Thomas Bockelmann: Noch nie so viel Vergnügen

Mit Kassel verbindet mich natürlich am meisten, dass ich hier seit neun Jahren Intendant des Staatstheaters sein kann – und an noch keinem Theater hat mir die Arbeit so viel Vergnügen bereitet. Das liegt zum einen natürlich an den engagierten Mitarbeitern und tollen Künstlern dieses Hauses, zum anderen daran, wie wichtig die Menschen in Kassel und Nordhessen ihr Theater nehmen. Und wenn man dann noch dazu mit 5.800 Abonnenten begonnen hat und vergangenes Jahr schon den 10.000sten begrüßen konnte, fühlt man sich natürlich auch angenommen.

Thomas Bockelmann, Intendant des Staatstheaters Kassel. Foto: nh

Thomas Bockelmann, Intendant des Staatstheaters Kassel. Foto: nh

Nach mittlerweile 270 Premieren fällt es schwer, einzelne Produktionen herauszuheben. Am meisten interessieren immer die Stücke, die wir gerade probieren. Bei mir ist das im Moment Lucky Happiness Golden Express von Noah Haidle, mit dem wir in einer Welturaufführung die Spielzeit eröffnen und das sich in höchst anrührender Weise mit der Liebe, dem Altern und dem Vergessen beschäftigt.

Auf die Frage, wie ich meine Zukunft in Kassel sehe, kann ich nur antworten, dass ich mit großer Vorfreude auf die nächsten sieben Jahre als Intendant an diesem schönen Theater blicke. Dies hat natürlich auch damit zu tun, wie gut sich Kassel insgesamt in den letzten Jahren entwickelt hat. Und dazu passt trefflich, dass ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Bergpark Wilhelmshöhe hochverdient zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Das Besondere an dieser Stadt ist selbstverständlich auch ihre große kulturelle Tradition: Das älteste Kulturorchester Deutschlands, 510 Jahre alt. Der älteste feste Theaterbau mit dem Ottoneum. Und natürlich auch die documenta, die die Offenheit der Menschen gegenüber zeitgenössischer Kunst in den vergangenen Jahrzehnten so wunderbar befördert hat.

Zur Frage nach meinen Lieblingsplätzen in Kassel: In der von manchen immer noch unterschätzten Unterneustadt lebend, freue ich mich immer wieder darüber, die Karlsaue vor der Tür zu haben, auf der Insel Siebenbergen habe ich eine Lieblingsbank, und im Sommer schwimme ich so oft wie möglich in der Buga. Und wenn es kühler wird, gibt es ja nun auch das – wie ich finde – gut gelungene neue Auebad, das allerdings morgens nicht erst um 10 Uhr öffnen sollte. Und ein besonders schöner Ort für mich ist auch die Terrasse des Sepulkralmuseums.

Da ich auch liebend gern gut esse und trinke: Wie schön, dass es die Osteria und das Il Teatro gibt, und zu besonderen Anlässen auch das Schlösschen Schönfeld und die Ehlener Poststuben, zu denen ich des Öfteren mit Freunden und Familie vom Herkules aus in eineinhalb Stunden durch den Habichtswald wandere.

Thomas Bockelmann
Intendant des Staatstheaters Kassel

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