Selbst gesund bleiben, um andere gesund zu machen

Die Walking-Gruppe der Gesundheit Nordhessen trainiert jeden Montag, links Personalvorstand Birgit Dilchert. Foto: Mario Zgoll

Die Walking-Gruppe der Gesundheit Nordhessen trainiert jeden Montag, links Personalvorstand Birgit Dilchert. Foto: Mario Zgoll

Zu wissen, wie man gesund lebt, und dieses Wissen auch umzusetzen, sind zwei Paar Schuhe. Auf diesem Gebiet bilden Ärzte, Pflegekräfte und andere Beschäftigte in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen keine Ausnahme. Gern arbeiten gehen, gesund leben und auch in fortgeschrittenem Alter angemessene Arbeitsbedingungen vorfinden – das sind kurz gesagt die wesentlichen Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements der Gesundheit Nordhessen Holding AG, zu der unter anderem das Klinikum Kassel, das Ludwig-Noll-Krankenhaus, das Reha-Zentrum und die Seniorenwohnanlagen gehören. Im Interview erläutert Personalvorstand Birgit Dilchert, wieso die Gesunderhaltung der Beschäftigten oben auf der Agenda ihres Unternehmens steht.

Jérôme: Die Gesundheit Nordhessen Holding AG betreibt seit ihrer Gründung ein Betriebliches Gesundheitsmanagement. Was genau verstehen Sie darunter?

Birgit Dilchert: „Ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement trägt wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Wir versuchen mit der Betrieblichen Gesundheitsförderung, die Motivation und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. Das fängt bei Fitnesskursen an, die unsere Beschäftigten exklusiv besuchen können und geht weiter mit Trainings zur Stressprävention sowie diversen Angeboten zur Unterstützung eines gesunden Lebensstils. Letztlich trägt dazu auch eine Personalpolitik bei, die sich darum bemüht, dass Beschäftigte gern in unseren Unternehmen arbeiten.“

Jérôme: Heute nehmen psychische Erkrankungen wie „Burnout“ immer mehr zu. Wie begegnen Sie dieser Entwicklung?

Birgit Dilchert: „In erster Linie mit Prävention. Ich zähle dazu beispielsweise die unternehmensweite Einführung der Mitarbeitergespräche. Unsere Führungskräfte haben die Aufgabe, sich einmal jährlich – orientiert an einem Gesprächsleitfaden – mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszutauschen. Das gibt jedem Beschäftigten die Chance, Verbesserungsvorschläge zu machen, die persönliche Situation zu reflektieren und über Entwicklungsperspektiven zu sprechen. Darüber hinaus bieten wir gezielt Supervision, Coaching und Teamentwicklung an. Des Weiteren haben wir eine Sprechstunde für Beschäftigte mit psychischen Problemen eingerichtet. Sie wird von einem externen Fachmann angeboten, der natürlich der Schweigepflicht unterliegt.“

Jérôme: Was haben Sie als Unternehmen davon, wenn Sie Geld in die Gesundheitsförderung Ihrer Mitarbeiter stecken?

Birgit Dilchert: „Wir haben gleich in mehrfacher Hinsicht etwas davon. Bei uns wird den Beschäftigten viel abverlangt. Sie müssen konzentriert und oft hoch spezialisiert arbeiten. Mit dem Gesundheitsmanagement versucht die Gesundheit Nordhessen zum Wohlbefinden, zur körperlichen und seelischen Gesunderhaltung der Beschäftigten beizutragen. Wir erhoffen uns dadurch natürlich eine positive Auswirkung auf Betriebsklima, Motivation und letztlich auch das Arbeitsergebnis. Darüber hinaus steigern wir durch diese Maßnahmen unsere Attraktivität als Arbeitgeber. Tariflohn und geregelte Arbeitszeiten sind für uns selbstverständlich. Das reicht aber nicht aus, wenn man bedenkt, dass heute schon Mediziner fehlen und dasselbe Problem für die Pflegekräfte bereits absehbar ist. Verantwortung für die Gesunderhaltung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen, ist daher für ein Unternehmen, das als Gesundheitsdienstleister auch zukünftig erfolgreich sein will, unerlässlich.“

Jérôme: Gilt das auch für Sie selbst, nutzen Sie die betrieblichen Gesundheitsangebote Ihres Unternehmens?

Birgit Dilchert: „Ja, ich bin regelmäßig bei der GNH-Walkinggruppe in der Kasseler Aue dabei. Ich finde diese Aktivität sehr schön, weil wir uns in der Natur bewegen und weil ich so die Gelegenheit habe, mich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen ungezwungen auszutauschen. Dieses Jahr habe ich es außerdem zum ersten Mal geschafft, mit der traditionell großen GNH-Gruppe im türkisfarbenen Shirt beim Kassel-Marathon mitzumachen.“

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