Zeit der Bescheidenheit ist vorbei

„Die Zeit der Bescheidenheit ist jetzt ehrlich gesagt vorbei“, sagte Dr. Fritz Westhelle, Clubchef des KTC Bad Wilhelmshöhe, am Mittwoch beim traditionellen Empfang der Stadt Kassel anlässlich der Wilhelmshöhe Open 2013 in der Clubgaststätte  „Route 66“ (Frank Stenzel und sein Team meisterten die Premiere hervorragend). Das meinte Fritz Westhelle ernst, aber auch mit einem Augenzwinkern. Denn abheben wird jetzt natürlich keiner – aber durchaus selbstbewusst nach vorne schauen. Zuvor hatte Schirmherr und Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen noch einmal ausdrücklich betont, „der Club kann stolz sein, denn man ist nun auf Weltniveau.“

Mit neuem Netz: Stefan Sotzek (Safima), OB Bertram Hilgen, Clubchef Dr. Fritz Westhelle, Städtische Werke-Chef Andreas Helbig, Jochen Johannink (Vorstand Kasseler Sparkasse), BMWNiederlassungsleiter Gotthold Heim, Turnierdirektor Dr. Eberhard Engelmann (v.l.). Foto: Dieter Schachtschneider

Mit neuem Netz: Stefan Sotzek (Safima), OB Bertram Hilgen, Clubchef Dr. Fritz Westhelle, Städtische Werke-Chef Andreas Helbig, Jochen Johannink (Vorstand Kasseler Sparkasse), BMWNiederlassungsleiter Gotthold Heim, Turnierdirektor Dr. Eberhard Engelmann (v.l.). Foto: Dieter Schachtschneider

Eine Tennisanlage innerhalb eines Gebietes, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, ist wahrlich eine Besonderheit. „Ich bin gespannt“, sagte das Stadtoberhaupt, was Sie nun aus diesem Adelstitel machen.“ Keine Sorge: Mit Adel kennt man sich aus an der Burgfeldstraße, Turnierdirektor Dr. Eberhard Engelmann zitierte aus der Chronik zum 100-jährigen Clubjubiläum (1996) und einem Artikel im „Cassel-Wilhelmshöher Fremdenblatt von 1910, in dem es einen Hinweis auf die Tennis-Aktivitäten der kaiserlichen Familie bei ihrem Sommeraufenhalt in Wil­helmshöhe gab. Die „Prinzenplätze“ hatten ihren Namen weg.

Der KTCW, mit seiner nunmehr 117-jährigen Geschichte ist mit der älteste Tennisclub in Deutschland. Die Ursprünge sind eigentlich noch älter, wie der ehemalige Club-Chef Klaus Nebelung, vertraut mit der Historie, am Rande des Empfangs berichtete. Ein Drittel des Kasseler Magistrats und eine Vielzahl der Sponsoren lauschten interessiert den Ausführungen. OB Hilgen bedankte sich bei allen, die das Turnier auf unterschiedliche Weise ermöglichen. Supervisor Ion Coman, der wie es  Engelmann charmant formulierte, „längst zum Inventar der Wilhelmshöhe Open gehört“, berichtete, warum er immer wieder gerne nach Kassel kommt. Und der Slowake Miloslav Mecir, Nummer zwei der Setzliste, konnte nach seinem souveränen ersten Auftritt auf dem Court auch beim Empfang in bestem Deutsch punkten. Wie er seine weitere Entwicklung sehe, fragte ihn der Turnierdirektor. „Ich muss gewinnen“, antwortete Milo. Spätestens da war man doch wieder bei Bescheidenheit angelangt. (Michael Küppers)

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