Der Countdown läuft

Neuer Flughafen Kassel-Calden wird am 4. April eröffnet

Maria Anna Muller war von 1979 bis 1996 in leitenden Positionen bei Fluggesellschaften in Frankfurt am Main tätig, von 1996 bis 1998 bei der Flughafen Frankfurt/Main AG für die Entwicklung der Expressunternehmen zuständig und übernahm 1998 die Position der Direktorin für Vertrieb und Vermarktung am Flughafen Frankfurt-Hahn. 2007 wechselte sie zum Rostock Airport, wo sie bis Juni 2012 Alleingeschäftsführerin der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH war. Seit September 2012 ist Muller Geschäftsführerin der Flughafen GmbH Kassel. Maria Anna Muller ist in Crailsheim-Rossfeld (Baden-Württemberg) geboren und jetzt in Kassel-Wilhelmshöhe wohnhaft. Seit 1989 besitzt sie den Pilotenschein für einmotorige Flugzeuge. Foto: Mario Zgoll

Maria Anna Muller war von 1979 bis 1996 in leitenden Positionen bei Fluggesellschaften in Frankfurt am Main tätig, von 1996 bis 1998 bei der Flughafen Frankfurt/Main AG für die Entwicklung der Expressunternehmen zuständig und übernahm 1998 die Position der Direktorin für Vertrieb und Vermarktung am Flughafen Frankfurt-Hahn. 2007 wechselte sie zum Rostock Airport, wo sie bis Juni 2012 Alleingeschäftsführerin der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH war. Seit September 2012 ist Muller Geschäftsführerin der Flughafen GmbH Kassel. Maria Anna Muller ist in Crailsheim-Rossfeld (Baden-Württemberg) geboren und jetzt in Kassel-Wilhelmshöhe wohnhaft. Seit 1989 besitzt sie den Pilotenschein für einmotorige Flugzeuge. Foto: Mario Zgoll

„Wir sind voll im Zeitplan!“ Maria Anna Muller, Geschäftsführerin des Flughafens Kassel-Calden freut sich auf den 4. April, an dem der neue Regionalflughafen eröffnet wird. Dann startet der erste Flieger mit Ziel Antalya – sicher unter dem Applaus der rund 600 Festgäste aus Wirtschaft und Politik, die sich pünktlich zur Premiere in Nordhessen ein Stelldichein geben werden. Dennoch: „Der Bau bleibt bis zum letzten Tag spannend und auch an den Wochenenden wird gearbeitet“, betont die Flughafenchefin. Das Winterwetter mache schon ein bisschen zu schaffen und es bleibe auch in diesen Wochen und Tagen viel zu tun. „Alle sind voll vertaktet, täglich finden zahlreiche Sitzungen statt“, denn auch letzte Abstimmungen mit Behörden und Gremien bestimmten jetzt den Endspurt bis zum ersten Abflug.

Generalprobe geglückt
Voll zufrieden ist die Geschäftsführung mit der Generalprobe am Boden. Der mehrmalige Probebetrieb von Check-in, Sicherheitskontrollen und Boarding mit Statisten als Passagieren sei auf ein großes Echo gestoßen. „Wir haben nicht erwartet, dass alles reibungslos läuft“; so Muller. Hier stockte ein Gepäckband, dort hätten Sicherheitsgeräte oder -standards nachjustiert werden müssen, das sei normal. Toll aber, die Vorfreude und Neugier der Teilnehmer mitzuerleben. Junge und Alte, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit Kindern, eben ein guter Querschnitt künftiger Fluggäste, hätten mitgemacht. „Das war für alle einfach ein Erlebnis“, freut sich die Geschäftsführerin. Natürlich werde es immer diejenigen geben, die den Flughafen nicht wollten. „Die werden wir nie überzeugen können. Da muss man mit leben.“ Aber ein Regionalflughafen sei einfach nicht mit den großen Airports hinsichtlich Fluglärm und sonstigen Beeinträchtigungen zu vergleichen, gibt Muller grundsätzlich zu bedenken und setzt darauf, dass mit zunehmenden Produkten, sprich Flugangeboten, die Akzeptanz in der breiten Mehrheit der Bevölkerung zunehmen wird.

Sommerflugplan steht
Der erste Schritt dazu ist getan. Der Sommerflugplan steht und verspricht Flugreisen nach Mallorca, Antalya, Reykjavik, Fuerteventura, Teneriffa, Neapel, Jersey, Olbia, Split, Eriwan und Urgench. Zusätzlich bemühe man sich um Adhoc-Charterprogramme, auch während der Internationalen Tourismusbörse (ITB) jetzt im März in Berlin. Aber auch der Winterflugplan sei schon im Hinterkopf. Wenn’s in Deutschland ungemütlich wird, will Maria Anna Muller auf „Warm-Wasser-Ziele“ setzen, also beispielsweise Tunesien, die Kanaren oder Ägypten.

In der Abflughalle wurden mit Holz bewusst warme Akzente gesetzt. Foto: Mario ZgollDen größeren Fluggastzahlen stelle sich der Flughafen selbst mit einem deutlich aufgestockten Personalbestand. Ursprünglich waren es 50, jetzt sind es 143 Mitarbeiter, für die gemeinsam mit der Agentur für Arbeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt erfolgreich geworben worden sei. „Für den Check-in-Bereich, die Flughafeninformation und den Sicherheitsdienst haben wir ausgebildet und trainiert“, bilanziert Muller zufrieden. Darüber hinaus sei die angestrebte Zielmarke von rund 1.000 neuen Arbeitsplätzen durch den Flughafenausbau auch Sache der Unternehmen im direkt angrenzenden Gewerbepark, betont Muller. Aktuell seien hier 19 Betriebe ansässig, aber die Zahl der Interessenten sei groß und erwartungsgemäß steigend. „Leichtes Industriegewerbe, also der gesunde Mittelstand, der auch die gesamte Region trägt, ist hier das Ziel. Große Namen sind natürlich auch willkommen“, blickt die Flughafenchefin nach vorn, gibt aber zu bedenken: „Das wird nicht über Nacht passieren. Doch wenn die Konjunktur hält, sind die Aussichten gut.“

Herkulesarbeit
Und wo soll der neue Regionalflughafen in zehn Jahren stehen? „Als fester Bestandteil der Region und mit einem anständigen Netz an Linienverbindungen“, lautet die Prognose der Geschäftsführerin. „Darüber hinaus würde ich mich sehr freuen, wenn die Herkulesarbeit, die hier geleistet wurde, von der breiten Bevölkerung anerkannt und man einen gewissen Lokalpatriotismus zeigen würde. Das wäre eine schöne Honorierung.“

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