Bonuszahlung ja bitte, denn: „Ohne mich würden wir ja noch schlechter dastehen!“

Müller+Partner unterstützt und gestaltet seit 1995 die strategische Personal- und Organisationsentwicklung durch moderne Trainings-, Beratungs- und Coachingprogramme. Die sinnvolle Beratung, die den Menschen als Schlüssel für den Unternehmenserfolg entwickelt, steht dabei im Mittelpunkt.

Dieses Zitat fiel vor einigen Wochen in einem hitzigen Gespräch auf Geschäftsführungsebene. Es ging dabei um die Frage der rückwirkenden Bonusauszahlung, trotz schlechtem Geschäftsverlauf.

Leistungsabhängige Vergütungen, mit den zugrunde liegenden Zielvereinbarungen – was man darunter alles verstehen kann, zeigt sich nicht nur in schwierigen Marktzeiten, sondern turnusgemäß zum Geschäftsjahreswechsel. Nämlich dann, wenn es um die Frage in den Führungsetagen geht, ob die vereinbarten Ziele im Unternehmen erreicht wurden und damit die Boni gezahlt werden oder nicht.

Tja – und hier scheint einiges Auslegungssache zu sein. Wie könnte es sonst sein, dass in einer Studie herausgefunden wurde, dass trotz zurückliegender Flaute in vielen Märkten ein Großteil der Manager keineswegs geringere Boni erhält, sondern ihren variablen Gehaltsanteil sogar noch über 30 Prozent steigern konnte?

Dies soll wohl heißen: Es könnte ja sein, dass ein Unternehmen weitaus schlechter dastehen würde, wenn das Management nicht so eine gute Leistung gebracht hätte. Mit anderen Worten: Der Bonus wird dafür gezahlt, dass es dem Unternehmen zwar schlecht geht, aber weniger schlecht als es ihm theoretisch gehen könnte. Richtig?

Wow! Die Botschaft an die Belegschaft lautet damit wohl: Wir haben weniger Minus gemacht als es hätte sein können und das ist uns die volle Prämie wert.

Wie sehen das wohl die Mitarbeiter, die leistungsbezogen bezahlt werden – nach dem eindeutigen
S M A R T-Prinzip: Denn Ziele sind Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert! Und da gibt es wenige Auslegungsmöglichkeiten.

Mich würde daher mal interessieren, ob ein Fußballverein einem Trainer eine Prämie für das Erreichen des Aufstiegs in Aussicht stellt und sie ihm nachher dafür auszahlt, dass der Verein nicht abgestiegen ist? Oder ob der Verkäufer, der seine festgelegte Stückzahl im vergangenen Jahr nicht erreicht hat, am Jahresende doch seine volle Prämie erhält, weil er ja noch weniger hätte verkaufen können?

Gespräche mit diesem Inhalt habe ich in Unternehmen bisher noch nie begleitet! Mhm?

Ihre Ilka Jastrzembowski

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