Das Unternehmen auf den Stichtag forcieren

Serie (4): Projekt Unternehmensnachfolge – Der Unternehmensverkauf

Der Unternehmensverkauf ist eine weitere Option, die Unternehmensnachfolge zu regeln. Auch hier gilt: „Der Wechsel an der Spitze des Unternehmens sollte vorausschauend und mit professioneller Hilfe geplant werden“, sagt Thomas Werner, Steuerberater und Gesellschafter der renommierten Kasseler Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Prof. Dr. Ludewig + Sozien. Er rät, bereits mehrere Jahre zuvor mit der Vorbereitung zu beginnen.

Schwieriges Umfeld

Entscheidend für den Verkaufswert: die Gewinnentwicklung. Foto: fotolia.com

Entscheidend für den Verkaufswert: die Gewinnentwicklung. Foto: fotolia.com

Einem Report zur Unternehmensnachfolge 2013 zufolge, den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erstellte, gibt es künftig immer weniger Kandidaten für immer mehr zu verkaufende Unternehmen. Das ist unter anderem der demografischen Entwicklung geschuldet. Und psychologischen Elementen: „Denn die Chemie zwischen Anbieter und Nachfrager muss genauso stimmen wie die zwischen der Belegschaft und dem „Neuen“, sagt Werner. Ebenso müssten finanzielle und steuerrelevante Aspekte berücksichtigt werden.

Die Finanzierungsfragen sind in aller Regel lösbar – auch wenn sie laut DIHK-Bericht oftmals das größte Hemmnis auf Seiten der Übernehmer sind. „Generell müssen zahlreiche Einzelaspekte geprüft werden“, erläutert Werner. Das beginne bei der Festlegung der Übergabeziele und der Auswahl eines Nachfolgers, beinhalte die Prüfung von Übergabemodellen und deren steuerliche Auswirkung und Kosten ebenso wie die Rechte Dritter. Auch für die Übergabe sollte es einen Zeitplan geben, der unter anderem die Arbeitsteilung, Aufgaben und Kompetenzen von Inhaber und Nachfolger während einer Übergangsphase regelt. Und letztlich wird beim Verkauf eine sorgfältige Betriebsanalyse erforderlich: eine Due Diligence Prüfung, ein Verfahren, das das rechtliche Umfeld des Unternehmens für den Käufer ermittelt.

Gewinne optimieren

„Je höher der Gewinn, desto hochpreisiger wird ein Unternehmen verkauft“, erklärt Werner. Ergo: „Man muss es auf den Verkaufsstichtag forcieren. Der Betrieb muss profitabel sein, der Gewinn vor allem nachhaltig.“ Um das Ziel zu erreichen, gilt es Gewinne zu optimieren. Hierfür könne es sinnvoll sein, nicht betriebsnotwendiges Vermögen zu separieren. Entscheidend für den Verkaufswert sei die Gewinnentwicklung: „Die Prognose fußt auf dem Trend der Vergangenheit.“

Liegt das Unternehmen nur in einer Hand, so entscheidet der Inhaber alleine über dessen Zukunft. Handelt es sich jedoch um eine Gesellschaft mit mehreren Partnern, muss unter ihnen Einigkeit über die Verkaufsziele herrschen. Gleiches gilt auch für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG): Hier muss die Mehrheit der Gesellschafter, in der Regel mehr als 75 Prozent, zustimmen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Betrieb zu veräußern: den Share-Deal (Verkauf von Anteilen) und den Asset-Deal (Verkauf von Vermögenswerten). Unterschiede ergeben sich unter anderem bei der steuerlichen Abschreibung beim Erwerber. „Der Asset Deal ist für den Käufer günstiger, da Vermögenswerte abgeschrieben werden können, die einem Wertverzehr unterliegen“, sagt Werner. Auch für die Zahlung des Kaufpreises gibt es verschiedene Modelle: Sofortzahlung, Raten und Kaufpreisrente: „Die Sofortzahlung ist ohne Risiken für den Verkäufer. Die Kaufpreisrente kann ihm Vorteile durch Wahlrechte bei der Besteuerung bieten.“

Der Unternehmensverkauf verlangt dem Verkäufer einiges ab: „Es ist kein Geschäft, das man von heute auf morgen tätigt“, sagt Werner. Der Erfolg hänge entscheidend von der Zeit ab, die man in das Projekt investiere, um individuell eine optimale Strategie zu entwickeln.

In der nächsten Ausgabe lesen Sie im fünften Teil der Serie „Projekt Unternehmensnachfolge“ mehr zum Thema „Finanzielle Auswirkungen des Unternehmensverkaufs auf Privatvermögen und Altersvorsorge“.

Kontakt:

Prof. Dr. Ludewig + Sozien

Friedrichsstraße 11

34117 Kassel

Telefon: (0561) 700020

Internet: www.ludewig-sozien.de

Foto: fotolia.com

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