 2016 literarische Erkundungen unter dem Motto „Überwiegend Damenwahl“ durch die Ausstellung sowie Begleitvorträge geplant.

Zu den üblichen Öffnungszeiten kann die Ausstellung „Sex und Evolution“ bis zum 17. April 2016 besucht werden. Informationen zu den Öffnungszeiten gibt es unter www.naturkundemuseum-kassel.de.

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