Dr. Werner Neusel: Kassel – eine Stadt zum Wohlfühlen

Sieben Jahrzehnte haben mich Kassel und die engere Region um die Stadt herum begleitet. In 1943 in Obervellmar, im Norden Kassels, geboren und dort lange gelebt, seit 1975 in Baunatal, im Süden des Oberzentrums wohnhaft, war ich praktisch nie ohne Berührung zu dieser Stadt. Besuch der Goetheschule an der Weserstraße, Referendarzeit an Kasseler Gerichten und dann 36 Jahre Tätigkeit im Kasseler Regierungspräsidium am Steinweg. Ich bin wahrlich kein Ausbund von ausufernder Mobilität.

Dr. Werner Neusel, Vorsitzender der Brüder Grimm-Gesellschaft. Foto: privat

Dr. Werner Neusel, Vorsitzender der Brüder Grimm-Gesellschaft. Foto: privat

Dennoch: Ich bereue das nicht. Kassel hat gewiss nicht den Magnetcharakter wie Berlin, Hamburg oder München, sie ist aber zweifellos eine Stadt zum Wohlfühlen, nicht ständig pulsierend, aber auch nie langweilig. Wer will, kann hier nach seinen Neigungen leben. Für Naturfreunde geradezu ein Paradies: die weitläufige Aue mit der Orangerie und die gerade gekürte Welterbestätte mit dem Herkules und Umgebung. Ein starker Kaffee, ein Glas gekühlter Wein oder ein gut gezapftes Bier in einer der zahlreichen Gaststätten mit Blick auf die Fulda – ein Genuss und absolut entspannend. Kulturell hat Kassel ohnehin Weltstatus: die Alten Meister auf Wilhelmshöhe, die documenta und, was mich besonders freut, das Original der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen, seit 2005 Weltkulturerbe, im Grimm-Museum im Palais Bellevue.

Klar, man ist in den Jahren viel in der Welt herumgekommen und hat viele neue Eindrücke gewonnen. Wenn ich aber dann zurückkomme und – egal, ob von Süden oder Norden – in das Kasseler Becken hineinfahre, weiß ich, dass ich hier – und zwar gern – zu Hause bin; wahrlich kein unangenehmes Gefühl.

Dr. Werner Neusel
Vorsitzender der Brüder Grimm-Gesellschaft

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