Dr. Frank Walter: Immer im Zentrum, mit Augenmaß

Zugegebenerweise habe ich natürlich den Blickwinkel einer original „Kasseler Pflanze“. Ich bin hier geboren und geblieben. Bodenständig als Handwerksunternehmer an der Fensterfront beobachte ich die positive Entwicklung meiner Heimatstadt. Und arbeite an dem einen oder anderen Puzzlesteinchen dafür auch gern mit. Viele Visionen und Ideen sind wahr geworden im Zeitverlauf.

Dr. Frank Walter, Geschäftsführer Walter Fenster + Türen. Foto: privat

Dr. Frank Walter, Geschäftsführer Walter Fenster + Türen. Foto: privat

Ob es die rasante Entwicklung unserer und meiner Universität ist, die spürbar zunehmende Weltoffenheit für die documenta, ein anregender Vorderer Westen, die Auszeichnung zum Weltkulturerbe oder eine dynamische Wirtschaft: Kassel hat Riesenschritte gemacht und gehört in Deutschland wieder zu den attraktivsten Mittelstädten.

Im Krieg durch die Bombennächte regelrecht der Seele beraubt, hat es lange gedauert, Emotionen wieder zu wecken, die Wunden zu überstehen, die Architektur zu entwickeln, ein Selbstbewusstsein zu entsenden.

Der Fremde oder Reisende glaubt es kaum: Rund um eine „Alte Wurst“ trifft man in Kassel auf liberalen Geist. Und Offenheit, die sich nicht durch übertriebene Gestik der Bussi-links-Bussi-rechts-Gesellschaft auszeichnet. Viele wollen nicht hierher. Und sind sie erst einmal hier, möchten sie nicht mehr weg.

Mein Lieblingsplatz ist die Löwenburg hoch oben im Park. Da komme ich von Zeit zu Zeit bewusst immer wieder hin. Erinnerungen an diesen wunderbaren und mystischen Platz werden wach: als Abiturienten die Partys aus dem Kofferraum dort oben, der erste Freizeitkick mit meinen Zwehrener Freunden (den „Daltons“) aus Kindertagen auf der Wiese des Turnierplatzes und später kulturelle Höhepunkte in Form von Konzerten oder Theateraufführungen. Eine Erinnerungskette über viele Jahre. Auch für einen Spaziergang mit meiner Frau oder für eine Radtour außerhalb der Events ist und bleibt die Löwenburg mein Ort, der Ruhe ausstrahlt und mit dem man sich belohnen darf.

An diesem Ort wünsche ich mir für die Kultur eine immer stärker werdende Kunstwelt mit vielen Galerien und Veranstaltungen, vielleicht sogar eine documenta „2,5“ – eine Zwischen-documenta auf halbem Weg. Für den Sport träume ich weiter und arbeite daran mit, den KSV Hessen Kassel unter den 50 ersten deutschen Fußballclubs zu etablieren. Das fände ich dauerhaft ein schönes Ziel. Für den Bereich Soziales wünsche ich mir eine Stadt mit Herz und Hand für junge Menschen und gleichsam Senioren. In einer solchen Stadt lohnt es sich zu leben: Bildungschancen und Versorgung. Und für die Politik sollte eine Regionalreform die Menschen in Stadt und Land noch enger zusammenbinden. Der Weg sollte zu Kassel/Nordhessen führen.

Im Herzen des Chattenlandes – mit calvinistischem und freiheitlichem Geist – herrscht das „Mäh sin mäh“: Kassel ist für mich die südlichste Stadt des Nordens, die östlichste Stadt des Westens, die nördlichste Stadt des Südens und die westlichste Stadt des Ostens. Alle Facetten finden wir hier. An der Fulda herrscht aber kein Mittelmaß, sondern Augenmaß und die Verknüpfung unterschiedlichster Knotenpunkte und Ideen. Immer im Zentrum. Mein und unser Kassel.

Dr. Frank Walter
Geschäftsführer Walter Fenster + Türen

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